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Die Schulden im 21. Jahrhundert Was ist drin, was ist dran und was fehlt in Thomas Pikettys 'Das Kapital im 21. Jahrhundert' von Stelter, Daniel (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.09.2014
  • Verlag: Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH
eBook (ePUB)
12,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Die Schulden im 21. Jahrhundert

Selten hat ein Wirtschaftsbuch so viel Aufmerksamkeit erregt wie Thomas Pikettys 'Das Kapital im 21. Jahrhundert'. Seine These, die ungleiche Verteilung von Einkommen und Vermögen durch Enteignung zu beheben, fand rasch zahlreiche Anhänger und hat eine breite gesellschaftliche Debatte ausgelöst. Das ist nicht verwunderlich: Liefert Piketty doch der Politik eine Steilvorlage für eine bequeme Lösung der Finanzkrise. Doch was steckt wirklich in Pikettys Buch? Daniel Stelters Analyse beantwortet folgende Fragen: Was ist drin? Eine für jeden verständliche Zusammenfassung liefert einen raschen Über blick über die Kernthesen von Piketty. Was ist dran? Eine Bewertung von Pikettys Thesen gibt Argumente für die Debatte und er klärt die wichtigsten Aussagen. Was fehlt? Wichtige Aspekte, die Piketty völlig vernachlässigt hat, die aber wesentlich sind, um die heutige Lage der Wirtschaft richtig beurteilen zu können und die Bildung von Vermögen sowie ihre Konzentration in jüngerer Zeit erst ermög licht haben. Stelter stellt fest, dass Piketty die Bedeutung von Schulden völlig unterschätzt. Doch nur wer die Dynamik von Verschuldung und Entschuldung versteht, kann Vermögensverteilung und Wirtschaftskrise verstehen und Lösungen erarbeiten. 'Die Schulden im 21. Jahrundert' ist aber nicht nur eine leicht verständliche, kommentierte Zusammenfassung, sondern liefert vor allem überzeugende Lösungsvorschläge für die aktuelle Krise.

Dr. Daniel Stelter ist Gründer·des auf Strategie und Makroökonomie spezialisierten Forums Beyond the Obvious. Er war von 1990 bis 2013 Unternehmensberater bei der internationalen Strategieberatung The Boston Consulting Group (BCG), zuletzt als Senior Partner, Managing Director und Mitglied des BCG Executive Commitee. Seit 2007 berät Stelter internationale Unternehmen im Umgang mit den Herausforderungen der fortschreitenden Finanzkrise.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 150
    Erscheinungsdatum: 04.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956010828
    Verlag: Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH
    Größe: 1272 kBytes
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Die Schulden im 21. Jahrhundert

2. Der Blick in die Geschichte: Vermögen und Vermögensverteilung

Definitionen:
In "Das Kapital im 21. Jahrhundert" verwendet Piketty die Begriffe Kapital und Vermögen synonym. In diesem Buch verwende ich durchgehend den Begriff Vermögen, da dies der inhaltlichen Definition der von Piketty erarbeiteten Daten und Analysen entspricht.

Volksvermögen = Der Marktwert aller Vermögenswerte im Eigentum der Bewohner und des Staates eines Landes, die gehandelt werden können. Dies beinhaltet reale Vermögensgegenstände (Grund und Boden, Gebäude, Maschinen und Anlagen, Infrastruktur), immaterielle Vermögenswerte (wie Patente etc.) und Finanzvermögen (Bankguthaben, Investmentfonds, Anleihen, Aktien, Lebensversicherungen, Pensionsfonds etc.) abzüglich Schulden. Es umfasst neben dem inländischen Vermögen auch das Nettoauslandsvermögen. Letzteres ist die Differenz zwischen dem Vermögen, welches Inländer im Ausland besitzen, und dem inländischen Vermögen, das sich in Händen von Ausländern befindet.

Volkseinkommen = Einkommen aus Erwerbstätigkeit (Löhne, Gehälter, Boni) und Einkommen aus Vermögen (Mieten, Dividenden, Zinsen, Gewinne, Gebühren). Dies entspricht dem Bruttoinlandsprodukt abzüglich der Abschreibungen auf den Kapitalstock. Wie auch beim Vermögen wird das Nettoeinkommen aus dem Ausland hinzugerechnet.

Vermögens-/Einkommensquote = Gesamtwert des Volksvermögens (Staat und Private) abzüglich Schulden relativ zum Volkseinkommen eines Jahres. Beträgt das Volksvermögen beispielsweise 600 und das Jahreseinkommen 100, so liegt die Quote bei sechs bzw. 600 Prozent Vermögenskonzentration = Anteil des Gesamtvermögens eines Landes beispielsweise in den Händen der ein bzw. zehn Prozent vermögendsten Einwohner des Landes.

Kernaussagen:
Die Vermögens-/Einkommensquote schwankt in den von Piketty untersuchten Ländern im Zeitraum von 1700 bis 2010 zwischen dem Zweieinhalbfachen und Siebenfachen des Jahreseinkommens. Gegenwärtig liegt der Wert beim Faktor fünf bis sechs.

Die Vermögensverteilung ist ungleich. Dabei gilt: Je höher die Vermögens-/Einkommensquote, umso höher ist die Konzentration von Vermögen in den Händen weniger. Der Spitzenwert lag bei einem Wert von 90 Prozent des Vermögens in den Händen der reichsten zehn Prozent der Bevölkerung. Zurzeit liegt der Anteil der vermögendsten zehn Prozent bei rund 70 Prozent des Vermögens (USA, Großbritannien). Zu einem Rückgang von Vermögen und Vermögenskonzentration kommt es nur durch Naturkatastrophen und Kriege sowie deutliche Besteuerung von Spitzeneinkommen, Kapitalerträgen und Vermögen (Vermögenssteuern und Erbschaftssteuern).

Einschätzung:
Der Wert der Arbeit von Thomas Piketty liegt zweifelsohne in der Aufbereitung historischer Daten zu Vermögen, Vermögensverteilung und Volkseinkommen. Trotz kritischer Stimmen zur Qualität der Daten und Zweifeln an Pikettys Aussagen zur zunehmenden Vermögenskonzentration seit 1970 in den USA und Großbritannien sind die Daten unbestritten ein interessanter Beitrag zur wirtschaftshistorischen und wirtschaftspolitischen Diskussion.

2.1 Zusammenfassung der historischen Analysen

Gemeinsam mit Kollegen hat Thomas Piketty sich mehr als ein Jahrzehnt lang der Erfassung von historischen Unterlagen und Statistiken gewidmet, um die Entwicklung von Einkommen, Vermögen und Vermögenskonzentration über einen Zeitraum von mehr als 300 Jahren zu dokumentieren. Der daraus resultierende Datensatz ist weltweit einmalig und bereits als solches für die wirtschaftspolitische Diskussion und Forschung ausgesprochen wertvoll.

Piketty setzt das Vermögen eines Landes (Summe aus privatem und staatlichem Vermögen nach Abzug von Schulden und zuzüglich Nettoauslandsvermögen), das wir der Einfachheit halber Volksvermögen nennen, in Relation

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