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Geld und Schulden Gedanken über das Finanzsystem von Jans, Wilhelm (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.12.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Geld und Schulden

Geld entsteht durch Schulden. Es kann unbegrenzt hergestellt werden. Die Schulden können folglich unbegrenzt steigen, was die weltweit zu hohe Verschuldung und die Instabilität des Finanzsystems erklärt. Die Verschuldung muss abgebaut werden, was durch eine Inflation möglich wäre. Die Inflation ist eines der Themen des Buches. Weitere Themen sind unter anderen: Der Euro, die Zinsen, die Banken und Finanzunternehmen, die Abschaffung des Bargeldes, die Verantwortung des Staates für das Finanzsystem und für den Geldwert. Im Zusammenhang mit den Themen werden die Grundsätze des Finanzsystems dargestellt, sodass sich das Buch auch als Einstieg in die komplexe Welt der Finanzen eignet, sowohl für den interessierten Leser als auch für den angehende Studenten der Rechts- und der Wirtschaftswissenschaften. Es ist in einer allgemein verständlichen Sprache geschrieben. Unvermeidbare Fachbegriffe, meist englischer Herkunft, werden nicht als bekannt vorausgesetzt, sondern übersetzt oder erläutert. Finanzabläufe werden anhand von anschaulichen Fallbeispielen dargestellt, sodass sich der Leser eine konkrete Vorstellung machen kann. Wichtige finanzwirtschaftliche Entwicklungen werden anhand von langfristigen Statistiken aufgezeigt. Der Autor, Jahrgang 1942, ist Jurist. Er war Richter, bevor er in die Kommunalverwaltung ging. Als Finanzdezernent und später als Hauptverwaltungsbeamter war er in der beruflichen Praxis stets mit Finanzen befasst. Nach Eintritt in den Ruhestand hat er sich Gedanken zu Grundsatzfragen des Geldes gemacht und diese in Form eines Essays im vorliegenden Buch zu Papier gebracht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 168
    Erscheinungsdatum: 02.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743156302
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 2241 kBytes
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Geld und Schulden

7. Die Verschuldung durch die Geldschöpfung der Banken

Um besser verstehen zu können, dass Geld durch Verschuldung entsteht, gehen wir von einem gedachten Urzustand aus, in dem es noch kein Geld gibt. Verkäufer V besitzt eine Baumschule. Käufer K, der einen Obstgarten hat, kauft von V Obstbäume für 1.000 EUR. Damit ist K verpflichtet, an V 1.000 EUR zu zahlen und er ist entsprechend verschuldet. K benötigt Geld. Er wendet sich an die neu gegründete A-Bank, die ihm einen Kredit verspricht. Die A-Bank hat noch keine Banknoten. Diese besorgt sie sich durch einen Kredit bei der Zentralbank. Die Zentralbank druckt Banknoten im Wert von 1.000 EUR und übergibt sie der A-Bank. Sie schöpft damit Zentralbankgeld (S. ). Diese Zentralbankgeldschöpfung geht somit einher mit der Verschuldung der A-Bank. Anschließend händigt die A-Bank die Banknoten an K aus. Die Banknoten werden zu Geld (S. ). Die A-Bank hat die Banknoten zu Geld umgewandelt und dadurch etwas Neues geschaffen. Sie hat Geld geschöpft. Diese Geldschöpfung geht einher mit der Verschuldung des K. Da K 1.000 EUR Geld hat, kann er den Kaufpreis zahlen und seine Schuld gegenüber V tilgen. Er ist nicht mehr gegenüber V verschuldet, sondern gegenüber der A-Bank.

Es kommt zu weiteren Aktivitäten wie folgt: V kauft für seine 1.000 EUR Englischunterricht bei Lehrer L. Danach kauft L von K Obst für 1.000 EUR. K hat nun 1.000 EUR. Der Verlauf der Banknoten stellt sich wie folgt dar:

K zahlt nun den Kredit an die A-Bank und die A-Bank zahlt ihrerseits den Kredit an die Zentralbank zurück. Am Ende sind alle Schulden getilgt. Der Urzustand ist wieder hergestellt. Im Ergebnis haben V, L und K mit Hilfe der Banknoten ihre Arbeitsleistungen getauscht.

Bei einem Tausch entstehen keine Schulden, da die eine Arbeitsleistung mit der anderen vergütet wird. Würde einem Tauschpartner gestattet, seine Arbeitsleistung zu einem späteren Zeitpunkt zu erbringen, so wäre er bis zu diesem Zeitpunkt verschuldet. Um die Verschuldung zu tilgen, muss er die geschuldete Arbeitsleistung nachträglich erbringen. Hieran zeigt sich, dass die Verschuldung nur mit einer Arbeitsleistung getilgt werden kann. Eine Schuld muss, wenn man so will, abgearbeitet werden. Dies gilt auch, wenn nicht getauscht, sondern mit Geld gezahlt wird. Zahlt der Kaufpreisschuldner mit Geld aus einem Kredit, dann ist er aus dem Kredit verschuldet. Erst wenn er eine Arbeitsleistung erbringt, diese verkauft und Geld erhält, kann er seine Kreditschuld tilgen und wird schuldenfrei. In unserem Fall erbrachte K die Arbeitsleistung durch die Herstellung von Obst. Durch den Verkauf des Obstes an L erhielt er Geld aus einer eigenen Arbeitsleistung und damit Eigenkapital und tilgte seine Schuld gegenüber der A-Bank.

In unserem Fall wurde der schuldenfreie Urzustand wiederhergestellt, weil K sein Obst an L als Besitzer von Eigenkapital verkaufte und L keinen Kredit benötigte. Verkauft ein Schuldner sein Arbeitsleistung an einen Besitzer von Eigenkapital und tilgt er mit mit dem Verkaufserlös seine Schuld, so wird die insgesamt vorhandene Verschuldung reduziert.

Wir nehmen an, V gibt die aus dem Baumverkauf erhaltenen Banknoten nicht für Englischunterricht aus, sondern bringt sie zur A-Bank, die ihm 1.000 EUR als Buchgeld auf seinem Girokonto gutschreibt. Da die Bank die Banknoten zurückerhalten hat, verleiht sie diese ein zweites Mal, und zwar an K1, der ebenfalls Bäume für 1.000 EUR von V kaufen möchte. Die A-Bank hat an K und K1 Kredite von insgesamt 2.000 EUR vergeben und damit in dieser Höhe Geld geschöpft. Das Geld ist im Besitz von V und K1. V hat 1.000 EUR Buchgeld als Eigenkapital und K1 hat 1.000 EUR Banknoten als geliehenes Geld bzw. Fremdkapital.

Der Vorgang, dass die von der A-Bank verliehenen Banknoten wieder bei ihr eingezahlt werden, sodass die Buchgeldmenge steigt, kann sich x-mal wiederholen. Mit steigender Buchgeldmenge steigt die Wahrschei

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