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Totalschaden Das Autohasserbuch von Gietinger, Klaus (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.11.2015
  • Verlag: Westend Verlag
eBook (ePUB)
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Totalschaden

Die letzte Ausfahrt. Kaum jemand wagt das Auto zu verteufeln. Aber jeder weiß: Das Auto ist Sucht und Droge zugleich. Dieses Buch nennt die Drogenbarone, die Dealer und die Junkies der Kfz-Gesellschaft. Einer mörderischen Gesellschaft, die mittlerweile die ganze Welt umspannt. Doch es gibt Lösungen. Mobilität gilt als Grundrecht schlechthin. Wer dieses Recht in Anspruch nimmt, fährt überwiegend Auto. Und fährt es gerne. Das Auto ist Lust und Leidenschaft, ist eine Wunschmaschine, ist Sucht, Droge und Seuche zugleich. Deshalb heißt es immer, man dürfe das Auto nicht verteufeln. Schon allein deshalb nicht, weil angeblich jeder fünfte Arbeitsplatz direkt oder indirekt von der Autoherstellung abhängt. Die negativen Auswirkungen werden systematisch ausgeblendet. Klaus Gietinger liefert allerneueste Fakten und Analysen zu den Folgekosten des Autoverkehrs und nennt Ross und Reiter. Wir alle sind Täter, doch einige sind es mehr: die Drogenbarone, die Dealer und die Junkies der weltweiten Kfz-Gesellschaft. Aber es gibt Hoffnung. Und Lösungen. Die werden hier vorgeschlagen: radikal und fundiert, pointiert und kompromisslos. Erschreckende Zahlen: - Verkehrstote in Deutschland, Schweiz und Österreich seit Ende des Zweiten Weltkrieges: 1.200.000 (nur D: 800.000). - Verkehrstote weltweit: täglich 3.000 - so viele Tote also wie bei zehn Jumbojetabstürzen, zwei Titanicuntergängen oder dem Angriff auf das World Trade Center. - Seit Erfindung des Autos starben 40.000.000 Menschen durch Unfälle - durch autobedingte Umweltverschmutzung weitere 80.000.000!

Klaus Gietinger ist Drehbuchautor, Filmregisseur, Verkehrsexperte, Sozialwissenschaftler und BIAktivist (Frankfurt22, Bürgerbahn statt Börsenbahn) Er ist Mitbegründer der Westallgäuer Filmproduktion (Daheim sterben die Leut'), Romanautor (Unser Weltmeister) und Verfasser zahlreicher autokritischer und historischer Sachbücher (Z. B.: Der Konterrevolutionär. Waldemar Pabst). Zuletzt erschien bei Westend: Totalschaden. www.gietinger.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 09.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864896132
    Verlag: Westend Verlag
    Größe: 4586 kBytes
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Totalschaden

Vorwor t

1972 , als Schüler, war ich in Südfrankreich. Wir fuhren mit einem roten Bahnbus dieselbe Strecke wie damals Yves Montand bei den Dreharbeiten zu Lohn der Angst . In den engen Kurven musste der Bus mehrmals zurückstoßen, so dass wir, die wir auf der letzten Bank saßen, über dem Abgrund schwebten. Es war das erste Mal, dass ich das Meer sah. Wir kamen auch durch eines der kleinsten Länder der Erde. Dort stand ich, nach dem Besuch des Ozeanografischen Instituts, vor dessen Eingang. Und plötzlich sah ich sie im Fond eines Rolls-Royce Silver Shadow an mir vorbeigleiten. Sie war eine der schönsten Frauen Hollywoods - die weiße Jungfrau in 12 Uhr mittags . Legendär ihr Kuss, mit dem sie in Das Fenster zum Hof , erst als Schatten auftauchend und dann in doppelt kopierter Zeitlupe, James Stewards Lippen mit den ihren berührt. Legendär auch ihre rasende Cabrio-Fahrt in dem Film Über den Dächern von Nizza - natürlich heute als schlechte Rückprojektion erkennbar. Auf genau dieser Straße, so das vermutlich falsche Gerücht, sei sie dann wirklich verunglückt, 27 Jahre später, als Gracia Patricia, als Fürstin von Monaco.

Am 13 . September 1982 jedenfalls kam sie mit ihrem Rover 3500 auf der Route de la Turbie in einer so genannten Haarnadelkurve von der Straße ab und stürzte, ihre Tochter Stéphanie an der Seite, 40 Meter tief ab. Im Krankenhaus fiel sie ins Koma. Am nächsten Tag starb sie mit 52 Jahren. Das Ende einer Märchenprinzessin.

Mein erstes Wort soll nach Auskunft meiner Mutter "Auto" gewe sen sein. Das verpflichtet. Mit dem Ding muss abgerechnet wer den.

Autos stehen meistens rum, überall. Wenn sie fahren, machen sie Krach und Dreck. Sie beanspruchen jede Menge Platz. Sie ma chen Städte und Landschaften platt. Sie fressen Öl. Sie scheißen Klimagase.

Reicht das nicht? Dann kann ich nachlegen : Autofahren, vor allem schnelles, verursacht bei mir extreme Angst. Und die brau che ich nicht.

Noch nicht genug? Autofahren ist tödlich. Das Auto hat mir etliche Freunde, Verwandte und Bekannte genommen. Ich habe genau ausgerechnet, wie viele Menschen das Auto umgebracht hat. Es sind unglaublich viele - vergessene Tote, verdrängt von der Kfz-Gesellschaft.

Gern würde ich Carsten Otte beipflichten : "Nichts schadet dem Image des Autos so sehr wie der Massentod auf den Straßen." 1 Leider ist das nicht so. Als 1970 beinahe 90 000 Menschen in der kleinen EU ( 15 Länder) auf deren Straßen krepierten, trug das Auto ebenso wenig Kratzer davon wie heute, wo es weltweit Mil lionen sind, die durch diese Killermaschine verrecken. Wer sich immer wieder da reinsetzt, will von irgendwelchen Imageschäden nichts wissen und nimmt stattdessen den Tod anderer - und auch seinen eigenen - billigend in Kauf.

Meine Recherchen haben mir eines klargemacht : Das Auto ist die größte Massenvernichtungswaffe aller Zeiten. Diese Waff e muss bekämpft, sie muss unschädlich gemacht werden. Da sich der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika nicht bereit er klären wird, General Motors, Ford und Chrysler oder Mercedes, Toyota, BMW etc. zu bombardieren, wie das sein Vorgänger mit einem anderen angeblichen Massenvernichtungswaff enprodu zenten gemacht hat, da auch die NATO keine Truppen schicken wird und ich ein friedliebender Mensch bin, gänzlich ungeeign

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