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Der Untergang ist abgesagt Wider die Mythen des demografischen Wandels von Straubhaar, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.03.2016
  • Verlag: edition Körber-Stiftung
eBook (ePUB)
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Der Untergang ist abgesagt

Irgendwann wird Deutschland entvölkert sein. Nur in den Großstädten werden noch junge Menschen leben - alle mit Zuwanderungsgeschichte. Greise irren durch verwaiste Dörfer auf der Suche nach blühenden Landschaften. Das ist- überspitzt-das Untergangsszenario, das Medien und Meinungsmacher gern propagieren - und das nach der Diagnose des Volkswirts Thomas Straubhaar unhaltbar ist. Mit Leidenschaft und Fachkenntnis entlarvt er gängige Prognosen des demografischen Wandels als Mythen. Zwar birgt der demografische Wandel ernstzunehmende Probleme. Er bietet aber auch Chancen. Die Risiken zu minimieren und die Chancen zu nutzen, wird die gesellschaftliche und politische Herausforderung der nächsten Jahrzehnte sein. Keine einfache Aufgabe, aber eine durchaus lösbare, betont der renommierte Ökonom. Denn es ist die unberechtigte Angst vor dem demografischen Wandel, die uns lähmt und daran hindert, die Zukunft positiv zu gestalten. Thomas Straubhaar setzt gegen den grassierenden Pessimismus Entmythologisierung, Selbstvertrauen und Vernunft: Als stabile Demokratie und gesunde Volkswirtschaft kann Deutschland den Wandel gestalten. Der Untergang ist abgesagt!

Thomas Straubhaar ist Professor für Volkswirtschaftslehre der Universität Hamburg und Direktor des Europa- Kollegs Hamburg. Nach Studium und akademischen Stationen u.a. in Bern, Berkeley, Konstanz, Basel, Freiburg i. Br. und an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg war Straubhaar von 1999 bis 2014 zunächst Präsident des Hamburgischen Welt-Wirtschafts- Archivs (HWWA) und danach Leiter des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI). Zudem ist er Vorstand des Club of Hamburg, der sich intensiv mit dem demografischen Wandel befasst.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 07.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783896845023
    Verlag: edition Körber-Stiftung
    Größe: 2879 kBytes
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Der Untergang ist abgesagt

Deutschlands Bevölkerungszahl schrumpft

Das Statistische Bundesamt hat im Frühling 2015 erneut einen Blick in die demografische Zukunft Deutschlands gewagt. 8 Und wie immer die Glaskugel gedreht und gewendet wurde - also auch unter ganz unterschiedlichen Annahmen und Betrachtungsweisen -, sind alle Befürchtungen bestätigt worden: Die Bevölkerung wird schrumpfen. Leben heute hierzulande gut 81 Millionen Menschen, könnten es 2030 weniger als 80 Millionen, 2045 74 Millionen und 2060 nur noch 67 Millionen sein. Das ist verglichen mit heute ein Rückgang um rund ein Sechstel. Dramatische Aussichten.

Eine oft gehegte Hoffnung erweist sich in den Simulationsrechnungen als reine Illusion: Zuwanderung wird den Schrumpfungsprozess nicht stoppen, sondern lediglich bremsen können. So geht das Statistische Bundesamt davon aus, dass zunächst weiterhin jährlich rund eine halbe Million Menschen mehr zu- als wegziehen werden. Ab 2016 würde dann ein langsamer Rückgang des Zuwanderungsüberschusses erfolgen. Bei "starker Zuwanderung" - also einem konstant bleibenden positiven Wanderungssaldo von 200.000 Personen pro Jahr und nicht nur 100.000 - würden in Deutschland 2030 81 Millionen, 2045 77,5 Millionen und 2060 73 Millionen Menschen leben - ein Minus gegenüber heute von 10%. Das ist immer noch besorgniserregend - zumindest auf den ersten Blick. 9

Bei genauerem Hinsehen stellt sich die Frage, wie der aktuell enorm starke Zustrom von Asylsuchenden die vom Statistischen Bundesamt projektierte Bevölkerungsentwicklung beeinflussen wird. Zu erwarten ist, dass jährlich bis zu einer Million oder sogar noch mehr Flüchtlinge kommen - die höchste Zahl, die jemals innerhalb eines Jahres in der Nachkriegszeit in einem OECD-Land zu verzeichnen gewesen ist. 10 Selbst wenn ein Großteil der Asylsuchenden irgendwann in ihre Heimat zurückkehren oder in andere Länder weiterwandern wird, werden viele bleiben. Sie werden das Schrumpfen der Bevölkerung für lange Zeit verhindern und später verzögern. Damit aber werden viele Prognosen zum demografischen Wandel - insbesondere die Schrumpfungsszenarien - schlicht Makulatur werden.

Das Statistische Bundesamt zeigt anhand einer Modellrechnung, was bei einem jährlichen Wanderungssaldo von 300.000 Personen passieren würde. 11 Dann wird die Bevölkerung in Deutschland in den nächsten 20 Jahren nicht schrumpfen, sondern mehr oder weniger konstant bleiben. Erst gegen die Jahrhundertmitte würde sie dann unter die 80-Millionen-Grenze fallen. Ein vergleichsweise moderater Rückgang, der noch davon ausgeht, dass bis dahin die Geburtenzahl auf dem heute so tiefen Niveau verharrt.

So oder so wird die Zuwanderung natürlich einen Einfluss auf die Zusammensetzung der deutschen Bevölkerung haben. Ein immer größerer Teil der in Deutschland lebenden Menschen wird einen Migrationshintergrund haben. Nach Angaben des Mikrozensus lebten 2013 etwa 15,9 Millionen Personen mit einem Migrationshintergrund in Deutschland, was knapp 20% der Gesamtbevölkerung entsprach. 12 Davon hatten 10,5 Millionen eine eigene Migrationserfahrung, und 5,4 Millionen waren in Deutschland geborene Kinder zugewanderter Eltern(teile).

Mit der zu erwartenden Zuwanderung dürfte der Anteil der Personen mit eigenem Migrationshintergrund stark ansteigen. Im Szenario "schwächere Zuwanderung" des Statistischen Bundesamtes (2015) summieren sich die jährlichen Wanderungsüberschüsse auf insgesamt 6,3 Millionen Personen, die bis 2060 netto zuwandern würden. Beim Szenario "stärkere Zuwanderung" wären es sogar zusätzliche 10,75 Millionen Personen. Sie und ihre Kindeskinder werden in jedem Falle das gesellschaftliche, politische und ökonomische Bild D

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