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Sport als Entertainment Zwischen Marken, Maschen und Moneten. von Mussler, Dieter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.05.2014
  • Verlag: Frankfurter Allgemeine Buch
eBook (ePUB)
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Sport als Entertainment

Sport - mehr als nur ein Spiel? Denkt man an die horrende Ablösesumme von 100 Millionen Euro, die sich Real Madrid den Transfer von Gareth Bale kosten ließ, an die endliche Dopingbeichte von Lance Armstrong oder an die Menschenrechtsverletzungen im Zuge der geplanten Fußballweltmeisterschaft 2022 in Qatar ist eins klar - Sport ist mehr als nur ein Spiel. Mittlerweile steht nicht mehr nur das körperliche Kräftemessen im Zentrum des Geschehens, auch die Einschaltquote, das Sponsoring und die Eigenvermarktung à la Boris Becker bestimmen die Ökonomisierung des Sports. Wie konnte sich nur einer der schönsten Zeitvertreibe zu einer Hauptsache in Wirtschaft und Politik verwandeln? Dieter Mussler nimmt in seinem Buch 'Sport als Entertainment' diese dreifache Verzahnung von Massenmedien, Wirtschaft und Sport genau unter die Lupe. Er fragt nach, ob die sportlichen und gesellschaftlichen Werte im Spitzensport - wie Fair Play, Teamarbeit, Leistungsstreben, soziale Kompetenz, Gesundheit und Fitness - noch zählen, oder ob der Profit und die politischen Machtverhältnisse diesen mittlerweile völlig okkupiert haben. Denn letztlich brauchen Zuschauer wie Aktive ein gut funktionierendes Zusammenwirken, nämlich: Freude und Spaß am Sporttreiben, Unterhaltung über die Medien sowie die finanzielle Unterstützung durch Unternehmen. Das Buch zeigt nicht nur die Missstände und negativen Kommerzialisierungsfolgen auf, sondern auch wie es zu einer Triple-Win-Situation kommen kann. Für alle, die einer Kommerzialisierung des Sports skeptisch gegenüberstehen. Für alle Sportinteressierte, die wissen, dass heutzutage nicht nur der Spaß den Sport regiert, sich aber einen fairen Umgang zwischen Sport, Medien und Sponsoren wünschen.

Dieter Mussler ist Dr. und seit 2011 Dozent an der Hochschule Fresenius im Fachbereich Media & Communication Management sowie selbstständig als geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Mussler & Partner GmbH, Frankfurt (heute Mussler Communication). Er war Lehr beauftragter für das Fach Sportmarketing an der Sporthochschule Köln und wurde 1986 vom Nationalen Olympischen Komitee und der Stiftung Deutsche Sporthilfe mit der Gründung der Deutschen Sportmarketing GmbH und der Vermarktung der Olympischen Ringe beauftragt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 178
    Erscheinungsdatum: 13.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956010682
    Verlag: Frankfurter Allgemeine Buch
    Größe: 933kBytes
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Sport als Entertainment

2.

Der gesellschaftliche Stellenwert des Sports

Sportliche Vielfalt

Die Ziele und Aufgaben des Sports sind vielfältig. In erster Linie dient er als Plattform für die Sportlichkeit einer Gesellschaft. Immerhin sind bei uns in Deutschland über 50 Prozent der Bevölkerung sportlich aktiv. Und über 80 Prozent interessieren sich für den Sport und schauen sich Sportereignisse regelmäßig im Fernsehen an. Der Sport steht aber auch für Werte, die für das Zusammenleben in einer Gesellschaft relevant sind. Dies sind Leistungsorientierung und Leistungsbereitschaft, Fair Play und Toleranz sowie körperliche und geistige Fitness.

Und schließlich wird auch die internationale Reputation einer Nation in hohem Maße durch den Sport geprägt. Meistertitel und Medaillen, Fahnen und Hymnen, Show und Rekorde - alles bedeutsame Signale, die über das "nur dabei sein" weit hinausgehen und deshalb die Veranstaltungen für die einzelnen Nationen so begehrt machen. Ein Moderator des ZDF-Sportstudios sagte hierzu einmal: "Früher führte man Kriege, heute spielt man gegeneinander Fußball". Diese Verantwortung und die sich daraus ergebenden Aufgaben kann der Sport allerdings alleine nicht bewältigen. Hierbei müssen ihn der Staat aber auch die Medien und die Wirtschaft wirkungsvoll unterstützen.

Bislang wurde der Begriff "Sport" in diesem Buch allgemein verwandt. An dieser Stelle und folgend soll nun differenziert und aufgezeigt werden, wie vielfältig der Sport sein kann. Allein in Deutschland gibt es über 200 Sportarten. Diese reichen von Fußball, Handball, Basketball, Tennis oder Reiten bis hin zu Kegeln, Teakwondo, Kanupolo, Fahnenschwingen oder Unterwasser-Rugby. Die meisten davon sind in einem der etwa 60 Fachverbände organisiert. Weltweit werden sogar über 600 Sportarten betrieben. Oder sollte man vielleicht besser von Möglichkeiten sprechen, sich sportlich zu betätigen? Denn neben den klassischen und hinlänglich bekannten Sportarten gibt es auch noch ganz andere, wie Armdrücken, Fingerhakeln, Eierlaufen, Kastanienschlagen, Cheese Rolling, Elefantenrennen, Frauentragen oder Reifenrodeln.

Da leuchtet es dann auch ein, dass nur wenige hiervon sich für das kommerzielle Sportentertainment eignen. Denn dieses setzt neben einer starken individuellen Begeisterung und nicht selten einem dazu gehörigen Spleen für die jeweilige Sportart eben auch voraus, dass sich ein großer Teil der Bevölkerung dafür interessiert. Doch bei den meisten dieser Exoten geht das Interesse nicht weit über den eigentlichen Teilnehmerkreis und vielleicht auch noch ein paar begeisterte Familienmitglieder hinaus. Da bedarf es dann schon eines echten "Spleen Scouts", der daraus ein Big Business macht.

So einer wie der TV-Moderator Stefan Raab. Er hat offensichtlich das richtige Gespür dafür, wie man aus ganz eigenwilligen Ideen mediale Events mit hohem Zuschauerinteresse macht. Wer hätte jemals daran gedacht, dass man mit dem Rutschen auf einem Wok durch einen Eiskanal eine derart große Zuschauerbegeisterung erzielen kann? Oder mit der Kombination aus Quiz und Boxen - nach dem Motto: Bei uns sind die Boxer gescheiter als das Publikum? Doch mit diesem Geschick zählt Stefan Raab ganz eindeutig zu den Ausnahmen im Entertainment. Und das ist vielleicht auch gut so, denn solche Formate gehören in die Kategorie mediales Entertainment, dienen folglich in erster Linie der Quotenbeschaffung und haben mit dem Sport und seinen Werten eigentlich nicht mehr all zu viel zu tun.

Trotz unserer Vorliebe für den Showsport dürfen wir nicht vergessen, dass der Breiten- und Freizeitsport die wahre Basis unseres Sportsystems bildet. Getragen von einem neuen Körpergefühl und hohem Gesundheitsbewusstsein, erzeugt dieser immer wieder gewaltige Wellen. Ob Joggen, Walken, Radfahren, Schwimmen oder Body-Shape, Pilates, Qi-Gong, Capoeira und Zumba - weit über 50 Prozent unserer Bevölkerung nutzen die vie

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