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Vergesst die Krise! Warum wir jetzt Geld ausgeben müssen von Krugman, Paul R. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.05.2012
  • Verlag: Campus Verlag
eBook (ePUB)
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Vergesst die Krise!

Deutschland hat die Krise nicht verstanden, sagt Nobelpreisträger Paul Krugman. Sein neues Buch ist eine leidenschaftliche Anklage gegen die europäische und insbesondere die deutsche Sparpolitik. Er erklärt, dass Staaten, die reich sind an Ressourcen, Talent und Wissen - den wesentlichen Zutaten für Wohlstand und einen anständigen allgemeinen Lebensstandard -, in der jetzigen Lage nur durch Investitionen, also weitere Schulden auf Zukunftskurs steuern können. Eine schnelle und deutliche Erholung ist in greifbarer Nähe - einzig es fehlt die politische Weichenstellung. Krugmans Weckruf lautet: Wir sparen uns zu Tode!

"Merkels Gegner und wie sie die Welt sehen"
Die Zeit

Paul Krugman, geboren 1953, lehrt an der Princeton University und ist einer der bedeutendsten und bekanntesten Wirtschaftswissenschaftler der Welt. 2008 erhielt er den Wirtschaftsnobelpreis. Er gilt als der wichtigste politische Kolumnist Amerikas und als sprachgewaltigster Ökonom unserer Zeit. 2009 erschien bei Campus "Die neue Weltwirtschaftskrise".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 14.05.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783593417486
    Verlag: Campus Verlag
    Originaltitel: End this Depression now
    Größe: 2629 kBytes
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Vergesst die Krise!

EINLEITUNG: WAS KÖNNEN WIR TUN?
Dieses Buch handelt von der wirtschaftlichen Flaute, in der sich der Westen heute befindet - eine Flaute, die inzwischen ins fünfte Jahr geht und nicht den Eindruck macht, als würde sie in naher Zukunft enden. Natürlich gibt es inzwischen zahlreiche Bücher zur Finanzkrise des Jahres 2008, die den Beginn der gegenwärtigen Flaute markierte, und vermutlich werden weitere folgen. Doch in diesem Buch geht es um etwas anderes. Die meisten Autoren beschäftigen sich mit der Frage: 'Wie konnte das passieren?' Meine Frage lautet dagegen: 'Was können wir jetzt tun?'
Die beiden Fragen hängen zwar zusammen, aber sie sind keineswegs identisch. Wenn wir wissen, wie es zu einem Herzinfarkt kommt, wissen wir noch lange nicht, wie wir ihn behandeln müssen. Das gilt auch für Wirtschaftskrisen. Und heute sollte die Frage der Behandlung im Mittelpunkt stehen. Jedes Mal, wenn ich einen Fachartikel oder Kommentar dazu lese, wie sich künftige Finanzkrisen vermeiden lassen - und ich lese viele solcher Artikel -, werde ich ein bisschen ungeduldig. Natürlich ist das eine wichtige Frage, aber da wir uns noch immer nicht von der letzten Krise erholt haben, sollte der Aufschwung unsere oberste Priorität sein.
Wir leben noch immer im Schatten der wirtschaftlichen Katastrophe, die Europa und die Vereinigten Staaten vor vier Jahren heimgesucht hat. Das Bruttoinlandsprodukt, das normalerweise um 1 oder 2 Prozent pro Jahr wuchs, hat selbst in Ländern mit relativ guter wirtschaftlicher Entwicklung kaum das Vorkrisenniveau erreicht, und in einigen europäischen Ländern liegen die Verluste nach wie vor im zweistelligen Prozentbereich. Die Arbeitslosigkeit bleibt auf beiden Seiten des Atlantiks auf einem Niveau, das vor der Krise unvorstellbar war.
Diese missliche wirtschaftliche Lage lässt sich am ehesten verstehen, wenn wir akzeptieren, dass wir uns in einer schweren Krise befinden. Diese Krise reicht zwar nicht an die Weltwirtschaftskrise heran - oder tut das zumindest nur für wenige Menschen (etwa in Griechenland, Irland oder Spanien mit seinen 23 Prozent Arbeitslosigkeit und fast 50 Prozent Jugendarbeitslosigkeit). Trotzdem ist die Situation im Grunde dieselbe, die John Maynard Keynes in den 1930er Jahren beschrieb: 'Ein chronischer Zustand subnormaler Aktivität, der eine beträchtliche Zeit andauert, ohne eindeutig in Richtung Erholung oder vollständigen Zusammenbruch zu tendieren.'
Diese Situation ist nicht hinnehmbar. Einige Experten und Politiker scheinen sich schon damit zufrieden zu geben, den 'vollständigen Zusammenbruch' abzuwenden. Doch der 'chronische Zustand subnormaler Aktivität', der sich vor allem in hoher Arbeitslosigkeit niederschlägt, richtet bei den Menschen einen gewaltigen Schaden an.
Deshalb müssen Maßnahmen zu einer echten und vollständigen Erholung der Wirtschaft unsere oberste Priorität sein. Das Interessante ist, dass wir genau wissen, was wir zu tun haben. Wir sollten es zumindest wissen. Trotz der Unterschiede im Detail, die ein Dreivierteljahrhundert wirtschaftlicher, technischer und gesellschaftlicher Veränderungen bewirkt haben, befinden wir uns heute in einer ähnlichen Situation wie den 1930er Jahren. Dank der Analysen zeitgenössischer Wirtschaftswissenschaftler wie Keynes und der Erkenntnisse ihrer Nachfolger wissen wir heute, welche Maßnahmen die Politik damals hätte ergreifen müssen. Und diese Analysen sagen uns auch, was wir in der heutigen Krise tun müssten.
Leider nutzen wir dieses Wissen heute nicht, da zu viele Menschen in einflussreichen Positionen - Politiker, Beamte und eine Vielzahl von Meinungsmachern - beschlossen haben, die Lektionen der Geschichte und mehrere Generationen der Wirtschaftsanalyse kurzerhand über Bord zu werfen und dieses hart erarbeitete Wissen durch ideologisch und politisch genehme Vorurteile zu ersetzen. Die 'hochseriösen Experten', wie manche sie sarkastisch nennen, haben eine entscheidende Erkenntnis von Keynes auf den M

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