text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Management solidarökonomischer Unternehmen Ein Leitfaden für Demokratie und Nachhaltigkeit

  • Erscheinungsdatum: 12.12.2019
  • Verlag: Schäffer-Poeschel Verlag
eBook (ePUB)
25,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Management solidarökonomischer Unternehmen

Offene Nähwerkstatt, Umsonstläden und Repair-Cafés sind kleine Beispiele für die wachsende Zahl von alternativen Wirtschaftsinitiativen. Aber nicht nur die Bedeutung solidarökonomischer Unternehmen nimmt zu, auch in gewinnorientierten Unternehmen werden die Methoden der solidarischen Ökonomie, wie z.B. Holacracy, Soziokratie oder Gemeinwohlbilanz zunehmend nachgefragt. Das Buch beleuchtet Fragen der Solidarökonomie aus Managementperspektive. Im Fokus dabei Themen, wie: - Demokratische Organisation - Alternative ökonomische Herangehensweisen - Ziele gesellschaftlicher Veränderung, die für solidarökonomische Betriebe essenziell sind PD Dr. Florentine Maier ist Senior Researcher am Institut für Nonprofit Management der Wirtschaftsuniversität Wien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 139
    Erscheinungsdatum: 12.12.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783791045931
    Verlag: Schäffer-Poeschel Verlag
    Größe: 1793 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Management solidarökonomischer Unternehmen

2 Werte schaffen für NutzerInnen

Florentine Maier/Christina Amrhein/Ruth Simsa

Werte sind in der solidarischen Ökonomie ein großes Thema. Meist geht es dabei um ethische Werte, z. B. Nachhaltigkeit, Demokratie und bedürfnisorientiertes Wirtschaften. Um bedürfnisorientiertes Wirtschaften geht es in diesem Kapitel: Wie können Unternehmen für ihre NutzerInnen Werte schaffen, die deren Bedürfnissen - aber auch den Bedürfnissen anderer Stakeholder - entsprechen?
2.1 User value: der direkte Wert für die NutzerInnen

Damit ein solidarökonomisches Unternehmen langfristig erfolgreich sein kann, muss es einen Vorteil für die Menschen bringen, die seine Angebote wahrnehmen. Der Fachausdruck für diesen Vorteil lautet user value . Die Vorteile, die ein Unternehmen seinen NutzerInnen und anderen Gruppen verspricht, nennt man value propositions .

Je nach Art des Unternehmens können andere Personengruppen die NutzerInnen sein: In einer Foodcoop sind es die Mitglieder, die Lebensmittel kaufen; in einem Wohnprojekt sind es die BewohnerInnen; in einem Gemeinschaftsgarten sind es die GärtnerInnen. Nur wenn sichergestellt ist, dass diese Zielgruppe vom Unternehmen profitiert, können auch Beiträge für das Gemeinwohl nachhaltig erbracht werden. Denn ohne zufriedene NutzerInnen kann kein solidarökonomisches Unternehmen bestehen. Es ist ja auf die freiwillige Mitwirkung der NutzerInnen angewiesen.

NutzerInnen nehmen in solidarökonomischen Unternehmen oft gleichzeitig mehrere Rollen ein. Zum Beispiel sind in der Foodcoop die NutzerInnen nicht nur KonsumentInnen von Lebensmitteln, sondern arbeiten auch aktiv an der Bereitstellung dieser Lebensmittel mit. Diese Kombination von Rollen nennt man "Prosumention", ProduzentInnen sind also auch KonsumentInnen. Wenn es solche Rollenüberschneidungen gibt, dann sollte man diese bei der Analyse und Gestaltung von user value berücksichtigen.

Manchmal ist bei solidarökonomischen Unternehmen nicht eindeutig, wer die NutzerInnen sind. Schließlich sollen ja viele Stakeholder - idealerweise sogar die Allgemeinheit - einen Nutzen haben. Um beim Foodoop-Beispiel zu bleiben: Sind nicht auch die BäuerInnen NutzerInnen? Für eine hilfreiche Anwendung der nachfolgend geschilderten Methoden zur Analyse und Gestaltung von user value empfehlen wir, fokussiert zu bleiben. Als NutzerInnen soll hier primär jene Zielgruppe verstanden werden, die in einem herkömmlichen Unternehmen am ehesten der Rolle der KundInnen entspräche: Jene Zielgruppe, die in erster Linie ihr Geld oder ihre Arbeit für das Unternehmen aufbringen soll, um dafür (auch) eine bestimmte Leistung zu erhalten. Diese Fokussierung empfiehlt sich, weil die meisten Unternehmen - auch die solidarökonomischen - vor dem Problem stehen, dass für potenzielle NutzerInnen ein Angebotsüberschuss herrscht: Es gibt viele AnbieterInnen, die ihnen Befriedigung ihrer Bedürfnisse versprechen, wenn auch zu unterschiedlichen individuellen und gesamtgesellschaftlichen Kosten. NutzerInnen zu überzeugen, ist daher meist eine Herausforderung. Bedürfnisse und Vorlieben von NutzerInnen sind individuell unterschiedlich. Dennoch kann man allgemeine Aussagen über user value treffen. Ein erster wichtiger Punkt ist: NutzerInnen wägen ab, welchen Nutzen Sie vom Angebot des Unternehmens haben, und welche Kosten ihnen dadurch entstehen. Diese Abwägung kann mehr oder weniger bewusst ablaufen und mehr oder weniger langfristig orientiert sein. Realistischer Weise ist diese Abwägung keine perfekt rationale Entscheidung eines homo oeconomicus , basierend auf vollständigen Informationen und unter Einbezug aller denkbaren relevanten Aspekte. Trotzdem kann es für die Analyse und Gestaltung von user value nützlich, s

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen