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Brainwashed Wie die Lebensmittelindustrie unser Glücksempfinden verändert, mit Werbung unsere Bedürfnisse manipuliert - und wie wir uns dagegen wehren können von Lustig, Robert H. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.07.2018
  • Verlag: riva
eBook (ePUB)
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Brainwashed

Während der Recherche für seinen Bestseller Die bittere Wahrheit über Zucker machte Robert Lustig eine alarmierende Entdeckung: Unser Streben nach Glück wird von Abhängigkeit, Sucht und Depressionen gestört - eine kulturelle Entwicklung, die unumkehrbar scheint. In Brainwashed befasst sich der Bestsellerautor mit unserem hormongesteuerten Empfinden von Glück und zeigt, wie diese biochemischen Prozesse aktiv von außen beeinflusst werden können - eine Methode, die sich vor allem die großen Lebensmittelkonzerne zunutze machen. Mit gezielter Werbung manipulieren sie unsere Bedürfnisse und beeinflussen unser Empfinden von Glück. Die entscheidenden Botenstoffe für unser Glücksempfinden sind Dopamin und Serotonin. Nur wenn beide im richtigen Verhältnis stehen, sind wir ausbalanciert und wirklich glücklich. Dopamin steht für Belohnung. Schüttet unser Gehirn zu viel davon aus, führt das zu einer Abhängigkeit - ein gutes Beispiel für diese Art der Abhängigkeit ist Zucker. Serotonin hingegen signalisiert uns, dass wir zufrieden sind und genug haben, ein Mangel versursacht häufig Depressionen. Stress, Hektik, ständige Erreichbarkeit und vor allem der Überfluss an Konsumgütern führen zu einem Dopaminüberschuss und somit zu einem Ungleichgewicht beider Botenstoffe. In der Folge verlernen wir glücklich zu sein. Mit ihrem perfiden Marketing hat die Lebensmittelindustrie einen großen Teil dazu beigetragen und uns in eine endlose Spirale aus ständigem Verlangen und schneller Befriedigung durch Konsum hineingezogen. In diesem Buch erklärt Robert Lustig auf kluge und prägnante Weise die Wissenschaft hinter dieser Gehirnwäsche und bietet Lösungen, wie wir uns gegen den manipulativen Einfluss der Industrie wehren können und wieder zurück auf den richtigen Weg zum Glück finden.

Dr. Robert H. Lustig ist Professor für Pädiatrie im Fachbereich Endokrinologie und Mitglied des Instituts für Health Policy Studies an der University of California in San Francisco. Er erwarb einen Bachelor of Science am MIT, einen Doktor der Medizin am Cornell University Medical College sowie einen Masterabschluss in Rechtswissenschaften am U.C. Hastings College of the Law. Sein Spezialgebiet ist die Neuroendokrinologie, die sich mit dem Zusammenhang von Hormonsystem und Nervensystem befasst. Als Vorstand der EatREAL-Organisation engagiert er sich zudem für die Eindämmung von Fettleibigkeit und Diabetes-Typ 2 bei Kindern. Sein erstes Buch, Die bittere Wahrheit über Zucker, war sowohl in den USA als auch in Deutschland ein großer Erfolg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 09.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783745301076
    Verlag: riva
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Brainwashed

