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Die Problematik der Einführung von Mindestlöhnen in Deutschland von Schröder, Jennefer (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.04.2009
  • Verlag: GRIN Verlag
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Die Problematik der Einführung von Mindestlöhnen in Deutschland

Examensarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich BWL - Sonstiges, Note: 1, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Sprache: Deutsch, Abstract: Am 04.11.2007 berichtet der Spiegel, nach Ansicht der SPD müsse zwischen dem Arbeitgeberverband Postdienste und der Gewerkschaft ver.di ausgehandelt werden, ob der für die Parteien geltende Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt werden soll. Das würde bedeuten, dass die gesamte Branche zu den im Vertrag festgeschriebenen Mindestarbeitsbedingungen arbeiten müsste. In diesem Falle ist ein Mindestlohn zwischen 8 und 9,80 Euro vorgesehen. Der Mindestlohn ist derzeit wieder in hohem Maße in der wirtschaftspolitischen Debatte vertreten. Die Relevanz der Thematik liegt auf der Hand:[...] Während auf Seiten der SPD oder der Gewerkschaften die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn immer lauter wird, wehren sich große Teile der CDU/CSU Arbeitgeberverbände vehement dagegen, da sie, um nur zwei Argumente zu nennen, neben Arbeitsplätzen auch den Verlust der im Grundgesetz verankerten Tarifautonomie befürchten. Relevant ist die Frage nach einem gesetzlichen Mindestlohn auch vor dem Hintergrund der Globalisierung, welche seit Jahren die außenwirtschaftliche Diskussion bestimmt. Dieses Phänomen wird nach Berechnungen der OECD auch zukünftig vor allem einen Druck auf die Löhne der gering qualifizierten Beschäftigten ausüben und ein gesetzlicher Mindestlohn könnte einer steigenden Einkommensarmut entgegenwirken. Nachdem die verschiedenen Positionen und die damit verbundenen Interessenkonflikte die Problematik eines gesetzlichen Mindestlohns verdeutlicht haben, soll diese auf theoretischer Basis dargestellt werden. Dazu werden die neoklassische und die keynesianische Beschäftigungstheorie in ihren Grundzügen dargestellt [...] Der dritte Abschnitt befasst sich mit der Situation in Deutschland. Es werden die Entwicklung und die Auswirkungen des Niedriglohnsektors dargestellt. Ferner wird ein von Mindestlohn-Gegnern häufig verwandtes Argument skizziert. Ist ein gesetzlicher Mindestlohn mit dem Grundprinzip der Tarifautonomie zu vereinbaren? Da man sich im Rahmen der Debatte um den gesetzlichen Mindestlohn auf bestimmte rechtliche Grundlagen beruft, [...] Im vierten Teil der Arbeit wird die Situation in Großbritannien darge-stellt, um einen internationalen Vergleich zu haben. Dort gibt es bereits seit 1999 einen gesetzlichen Mindestlohn, den National Minimum Wage,[...] Ziel dieser Arbeit ist es nicht, eine Entscheidung darüber zu treffen, ob ein gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland eingeführt werden sollte oder nicht; vielmehr sollen [...]

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 76
    Erscheinungsdatum: 20.04.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783640313402
    Verlag: GRIN Verlag
    Serie: Akademische Schriftenreihe Bd.V125797
    Größe: 624kBytes
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Die Problematik der Einführung von Mindestlöhnen in Deutschland

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Makroökonomische Ansätze

In der Ökonomie gibt es verschiedene Ansätze und Theorien, die sich mit Einkommen und Beschäftigung in einer Volkswirtschaft sowie deren Wirkungszusammenhängen befassen. Zu diesen makroökonomischen Theorien der Marxismus bleibt hier unberücksichtigt - gehören, die Klassik Neoklassik, der Keynesianismus, der Monetarismus, der Postkeynesianismus, die neue keynesianische Makroökonomik und die neue klassische Makroökonomik. [44] Da diese Theorien im Rahmen dieser Arbeit aber lediglich als theoretische Grundlage für die Darstellung der Problematik der Einführung eines Mindestlohns in Deutschland dienen, werden nicht alle Ansätze detailliert erläutert. Zwei entscheidende Sichtweisen, die Neoklassik und der Ansatz nach Keynes, sollen im Folgenden dargestellt werden, um eine problemorientierte Herangehensweise an das Thema zu ermöglichen.

2.1.1 Das neoklassische Modell

2.1.1.a Abgrenzung zur Klassik

Die Neoklassik, welcher die klassische Nationalökonomie zugrunde liegt, gibt es in verschiedenen Ausprägungen. Zunächst soll jedoch die erwähnte klassische Nationalökonomie, kurz dargestellt werden: Als Klassik werden die Theorien bezeichnet, die historisch betrachtet im Zeitraum zwischen dem endenden achtzehnten und dem ersten drittel des neunzehnten Jahrhunderts vertreten wurden [45] . Grundlegend beruht die Klassik auf dem wirtschaftlichen Individualprinzip, welches besagt, dass jedes Subjekt in der Wirtschaft stets sein Eigeninteresse verfolgt. Der Lohn als Preis für die Arbeit bildet sich, wie sämtliche Marktpreise andere Preise auch, nach dem Konkurrenzprinzip. [46] Durch das Verfolgen des Eigeninteresses der einzelnen Wirtschaftssubjekte und das Prinzip der Konkurrenz wird der Wohlstand des Volkes insgesamt positiv beeinflusst. [47] Die Neoklassik unterscheidet sich insofern von der Klassik, dass Wert und Preis eines Produktes über die Arbeitsmenge definiert werden, während im Falle des neoklassischen Ansatzes der Wert eines Produktes vom persönlichen Nutzen des Produktes im Gebrauch für das jeweilige Individuum abhängig ist. [48]

2.1.1.b Das Say sche Theorem

Das Say sche Theorem bildet eine Grundlage der klassischen makroökonomischen Ansätze. Es besagt, dass sich jedes Angebot selbst seine Nachfrage schafft. Dieser Ansatz beruht auf der Annahme, dass niemand Güter anbieten würde, wenn er nicht auch nachfragen möchte. [49] Nach der klassischen Theorie hat das Geld ausschließlich eine Funktion als Tauschmittel. Es hat in seiner Form als solches keinen Einfluss auf das tatsächliche Wirtschaftsgeschehen. Dass Geld auch eine Funktion als Wertaufbewahrungsmittel haben kann, so wie es im Keynesianismus beschrieben wird, ist in der Klassik nicht berücksichtigt. Nach klassischer Lehrmeinung ist es nicht rational, Geld als Vermögensaktivum zu halten, da das liquide Halten von Geld mit den Opportunitätskosten eines entgangenen Zinseinkommens belastet ist. [50]

2.1.2 Der neoklassische Arbeitsmarkt

Die Neoklassik gibt es in verschiedenen Ausprägungen, und deren wesentliche Merkmale sollen hier aufgezeigt werden: Im Kern der Neoklassik befindet sich die mikroökonomische Analyse, die den Zusammenhang zwischen Angebot an und Nachfrage nach Gütern und den drei Produktionsfaktoren Boden, Arbei

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