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Selbständige Lehrer in der gesetzlichen Rentenversicherung. Status quo und Handlungsbedarf von Bente, Dennis (eBook)

  • Verlag: Diplomica
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Selbständige Lehrer in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Die Versicherungspflicht von Selbständigen in der gesetzlichen Rentenversicherung ist schon immer Zankapfel von Politik, Interessenvertretungen und den Betroffenen selbst gewesen. Betrachten die einen eine Versicherungspflicht als eine sinnvolle Altersvorsorge in einem gesicherten System, so halten die anderen sie für eine unnötige und unrentable zusätzliche Belastung derer, welche ohnehin mit niedrigen Einkommen, Auftragsmangel und sinkender Zahlungsmoral ihrer Kunden zu kämpfen haben. Dennoch sind bestimmte Personenkreise, zum Teil seit vielen Jahrzehnten, Pflichtmitglieder in der gesetzlichen Rentenversicherung.

So auch die selbständigen Lehrer. Diese Selbständigen, welche vorwiegend als so genannte Solo-Selbständige tätig sind, können in vielen Bereichen tätig sein. So unterliegt sowohl der selbständige Fahrlehrer der Versicherungspflicht als auch der Fitness- oder Golftrainer. Alle haben neben der Versicherungspflicht gemeinsam, dass sie ihre Beiträge in voller Höhe selbst zu tragen haben, da kein Arbeitgeber vorhanden ist, der ihnen diese Belastung teilweise abnehmen würde. Gerade dieser Umstand, oftmals verbunden mit sehr niedrigen Honoraren, führt zu einer starken Belastung der selbständigen Lehrer. Es verwundert daher nicht, dass ein Großteil der Betroffenen der bestehenden Versicherungs- und Beitragspflicht nicht nachkommt. Eine unzureichende Altersvorsorge ist die Folge.

Die vorliegende Studie hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, die bestehende Versicherungspflicht und ihre Ausgestaltung unter Einbeziehung der tatsächlichen Gegebenheiten auf ihre Aktualität und Tragbarkeit für die Betroffenen zu untersuchen. Eine Musterlösung des "Problems" der Versicherungspflicht selbständiger Lehrer darf und kann nicht erwartet werden. Vielmehr sollen Handlungsalternativen und Denkansätze aufgezeigt werden, um notwendige Modifizierungen der bestehenden Rechtslage zur Angleichung an die Realität vorantreiben zu können. Letzten Endes bleibt es Aufgabe von Politik und Interessenvertretungen, eine für alle selbständigen Lehrer bezahlbare und ausreichende Altersvorsorge zu schaffen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 99
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783836615464
    Verlag: Diplomica
    Größe: 515 kBytes
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Selbständige Lehrer in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Kapitel 4.2.2, Beitragsbelastung und Reformmodelle

Die Tatsache, dass der versicherungspflichtige selbständig tätige Lehrer seinen Rentenversicherungsbeitrag in voller Höhe selbst zu tragen hat, stellt für viele der Betroffenen eine durch ihr niedriges Einkommen nicht tragbare Belastung dar. Die Beitragshöhe verbunden mit einem niedrigen Einkommen könnte damit ein Grund dafür sein, dass viele der tatsächlich versicherungspflichtigen selbständig tätigen Lehrer ihrer Versicherungspflicht nicht nachkommen. Fraglich ist aber, ob ein niedrigerer Beitrag allein zwangsläufig zu einer höheren Akzeptanz der Versicherungspflicht unter den selbständig tätigen Lehrern führen würde. So wird hinsichtlich der versicherungspflichtigen Künstler und Publizisten, welche den Beitrag nur in Höhe der Hälfte selbst zu tragen haben, ebenfalls davon ausgegangen, dass nicht alle von ihnen der Versicherungspflicht nachkommen. Es wird vermutet, dass auch andere Gründe, wie beispielsweise die alleinige Betrachtung der aktuellen finanziellen Situation verbunden mit einer Verdrängung der Risiken des Alters und der Erwerbsminderung sowie die generelle Ansicht, die private Vorsorge wäre in jedem Fall vorteilhafter, zu einer geringen Akzeptanz der Versicherungspflicht unter den Betroffenen führen.

Eine generelle Aussage hinsichtlich der Frage, ob ein Beitragssatz von derzeit 19,9% bei alleiniger Tragung zumutbar ist, lässt sich allerdings nicht pauschal treffen. Die Ergebnisse der durchgeführten Umfrage haben gezeigt, dass durch eine lehrende selbständige Tätigkeit Einkommen in nahezu allen Bereichen erzielt werden können. Auch hinsichtlich der Stundensätze von Honorarlehrkräften an Volkshochschulen ergeben sich beispielsweise Einkommen von 15 Euro bis 60 Euro. Eine genaue Bezifferung der selbständig tätigen Lehrer mit einem eher niedrigen Einkommen kann jedoch mangels entsprechender Daten nicht vorgenommen werden. Allgemein ist jedoch von sehr niedrigen Einkommen auszugehen, beispielsweise auch bei den Dozenten für Deutsch als Fremdsprache, welche aufgrund geringer, vorgegebener Teilnehmergebühren an manchen Weiterbildungseinrichtungen nur ein Honorar von 10 Euro je Stunde erhalten. In diesem Bereich ist es vielen Lehrern trotz einer Vollzeittätigkeit kaum möglich, ein angemessenes Nettoeinkommen zu erzielen. Auch eine von der Gewerkschaft ver.di eingerichtete Datenbank zeigt sehr oft sehr niedrige Honorare, zum Teil unter 9 Euro je Stunde. Nur wenige Weiterbildungseinrichtungen zahlen einen Zuschuss zur gesetzlichen Rentenversicherung an die bei ihnen selbständig tätigen Lehrer. Dieser Zuschuss wird auf freiwilliger Basis gezahlt und deckt zum Teil den Arbeitgeberanteil der Rentenversicherungsbeiträge ab. Da aber nur wenige Honorarlehrkräfte unter teilweise hohen Voraussetzungen, beispielsweise an den Umfang ihrer Stundenzahl, hiervon profitieren und diese Regelungen auch nur für Honorarlehrkräfte an Volkshochschulen vorhanden sind, jedoch nicht für alle anderen in Betracht kommenden Lehrtätigkeiten, ist dieses vorteilhafte Modell nur wenig verbreitet. Ausgehend von den obigen Überlegungen wurde von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und der Hans-Böckler-Stiftung ein Projekt in Auftrag gegeben, in welchem mehrere Konzepte zur Neuregelung der Absicherung von selbständig tätigen Lehrern erarbeitet wurden, welche hier kurz vorgestellt werden sollen.Um gerade die niedrigen Einkommen zu entlasten, werden grundsätzlich vier verschiedene Modelle vorgeschlagen. Zum einen wird vorgeschlagen, die Gleitzonenregelung für abhängig Beschäftigte auch auf die selbständig Tätigen zu übertragen. Dadurch würde sich die Belastung, hier noch ausgehen

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