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Ökonomie der Sexualität Von der Liebesheirat bis zur Sexualität von Bökenkamp, Gérard A. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.12.2014
  • Verlag: FinanzBuch Verlag
eBook (ePUB)
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Ökonomie der Sexualität

Warum ist die Scheidungsrate in Deutschland so hoch und die Geburtenrate so niedrig? Warum gibt es Ehrenmorde und warum ist die Prostitution das älteste Gewerbe der Welt? Warum ist Doppelmoral so weit verbreitet? Und in welchem Zusammenhang stehen Kapitalismus und sexuelle Revolution? Auf diese und andere Fragen gibt Gérard A. Bökenkamp verblüffende Antworten und zeigt die rationalen Ursachen vordergründig unvernünftiger Entscheidungen. Anhand der Theorien der Österreichischen Schule der Nationalökonomie erklärt er, wie Menschen auf Beziehungsmärkten ihre Vorteile maximieren und ihre Nachteile minimieren.

Dr. Gérard Bökenkamp (Jahrgang 1980) ist Historiker. Sein Forschungsgebiet ist die Geschichte der Wirtschafts- und Innenpolitik der Bundesrepublik Deutschland. Seine Doktorarbeit erschien unter dem Titel 'Das Ende des Wirtschaftswunders'. Dafür wurde er 2011 mit dem Europapreis des Vereins Berliner Kaufteute und Industrieller (VBKI) ausgezeichnet. Er hat zahlreiche Artikel, Rezensionen, Blog- und Radiobeiträge zu politischen und wirtschaftlichen Themen veröffentlicht, schwerpunktmäßig in den Bereichen Wirtschaftsgeschichte, Philosophie und Geschichte des Liberalismus, Neue Medien und Demografie. Er wurde von den Lesern von Freiheit.org zum Autor der Freiheit 2009 gewählt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 05.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862486113
    Verlag: FinanzBuch Verlag
    Größe: 435kBytes
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Ökonomie der Sexualität

2 Verhandlungen auf Beziehungsmärkten

Sex als Tauschbeziehung

Ökonomie befasst sich in der Regel mit Tauschvorgängen. Der Tausch ist die kleinste Einheit in einer freien Marktwirtschaft und er ist die Art und Weise, wie in einer freien Gesellschaft kooperiert wird. Menschen tauschen, weil sich beide Parteien durch den Tausch besser stellen als ohne den Tausch, sonst würden sie nicht tauschen. Damit es zum Tausch kommt, müssen die Parteien miteinander verhandeln. Jeder bietet dem anderen etwas an. Unser Alltag besteht aus vielen kleinen Tauschaktionen, bei denen wir etwas geben, um etwas dafür zu bekommen. Desto wichtiger es uns ist, etwas zu bekommen, umso mehr sind wir dafür zu bieten bereit. Tauschen ist ein universeller Akt und einvernehmliche Liebesbeziehungen und Sex sind ebenso Akte des Tausches, denen Aushandlungsprozesse vorhergehen und die Austauschprozesse beständig begleiten. Der amerikanische Ökonom Walter Block brachte es so auf den Punkt: "Tatsächlich sind alle freiwilligen menschlichen Beziehungen, von der Liebesbeziehung über die intellektuelle Beziehung Tauschgeschäfte. Im Falle romantischer Liebe und Heirat werden Gefühle, Aufmerksamkeit und Liebenswürdigkeit getauscht. Dieser Handel mag ein glücklicher sein und die Partner mögen Freude im Geben finden. Aber es bleibt ein Handel. Es ist klar: Solange nicht Gefühle, Liebenswürdigkeit oder irgendetwas anderes gegeben werden, ist auch keine Erwiderung zu erwarten." 20 Es wird also immer irgendetwas gegen irgendetwas getauscht und auch im Falle von Sex ist das nicht anders.
Sex ist Tausch zum Zweck der Maximierung des psychischen Einkommens

Jeder Tausch besteht aus zwei Teilen: Der eine Tauschpartner gibt etwas und der andere gibt dafür etwas zurück. Beim Tausch findet eine Handlung statt in der Erwartung der Handlung des anderen. Den Kern jedes Tausches und jeder Handlung bildet etwas Immaterielles. Es geht nie um Geld, Güter, Dienstleistungen - diese sind nur Mittel zum letztendlichen Zweck, nämlich zur Herstellung eines bestimmten emotionalen Zustandes. Der allerdings lässt sich wieder auf etwas Materielles zurückführen: auf den biochemischen Prozess in unserem Gehirn. Wir geben, weil wir für unsere Gabe etwas erwarten, das uns das größtmögliche psychische Einkommen zu versprechen scheint - nüchtern formuliert: eine bestimmte biochemische Reaktion, die bei uns Gefühle wie Wohlsein, Zufriedenheit, Erregung et cetera auslöst. Menschen finden sich zusammen mit dem Ziel einer Maximierung ihres psychischen Einkommens. Geschlechtsverkehr zwischen zwei Menschen findet statt, weil beide Beteiligte zum selben Zeitpunkt zu dem Ergebnis kommen, dass dies gerade das beste Mittel ist, ihr psychisches Einkommen zu maximieren. Käme einer von beiden zu dem Ergebnis, auf andere Weise sein psychisches Einkommen besser mehren zu können, würde er dem Geschlechtsverkehr nicht zustimmen.
Sex als permanenter Informationsaustausch

Sex umfasst verschiedene Handlungen, die nicht unbedingt einzeln und explizit miteinander abgesprochen sind, aber in der Regel ein Repertoire umfassen, von dem man ausgeht, dass der andere damit einverstanden ist. Im Akt selbst erfolgt ein beständiger Informationsaustausch darüber, welche Handlungen akzeptiert oder abgelehnt werden. Der Akt ist nicht völlig symmetrisch, nicht jede Einzelhandlung wird von den Beteiligten gleichermaßen gemocht. Es werden also bestimmte Handlungen akzeptiert, die weniger Lust bereiten, um dafür selbst andere Handlungen durchführen zu dürfen, die mehr Lust bereiten. Das heißt, die Beteiligten lassen an ihrem Körper bestimmte Handlungen durchführen und führen am Körper des anderen bestimmte andere Handlungen aus und tauschen dafür im Gegenzug die Möglichkeit, andere Handlungen am Körper des Partners durchzuführen und von ihm am eigenen Körper durchführen zu lassen. Sex ist insoweit auch ein Aushandlungsprozess und ei

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