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Blender Warum immer die Falschen Karriere machen von Koidl, Roman Maria (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.04.2012
  • Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
eBook (ePUB)
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Blender

Sie sind schlechter ausgebildet, zeigen seltener soziale Kompetenz und sind längst nicht so engagiert wie ihre Kolleginnen. Sie verdienen mehr, arbeiten weniger und besetzen immer noch fast alle Top-Positionen: Blender. Warum? Roman Maria Koidl entlarvt den Blender, der zum Inventar jeder Firma gehört. Intriganten, Pöstchenjäger, Luftpumpen und Schlipswichser: Sie alle gehören zum Inventar einer ganz normalen Karriere von Frauen, die eigentlich nur eines wollen: die Aufgabe besonders gut und zuverlässig erledigen. Dabei treffen sie auf männliche Platzhalter, die sich, schlechter ausgebildet, sozial wenig kompetent und längst nicht so engagiert wie ihre weiblichen Kollegin-nen, durch den Büroalltag mogeln. Dafür sahnen Blender mehr Lohn ab und fallen auf magische Weise die Karriereleiter hinauf. Schonungslos entlarvt Roman Maria Koidl Strategien, Rhetorik und Taktik der Schaumschläger und erklärt, warum Frauen Blendern auch noch gern zuarbeiten, statt an die eigene Karriere zu denken.

Roman Maria Koidl, geboren 1967, arbeitet als Unternehmer und Publizist in Zürich. Er hat zahlreiche Start-up-Unternehmen u.a. im Bereich E-Commerce und digitale Medien gegründet. In Berlin betreibt er die gemeinnützige Kunsthalle Koidl, ein Forum für Sammler zeitgenössischer Kunst. Er veröffentlichte bisher sieben Sachbücher, darunter mehrere SPIEGEL-Bestseller und war Berater im letzten Bundestagswahlkampf.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 260
    Erscheinungsdatum: 26.04.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455850260
    Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
    Größe: 299 kBytes
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Blender

Angestellte
Der Konjunktiv-Mann

M irko ist ein Mann, der Leiden schafft. Er ist neununddreißig und Angestellter in einem Konzern für Bürosysteme, ohne weitere Aufstiegschancen, also Inhaber einer Karriere, die irgendwo zwischen narkotisiert und perspektivlos zu verorten ist. Gut an seinem Job sind jedoch zwei Dinge: Die Firma bietet vielen weiblichen Leistungsträgern Chancen, was Mirko recht eigennützig für sich zu nutzen weiß, und er hat einen Job im Außendienst, was ihm Freiräume verschafft. Abzurechnen gibt es zudem auch immer etwas. Mirko hat sich in der Wohlfühlzone eines Konzerns eingerichtet, den er im weitesten Sinn als Jagdgebiet für amouröse Anbandelungen versteht. Er ist groß und starrt auffallend oft nach unten. Seine Kolleginnen hielten das anfänglich für Schüchternheit, bis sie darauf kamen, dass Mirko grundsätzlich Brüste anstarrt. Dabei ist es egal, ob die Betreffende gerade ihre Ausbildung in seiner Abteilung begonnen hat oder in geselliger Runde in den Ruhestand verabschiedet wird. Es ist ein Zwang, ein Reflex, den er nicht unter Kontrolle hat.

Männer, die es sich in der Wohlfühlzone eines Unternehmens bequem gemacht haben, erkennt man an dem zur Meisterschaft geführten Leben im Konjunktiv. Es sind die "Man sollte" -, "Man müsste" -, "Man könnte mal" -Kollegen, die sich schon lange von der Realisierung von Plänen, Projekten und Perspektiven verabschiedet haben und in einer Welt der inhaltsleeren Ankündigung eines längst begrabenen Selbst leben. Mirko ist ein beruflicher Konjunktiv-Mann mit reichlich Zeit dafür, nach alternativen Betätigungsfeldern zu suchen. Sein Lieblingssatz ist: "Man müsste einen Puff aufmachen." Aber dazu hat Mr Balls nicht die Eier. Nach oben geht's im Job für ihn schon länger nicht mehr. Seitlich, in anderen Funktionen des Unternehmens, wo sich ihm vielleicht Aufstiegschancen böten, kann man keine Spesen abrechnen, und wer will schon nach unten? In Ermangelung von Aufgaben hat Mirko deshalb seine Freizeitbeschäftigung professionalisiert: Kolleginnen flachlegen. Die Erfolge hält er in einem ausgeklügelten Punktesystem fest. Praktikantin, geringer Schwierigkeitsgrad, ein Punkt, Auszubildende, ebenfalls geringer Schwierigkeitsgrad, zwei Punkte, Kollegin, zwei Punkte. Vorgesetzte, drei Punkte, Abteilungsleiterin, sieben Punkte, Frau vom Chef, höchster Schwierigkeitsgrad, zehn Punkte und damit volle Punktzahl. Das höchste der unsentimentalen Gefühle ist der sogenannte "High Mile Club", HMC genannt. Die Punktezahl bemisst sich nach der Flughöhe. Wer mag, kann sich in einem gleichnamigen Onlineportal mit seinem Score als Senator auch ohne spermizide Goldcard verewigen. Frauen wären entsetzt, wenn sie wüssten, wie viele Männer kleine Büchlein führen oder Slips in Kartons sammeln, um ihre Jagderfolge zu dokumentieren.

Mirko hat kleine Büchlein nicht nötig, er arbeitet mit einer "Access Datenbank". Seine Kolleginnen, die er andauernd bei irgendetwas am Computer um Hilfe bittet, haben nicht die leiseste Ahnung davon, dass Mirko überhaupt weiß, was "Access" ist. Mit diesem Programm hat Mirko eine kleine Software aufgesetzt, die ihm Informationen, Erlebnisse und Erfolge zu seinen Amouren auflistet. Und die sind zahlreich. Denn obwohl Mirko in seinem Job die innere Emigration pflegt und nur das Notwendigste unternimmt, um ihn nicht zu verlieren, braucht er das Neue, die Veränderung, den Wechsel als täglichen Kick. Mirko geht es um ein müheloses Leben. Sein Lieblingsbuch ist Milan Kunderas Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins , und sein Credo lautet &raqu

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