Einleitung

Glück ist weder Tugend noch Vergnügen noch dieses Ding noch das, sondern einfach Wachstum. Wir sind glücklich, wenn wir wachsen. John Butler Yeats in einem Brief an seinen Sohn William Butler Yeats, 1909 Wir waren alle einmal jung. Vermutlich können Sie sich, ebenso wie ich, noch an die schönsten Augenblicke Ihrer Kindheit erinnern, die noch heute ein Lächeln in Ihr Gesicht zaubern oder Sie zu Tränen rühren. Die Kindheit ist die Phase des Lebens, in der sich der Verstand entwickelt, nicht nur, weil Kinder ständig Neues erlernen, sondern auch, weil sie so experimentierfreudig und neugierig sind. Sie probieren gerne neue Konzepte und Strategien aus. Die Kindheit sollte die Lebensphase sein, in der der Glücksballon hoch über dem Alltäglichen schwebt. Die meisten Kinder machen schon ein Marmeladenbrötchen, ein Fahrrad und eine Gutenachtgeschichte glücklich. Ich bin auch deshalb Kinderarzt geworden, weil ich an diesem Wunder und der Freude des Wachstums teilhaben und es in die richtigen Bahnen lenken will. Im Schnelllauf spulen wir jetzt einmal 40 Jahre vor. Kinder wachsen immer noch - doch zu meinem großen Bedauern eher in die Breite als in die Höhe, wie ich in meiner Kinderklinik täglich feststelle. Manchen von ihnen werden Medikamente verordnet, die früher nur Erwachsenen verschrieben wurden, zum Beispiel Metformin zur Senkung des Blutzuckerspiegels bei Diabetes Typ 2 oder der Blutdrucksenker Benazepril. Und der wunderbare Glücksballon hat mittlerweile so viel Luft verloren, dass er sich kaum noch in der Luft halten kann. An seine Stelle getreten sind so banale, alltägliche Dinge wie Capri-Sun, Netflix und Snapchat. Ich höre Sie förmlich sagen, dass sei eben der Fortschritt, die Bequemlichkeit, die technische Entwicklung oder auch unsere Kultur der sofortigen Befriedigung. Man kauft sich etwas und ist glücklich. Oder etwa nicht? Was wäre, wenn uns all diese Annehmlichkeiten, die ganz offensichtlich nur zu einem Zweck geschaffen und vermarktet werden - nämlich uns glücklich(er) zu machen -, genau das Gegenteil bewirkten? Wenn sie uns also unglücklich machen? Was, wenn es dadurch zu einer Gehirnwäsche gekommen ist und wir gar kein Glücksgefühl mehr empfinden können? Was, wenn unsere Kinder nichts anderes als die Kanarienvögel in einer Kohlemine sind? Was, wenn auch Ihre Kolleginnen und Kollegen, Freunde, Verwandte und Sie selbst davon betroffen sind? Wäre das gut oder schlecht? Und wenn es gut wäre, für wen wäre es dann gut? Vergnügen und Glück sind einander sehr ähnlich, da sich beides gut anfühlt. Doch Yeats kannte den Unterschied. Seit Anbeginn der Zeit haben Philosophen versucht, diesen beiden angenehmen Gefühlen auf den Grund zu gehen. Diese dem Menschen vorbehaltenen Empfindungen besetzen gemeinsam, aber auch jede für sich, große Areale unseres Bewusstseins, sind großes Thema in der Literatur und auch im nationalen und internationalen Diskurs. Während sich Philosophen und Sozialwissenschaftler die letzten 3000 Jahre damit befasst haben, diese beiden Begriffe für uns zu klären und immer wieder neu zu definieren, ist etwas Ungewöhnliches und wahrscheinlich Unheilvolles mit diesen beiden positiven Emotionen passiert, die zwar verwandt, aber dennoch sehr unterschiedlich sind. In den letzten 40 Jahren wurden wir Zeuge, wie sich die negativen Extreme dieser beider Gefühle epidemieartig ausbreiteten: Sucht (aufgrund von zu viel Vergnügen) und Depressionen (aufgrund mangelnden Glücksempfindens). Zugleich haben wir in den vergangenen vier Jahrzehnten so vieles über das Gehirn und seine Funktionsweise herausgefunden, dass es uns nun möglich ist, diese beiden Emotionen auf biochemischer Ebene zu sezieren und zu analysieren. Sind natürliche Ursachen dafür verantwortlich, dass immer mehr Menschen suchtkrank oder depressiv werden? Haben diese beiden Entwicklungen etwas miteinander zu tun? Ode

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