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Kritik der Grünen Ökonomie von Fatheuer, Thomas (eBook)

  • Verlag: oekom
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Kritik der Grünen Ökonomie

Die ökonomischen und ökologischen Grundlagen eines allgemeinen Wohlstands sind in Gefahr, die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer. Das Konzept der 'Grünen Ökonomie' will als neues Leitbild Lösungen anbieten. Im Zentrum aktuellen Wirtschaftens stehen meist Großtechnologien, die global agierenden Unternehmen noch mehr Kontrolle über zentrale Bereiche unseres Lebens gewähren. Doch können 'grüne' Technologien eine Lösung sein, wenn sie den Konsum weiter anheizen? Wer kommt für die Folgekosten von Atomstrom, Fracking & Co. auf? Das Buch unterzieht die Grüne Ökonomie einer kritischen Prüfung, testet ihre Versprechen, erörtert ihre Möglichkeiten, beschreibt die tatsächlichen Konsequenzen, nennt ihre blinden Flecke - und skizziert einen Weg, um globale Krisen auch unter sozialen Gesichtspunkten zu meistern.

Barbara Unmüssig bildet gemeinsam mit Ralf Fücks den Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung. Thomas Fatheuer leitete zuletzt das Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Rio de Janeiro. Lili Fuhr leitet das Referat Internationale Umweltpolitik in der Zentrale der Stiftung in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 192
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783865819628
    Verlag: oekom
    Größe: 940kBytes
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Kritik der Grünen Ökonomie

1
Die Vorherrschaft der Klimakiller

Die Vorherrschaft der Klimakiller"Die Zukunft des Planeten ist gefährdet." Kaum jemand widerspricht dieser Aussage ernsthaft. Unsere Einsicht in globale Zusammenhänge hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm weiterentwickelt und zu dieser einvernehmlichen Überzeugung geführt. Es handelt sich nicht mehr nur um einen Weckruf von Ökologinnen und Ökologen, sondern um eine wissenschaftlich fundierte Aussage, die sich auf unzählige Einzelstudien stützt. Einer der Meilensteine in der systematischen Erfassung und Einordnung globaler Umweltkrisen ist beispielsweise das im Jahr 2001 initiierte Millennium Ecosystem Assessment (MA) der Vereinten Nationen, das den Zustand und Verlust von Ökosystemen und biologischer Vielfalt beschreibt. Und noch nie in der Geschichte der Menschheit ist ein so umfassender Versuch unternommen worden, Wissen zu systematisieren, zu bündeln und zu politisch relevanten Schlussfolgerungen zu formulieren, wie im Kontext des Klimawandels. Der bereits 1988 unter dem Dach der UNO gegründete Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) stellt ein einmaliges Unterfangen dar, einen globalen, wissenschaftlich fundierten Konsens zu erzielen. Tatsächlich ist inzwischen die Einsicht, dass die Menschheit auf einen gefährlichen, selbst verursachten Klimawandel zusteuert, fast zu einer Art globalen "Common Sense" geworden. Zwar gibt es ein Lager der Skeptiker und Leugner, aber dieses bleibt wissenschaftlich, wenn auch nicht überall politisch, eher unbedeutend. Die Planetarischen Grenzen

Ein wichtiger Bezugsrahmen zur Systematisierung globaler Umweltkrisen ist der Ansatz der "Planetarischen Grenzen - Planetary Boundaries" des Stockholm Resilience Center unter der Federführung von Johan Rockström geworden. 1 Dieser Ansatz versucht, globale Prozesse zu identifizieren, die das Gleichgewicht der Erde (als System) bedrohen. Die Forscherinnen und Forscher um Rockström sind sich dabei bewusst, dass globale Tendenzen durch eine Vielzahl lokaler Prozesse verursacht werden. Fundamental für den Ansatz ist die Annahme von lokalen und globalen Schwellen ("thresholds"), deren Überschreitung unabsehbare Konsequenzen hat. Dabei ist klar, dass Schwellen oder Grenzen nicht ganz genau zu fixieren sind. Gerade dass es in vielen Ökosystemen sogenannte Kipp-Punkte ("tipping points") gibt, bedeutet Unsicherheit für genaue Vorhersagen. Im Ansatz der Planetarischen Grenzen geht es aber weniger um detaillierte Voraussagen als um die Bestimmung eines sicheren Rahmens, in dem die Belastungen nach menschlichem Ermessen und verfügbarem Wissensstand kontrollierbar sind. Der Ansatz versucht, wichtige Trends einzubeziehen, auch wenn sie nicht alle auf derselben Ebene liegen: Menschliche Aktivitäten verbrauchen nicht erneuerbare Ressourcen und vernichten Natur; gleichzeitig beanspruchen sie die Kapazitäten der Meere, des Landes und der Atmosphäre - sogenannte Senken -, die die Schadstoffe aufnehmen. Trotz einiger konzeptioneller Kritik 2 ist der Ansatz der Planetarischen Grenzen weitgehend akzeptiert, auch UN-Organisationen oder die Europäische Kommission beziehen sich mittlerweile auf ihn. Wenig überraschend gehören der Verlust der Biodiversität und der Klimawandel zu den wichtigsten Bedrohungen des "sicheren Raums", den der Ansatz der Planetarischen Grenzen identifiziert. Weniger im allgemeinen Bewusstsein ist die dritte identifizierte signifikante Überschreitung unserer Planetarischen Grenzen: die Stickstoffbelastung von Böden und Gewässern. Der Ansatz der Planetarischen Grenzen schärft den Blick darauf, dass die globalen Herausforderungen mehrdimensional und miteinander vernetzt sind. Schließlich hat im deutschsprachigen Raum der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) 2011 ein Hauptgutachten mit dem Titel "Welt im Wandel - Gesell

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