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Die Energiewende zwischen Vision und Wirklichkeit

  • Erscheinungsdatum: 23.10.2015
  • Verlag: SCM Hänssler im SCM-Verlag
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Die Energiewende

Die Energiepolitik in Deutschland trägt Verantwortung für Mensch und Umwelt. Aber sie steht auch vor neuen Herausforderungen für Wirtschaft und Gesellschaft. Wirtschaftswissenschaftler Werner Lachmann und Wirtschaftsprofessor Reinhardt Haupt veranschaulichen den schmalen Grat zwischen Nachhaltigkeit und Leistungsstärke, zwischen Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit, zwischen Ressourcenschonung und bezahlbaren Strompreisen. Dabei setzen sich die Autoren für eine Energiebalance zwischen Ethik und Effizienz - zwischen Vision und Wirklichkeit - ein.

Der Band umfasst Beiträge einer Tagung der Studiengemeinschaft Wort und Wissen. Deren christliches Weltbild ist der Kompass- und Motorfunktion der Wirtschaftsethik verpflichtet und bietet Perspektiven für Einsichten und Konsequenzen, für Wissen und Wollen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 132
    Erscheinungsdatum: 23.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783775173148
    Verlag: SCM Hänssler im SCM-Verlag
    Größe: 6340 kBytes
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Die Energiewende

[ Zum Inhaltsverzeichnis ]

2. Auf der Suche nach Utopia - die Rolle der Medien in der Energiewende

Matthias Vollbracht

"Energie" und "Wende" sind im deutschen Sprachgebrauch durchweg positiv belegt: Ohne Energie herrscht Stillstand, Kälte, Kraftlosigkeit, eine Wende signalisiert die Möglichkeit zur Umkehr in einer Sackgasse, Abschied von einem falschen Weg. Warum ist dann die sogenannte "Energiewende" in Deutschland jedenfalls im Bild der veröffentlichten und der öffentlichen Meinung so negativ belegt?

Der vorliegende Beitrag geht zunächst der Frage nach, welche Rolle die Medien in einer offenen Gesellschaft wie Deutschland spielen und wie sich Medienbilder der Realität konstituieren. Der zweite Abschnitt widmet sich der Beschreibung von Themen und Akteuren, über die die deutschen Medien (und ausgewählte internationale Titel) in den vergangenen Jahren berichtet haben, wenn es um Energie, Energieversorgung und Energiepolitik ging. Dabei wird erkennbar, welche große Rolle die Medien spielen und welche Auswirkungen Verzerrungen in den Darstellungen haben können. Der letzte Abschnitt widmet sich der Frage, wo mögliche Auswege und Alternativen zum Status Quo der Berichterstattung liegen.
Welche Rolle spielen die Medien in der Gesellschaft?

In einer Mediengesellschaft speist sich die Wahrnehmung der Wirklichkeit durch die Bürger aus zwei Quellen: Medien und Eigenerfahrung (vergleiche zum Beispiel Brettschneider 2002). Zur Eigenerfahrung wird hier auch die persönliche Erfahrung von Vertrauenspersonen gerechnet, die von den Bürgern wie direkte Eigenwahrnehmung empfunden wird. Diese Eigenerfahrung kann man vereinfacht als Realität bezeichnen. Hinzu kommen auch Beschreibungen der Realität in Form von Daten und Zahlen, anhand derer sich ein Bürger informieren kann. Zu nennen wären hier beispielsweise die Angaben des Statistischen Bundesamtes.

Daneben gibt es das Bild der Realität, welches von den Medien vermittelt wird. Diese Medienrealität setzt sich aus den Aspekten der Realität zusammen, die die Medien aufgreifen und auf ihren Kanälen zum Bürger transportieren. Aufgrund zahlreicher Faktoren kann dies lediglich ein Ausschnitt der Realität sein. Das fängt mit dem begrenzten Raum (z. B. Zeitung/Zeitschrift, Länge einer TV-Sendung) an, den Zugangsmöglichkeiten von Journalisten zur Realität (z. B. in anderen Regionen und Ländern, in Krisengebieten), den Kosten für die Berichterstattung, der Beherrschung von Sprache und Kultur etc. Hinzu kommen noch Faktoren, die mehr mit den Auswahlkriterien selbst zu tun haben und die in der Journalistenausbildung vermittelt werden und somit eine gewisse Allgemeingültigkeit im Rahmen des Berufsstandes erlangen, zum Beispiel "nahe" versus "ferne" Ereignisse, Prominenz, Negativität (vergleiche zum Beispiel La Roche 2006). Laut Eigenangaben der Tagesschau (im Jahr 1993 bei einem Redaktionsbesuch) sichtet die Nachrichtenredaktion jeden Tag rund 4.000 Nachrichten von Nachrichtenagenturen und Korrespondenten. Nach Messungen von Media Tenor werden im Durchschnitt in einer Sendung um 20 Uhr 19,8 Nachrichten in den 15 Minuten präsentiert. 3.800 Nachrichten, vereinfacht gesagt, beschreiben auch Dinge, die in der Realität geschehen sind, kommen aber nicht auf den Schirm. Und die weitaus größte Zahl der Ereignisse, die sich täglich ereignen, schafft es nicht unter die 4.000 gesichteten Nachrichten. Damit wird bereits deutlich, dass das Bild der Realität in den TV-Medien (die gleichen Beschränkungen gelten prinzipiell auch für alle anderen Medien) nur ein kleiner Ausschnitt ist.

Die Wirksamkeit der Medien ergibt sich aus der Kombination von begrenzter Aufmerksamkeit der Rezipienten und der Vorauswahl im Nachrichtenangebot. Die Medienwirkungsforschung der letzten 100 Jahre hat sich zwischen den be

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