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Degrowth Handbuch für eine neue Ära

  • Verlag: oekom
eBook (PDF)
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Degrowth

Unter dem Schlagwort 'Degrowth' bringen Autoren wie Tim Jackson oder Serge Latouche die wichtigsten Begriffe auf den Punkt, diskutieren über 'Autonomie', 'Commons ' und 'Peak Oil', entdecken alte Werte wie 'Einfachheit' neu und plädieren für 'Worksharing' oder 'Jobgarantien'. Eine unverzichtbare Quelle für den anstehenden gesellschaftlichen Wandel.

Die Herausgeber D'ALISA/DEMARIA/KALLIS arbeiten an der Universidad Autónoma de Barcelona. Sie sind Mitglieder der internationalen Vereinigung R&D, Research & Degrowth, deren Ziel es ist, Forschung, Zivilgesellschaft und Aktivisten zusammenzubringen, um der Idee der Wachstumsrücknahme zum Durchbruch zu verhelfen. Das Buch wird in Kürze in vier weiteren Sprachen erscheinen und soll so zum internationalen Standardwerk der Bewegung werden.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 304
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783865819833
    Verlag: oekom
    Größe: 823 kBytes
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Degrowth

DEGROWTH Giorgos Kallis, Federico Demaria und Giacomo D'Alisa Die Drehungen und Wendungen des Begriffs

Der Begriff décroissance (französisch für Degrowth) wurde 1972 erstmals von dem französischen Intellektuellen André Gorz verwendet. Gorz stellte dabei eine Frage, die auch im Zentrum der heutigen Degrowth-Debatte steht: "Ist das Gleichgewicht der Erde, für das Null-Wachstum - oder sogar décroissance - der materiellen Produktion notwendige Bedingung ist, vereinbar mit dem Überleben des kapitalistischen Systems?" (Gorz 1972, S. IV) Andere frankophone Autoren gebrauchten den Begriff dann im Anschluss an den Bericht Die Grenzen des Wachstums (Meadows et al. 1972). Zum Beispiel schrieb der Philosoph André Amar 1973 in einer Ausgabe zu "Les objecteurs du croissance" ("Die Wachstumsgegner") der Zeitschrift NEF Cahier über La croissance et le problème moral ("Wachstum und moralisches Problem"). 1 Ein paar Jahre später setzte sich André Gorz in seinem Buch Ökologie und Politik explizit für Degrowth ein. Er schrieb: Nur ein Wirtschaftswissenschaftler, Nicholas Georgescu-Roegen, besaß den gesunden Menschenverstand, darauf hinzuweisen, dass selbst bei Null-Wachstum der fortgesetzte Verbrauch knapper Ressourcen unweigerlich zu ihrer völligen Erschöpfung führen wird. Es geht nicht darum, darauf zu verzichten, immer mehr zu konsumieren, sondern darum, immer weniger zu konsumieren - einen anderen Weg, die verfügbaren Reserven für künftige Generationen zu bewahren, gibt es nicht. Das ist ökologischer Realismus ... Radikale, die sich weigern, sich mit der Frage der Gleichheit ohne Wachstum zu beschäftigen, beweisen nur, dass für sie der "Sozialismus" nichts anderes ist als die Fortsetzung des Kapitalismus mit anderen Mitteln - eine Verlängerung der Werte, des Lebensstils und der sozialen Denkmuster der Mittelschicht ... Heute zeigt sich Realitätsferne nicht mehr darin, für wachsendes Wohlbefinden durch Degrowth 2 und den Umsturz des vorherrschenden Lebensstils einzutreten. Realitätsferne besteht in der Vorstellung, dass Wirtschaftswachstum immer noch zum Wohlergehen der Menschen beitragen kann und dass es überhaupt physikalisch möglich ist. (Gorz 1977, S. 13) Gorz war ein Vordenker der politischen Ökologie . Für ihn stellte Ökologie einen festen Bestandteil eines radikalen politischen Wandels dar. Nicholas Georgescu-Roegen, der Gorz beeinflusste, war der intellektuelle Pionier der Umweltökologie und der Bioökonomie . 1971 erschien sein Opus magnum The Entropy Law and the Economic Process . 1979 gaben Jacques Grinevald und Ivo Rens, Professoren an der Universität Genf, unter dem Titel Demain la décroissance eine Aufsatzsammlung von Georgescu-Roegen heraus (interessanterweise ohne zu wissen, dass auch Gorz den Begriff verwendete). Grinevald wählte den Titel mit Georgescu-Roegens Einverständnis; décroissance war seine Übersetzung für den Begriff descent aus Georgescu-Roegens Aufsatz über ein "Minimal Bio-economic Programme" (Grinevald 1974). Mit dem Ende der Ölkrise und dem Aufkommen des Neoliberalismus in den 1980er und 1990er Jahren schwand das Interesse an den Grenzen des Wachstums und an den Degrowth-Überlegungen; allerdings blühte die Debatte in Frankreich in den 1990er Jahren wieder auf. 1993 setzte sich der in Lyon lebende und sich für Umwelt und Gewaltfreiheit einsetzende Michel Bernard mit Grinevald in Verbindung und bat ihn, für seine Zeitschrift Silence einen Artikel über "Georgescu-Roegen: Bioeconomics and Biosphere" zu schreiben. Der Beitrag erwähnte explizit den Degrowth-Begriff. Später, im Juli 2001, brachten Bruno Clémentin und Vincent Cheynet, beide ebenfalls in Lyon ansässig, den Begriff sustainable degrowth in Umlauf (Vincent Cheynet war ehemaliger Werbetexter

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