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Die englischen Klassiker der Nationalökonomie Lehre und Wirkung von Starbatty, Joachim (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.02.2016
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
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Die englischen Klassiker der Nationalökonomie

Die englischen Klassiker der Nationalökonomie haben den Wirtschaftswissenschaften das allgemein akzeptierte wissenschaftliche Fundament geliefert: Sie haben Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge systematisch erfasst und die Interdependenzen des ökonomischen Geschehens offengelegt. Die Auseinandersetzung mit den englischen Klassikern verschafft dem Leser die nötige Klarheit über den geistesgeschichtlichen Hintergrund der westlichen Wirtschaftsordnung. Jeder, der sich mit dem wirtschaftlichen Geschehen und den ökonomischen Auswirkungen politischen Handelns befasst, kann und muss bei den Klassikern in die Schule gehen. Die Darstellung wird ergänzt durch einen Beitrag von Prof. Dr. Heinz Rieter über Deutungsmuster klassischer Nationalökonomie.

Prof. Dr. Dr. h.c. Joachim Starbatty lehrte Wirtschaftspolitik an der Universität Tübingen und engagiert sich heute in der Europapolitik. Prof. Dr. Heinz Rieter lehrte Volkswirtschaftslehre an der Universität Hamburg und forscht nach wie vor zur Geschichte der Wirtschaftswissenschaft.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 178
    Erscheinungsdatum: 10.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170256606
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 3050 kBytes
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Die englischen Klassiker der Nationalökonomie

I. D ie englischen K lassiker in ihrer Z eit

1. Wen wir zu den englischen Klassikern rechnen

Als Vertreter der englischen Klassik sind Adam Smith, Thomas Robert Malthus, David Ricardo und John Stuart Mill ausgewählt worden. Für diese Auswahl sprechen zwei Gründe: Der begrenzte Raum zwingt zur Konzentration auf Leitfiguren; der Aufstieg der Nationalökonomie zur Wissenschaft begann mit Adam Smiths "Wealth of Nations" und fand seinen Abschluss in John Stuart Mills "Principles of Political Economy". Vorläufer und Zeitgenossen wie David Hume und Nassau W. Senior sind einbezogen, wenn sie Grundlegendes zum Ideengut der Klassiker beitrugen.

Im Folgenden skizzieren wir Lebenslauf und Lebensumstände der Klassiker und das, was sie ihren Zeitgenossen sagen wollten. Sie sollen dadurch für den Leser Profil gewinnen und diesen so für ihre Botschaft aufschließen. Aus Raumgründen wird nur Smiths Leben und Werk ausführlicher gewürdigt.

Die Klassiker waren ein "buntes Völkchen":

- Adam Smith lehrte an den Universitäten Edinburgh und Glasgow, war Reisebegleiter des Herzogs von Buccleuch; die danach gewährte Rente ermöglichte Smith, die Fron des Hochschullehrers abzuwerfen und sich ganz der Fertigstellung des "Wohlstands" zu widmen; den Lebensabend verbrachte er als Nutznießer einer Sinekure; 1

- Thomas Robert Malthus war Pfarrer, schrieb einen provozierenden Essay zur Bevölkerungsentwicklung, kam so zur Nationalökonomie und wurde auf einen Lehrstuhl für Geschichte und Nationalökonomie berufen; damit war er der erste "professionelle" Nationalökonom, d. h. der erste, der von der Nationalökonomie lebte;

- sein sieben Jahre jüngerer Freund und Widerpart, David Ricardo, Sohn jüdischer Einwanderer aus Holland, verdiente sich seine ersten Sporen und sein Vermögen an der Börse, betrieb nationalökonomische Studien, nachdem er sich zur Ruhe gesetzt hatte; im britischen Unterhaus war er ein allseits anerkannter Sachverständiger;

- John Stuart Mill, Sohn des mit Ricardo befreundeten James Mill und Opfer dessen pädagogischer Experimentierwut, war leitender Mitarbeiter in der Verwaltung der East India Company; er steuerte neben seiner nationalökonomischen Forschung auf den Gebieten der Logik, Soziologie, Sozialphilosophie und der Staatslehre wegweisende Arbeiten bei; er liebäugelte mit sozialistischen Ideen; seinem Gastspiel im britischen Unterhaus war kein Glück beschieden.

Die Klassiker hatten auch eine unterschiedliche politische Heimat 2 : David Hume, der wichtigste Wegbereiter, war ein Tory (Konservativer); Adam Smith und Thomas Robert Malthus waren Whigs (Liberale); Ricardo und John Stuart Mill fühlten sich den "Philosophical Radicals" verbunden, einem literarischen Kreis um Jeremy Bentham. 3 Die Klassiker verband jedoch ein gemeinsames Interesse an wirtschaftlicher Reform, das sich nicht so sehr in gemeinschaftlicher Unterstützung bestimmter Maßnahmen äußerte, sondern stärker in dem Glauben, dass die Anwendung gewisser Methoden der jüngst entdeckten Wissenschaft, der Politischen Ökonomie, berechtigtere Hoffnungen böte für das, was sie Besserung genannt haben würden. 4 Sie teilten auch die Auffassung, dass es nicht Aufgabe der staatlichen Obrigkeit sei, für gesellschaftliche Harmonie zu sorgen. Sie vertraten jedoch keinen "Laissez-faire"-Standpunkt; 5 sie hielten es für die Gesellschaft insgesamt für vorteilhaft, es dem Menschen innerhalb eines kunstvollen institutionellen Geflechts, das sich im Zeitverlauf für die einzelnen Gesellschaftsmitglieder und für die Gesellschaft insgesamt als vorteilhaft herauskristallisiert habe, freizustellen, ihren eigenen Interessen nachzugehen. Innerhalb dieses Rahmens blieb der jeweiligen Regierung genug zu tun.

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