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Kurswechsel für Deutschland Die Lehren aus der Krise

  • Erscheinungsdatum: 12.04.2010
  • Verlag: Campus Verlag
eBook (PDF)
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Kurswechsel für Deutschland

Deutschland steht an einem Wendepunkt. Der Systeminfarkt der kapitalistischen Weltwirtschaft hat gezeigt: Es ist Zeit, die Uhren neu zu stellen. Dieser Debattenband versammelt Kritik und Lösungsvorschläge von Topexperten und namhaften Autoren. Sie entwerfen ein neues Entwicklungsmodell, das sozial und ökologisch nachhaltig ist. Ein zukunftsweisendes Buch, das zeigt, wie die Weichen für Wirtschaft, Arbeit, Bildung, Sozialwesen und Demokratie neu zu stellen sind - für ein besseres Deutschland. Mit Texten von Martin Baethge, Colin Crouch, Erhard Eppler, Heiner Flassbeck, Stephan Lessenich, Burkhart Lutz, Heribert Prantl, Günther Schmid, Michael Schumann, Wolfgang Streeck und Günter Verheugen Berthold Huber ist erster Vorsitzender der IG-Metall, der mit 2,3 Millionen Mitgliedern weltweit größten Gewerkschaft. Der gelernte Werkzeugmacher und studierte Geisteswissenschaftler ist außerdem stellvertretender Aufsichtsratschef von Siemens und Audi.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 255
    Erscheinungsdatum: 12.04.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783593408194
    Verlag: Campus Verlag
    Größe: 4895 kBytes
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Kurswechsel für Deutschland

Herausforderungen der Zukunft und die schwere Last vergangener Erfolge. Eine Skizze (S. 171-172)

Burkart Lutz

Dieser Aufsatz basiert auf drei Thesen, deren ausführlichere Begründung sich in verschiedenen früheren Arbeiten des Verfassers finden lässt und die hier deshalb lediglich knapp zu skizzieren sind.

a) Die erste These besagt, dass es gegenwärtig, auch mit Blick auf die kommenden Herausforderungen, höchst sinnvoll und notwendig ist, bei der Betrachtung und Deutung der bisherigen Entwicklung moderner Gesellschaften nicht die - offenkundigen - Elemente von langfristiger Kontinuität vorrangig ins Auge zu fassen, sondern die Diskontinuitäten und Brüche hervorzuheben, und in der Analyse vor allem den Verläufen Aufmerksamkeit zu schenken, die zu unerwarteten, ja unerwartbaren Ergebnissen führten.

b) Eine zweite These konkretisiert dies damit, dass sich in der Geschichte der hochentwickelten Nationen ein markanter Wechsel von sehr wenigen, aber langen, in vieler Hinsicht singulären "Prosperitätsphasen" und von Übergangsperioden unbestimmter, wahrscheinlich zunehmender Dauer identifizieren lässt, wobei sich die Übergangsperioden durch - wahrscheinlich zunehmend hektische - Prozesse des trial and error und durch zunehmend krisenhafte Ereignisse charakterisieren, bevor sich eine neue Prosperitätskonstellation herausbildet. Vieles spricht dafür, dass diese Übergänge von einer Prosperitätsphase zur nächsten im historischen Ablauf dramatischer werden, weil es für die Gesellschaften im Übergang immer schwieriger wird, sich aus den über lange Zeit hoch effizienten Strukturen und Verhaltenslogiken der auslaufenden Prosperitätsphase zu lösen. Hinzu kommt, dass die wesentlichen Merkmale einer neuen, erfolgversprechenden Konstellation wie die zu ihr führenden Pfade weitgehend unbekannt sind und deshalb wahrscheinlich erst "unterwegs" an Kontur gewinnen können.

c) Eine dritte These unterstellt, dass für die Gegenwart vor allem zwei Prosperitätsphasen (die Jahrzehnte um das Jahr 1900 und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts) und eine lange Übergangsperiode zwischen ihnen von Bedeutung sind und dass die meisten hochentwickelten Gesellschaften in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten die Schwelle überschritten haben, die sie aus einer jahrzehntelang erfolgreichen, nun aber zunehmend zerfallenden Prosperität in eine Übergangsphase unbekannter Dauer und wachsender Krisenanfälligkeit führt.

Diese drei Thesen sind nunmehr in der gebotenen Kürze auszuführen. nächsten im historischen Ablauf dramatischer werden, weil es für die Gesellschaften im Übergang immer schwieriger wird, sich aus den über lange Zeit hoch effizienten Strukturen und Verhaltenslogiken der auslaufenden Prosperitätsphase zu lösen. Hinzu kommt, dass die wesentlichen Merkmale einer neuen, erfolgversprechenden Konstellation wie die zu ihr führenden Pfade weitgehend unbekannt sind und deshalb wahrscheinlich erst "unterwegs" an Kontur gewinnen können.

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