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Die Knigge-Kur So befreien Sie sich von unsinnigen Benimmregeln und falschen Karrierehelfern von Oppel, Kai (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.11.2015
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
16,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Die Knigge-Kur

Selbstbestimmer statt Businessmarionette: Wir arbeiten so schnell wie nie, so viel wie nie und sehen dabei so gut aus wie nie. Scheinbar. Denn die Beschleunigung reißt uns mit. Jede zusätzliche App, jeder weitere Schritt zu mehr Effizienz und jeder neue Erfolg machen uns im Berufsleben nicht freier - sondern abhängiger. Immer mehr fühlen sich fremdbestimmt - von E-Mails, von Terminen, von Zwängen. Die Folgen sind Stress, Burnout und sogar Mobbing. Was hätte wohl Freiherr von Knigge dazu gesagt? Denn: Knigge ist mehr als Krawatte binden, Sakko korrekt knöpfen, galant E-Mails jonglieren. Business-Knigge ist mehr als mit Etikette Karriere machen. Knigge heißt: Frei sein. Souverän sein. Man selbst sein. Diese Knigge-Kur zeigt, was wirklich wichtig ist. Sie zeigt, wie Sie die Strippen der Business-Marionette, zu der viele mutiert sind, durchschneiden. Die Knigge-Kur zeigt, wie wir im Berufsalltag mit Werten wie Nachhaltigkeit, Fairness und Mündigkeit wieder die Kontrolle zurückgewinnen. Ein Manifest und Ratgeber in Zeiten digitaler, beschleunigter und mobiler Herausforderungen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 254
    Erscheinungsdatum: 19.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406681158
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 5784 kBytes
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Die Knigge-Kur

49 Miese Stimmung, Stress, Burn-out: Warum Etikette krank und kaputtmachen kann

"Ärzte warnen vor Smartphone-Nacken", titelte im November 2014 die Süddeutsche Zeitung. Darunter zu sehen war eine Grafik, die ähnlich dem Bild der Evolution vom gebückten Affen zum aufrecht gehenden Homo sapiens einen Menschen zeigt, der am Anfang gerade steht und am Ende gebückt. Der Artikel beginn mit dem Satz: "Wer sagt eigentlich, dass mit dem aufrechten Gang bereits das Ende unserer evolutionären Verwandlung erreicht sein soll?" In dem Text warnt der New Yorker Chirurg Kenneth Hansraj davor, dass der permanente Blick auf das Smartphone die Anatomie verändern könne. Der Durchschnittshandynutzer starrt aufs Jahr gerechnet bis zu 1.400 Stunden auf sein Smartphone. Je schiefer dabei der Kopf gehalten wird, desto größer die Belastung für die Halswirbelsäule.

Ich wage die Behauptung aufzustellen, dass ein Großteil der heutigen erlebten Unaufmerksamkeit darauf zurückzuführen ist, dass wir schlicht unsere Umwelt nicht mehr wahrnehmen. Die Mehrheit starrt unentwegt auf ihr Handy. Der Handyblick als Tunnelblick. Und falls wir doch einmal versehentlich vom Display aufschauen und etwas bemerken, eine ältere Frau etwa, die den Sitzplatz vielleicht besser gebrauchen könnte als man selbst, dann kann uns der verstohlene Blick zurück auf das Smartphone sogleich die Entschuldigung liefern, doch nicht handeln zu müssen; ganz nach dem Motto - "Ich muss noch schnell die E-Mails checken. Da bleibt jetzt keine Zeit für andere."

Doch nicht nur unser Skelett scheint in Gefahr, sondern ebenso unsere Denkzentrale. "Wischen auf dem Smartphone verändert das Gehirn", heißt es in einer Veröffentlichung der Tageszeitung "Die Welt". Schweizer Forscher haben demnach herausgefunden, dass das 50 Wischen über Smartphone- und Tabletbildschirme messbare Spuren im Gehirn hinterlässt, besonders in der Großhirnrinde. Das Resümee der Forscher lautet, dass die digitale Technik, die wir im Alltag nutzen, die Sinnesverarbeitung im Gehirn formt.

In einem anderen Artikel dürfen wir erfahren, welchen Sehstress Smartphones verursachen. Das menschliche Auge sei nicht für die digitale Welt gemacht. Der häufige Blickwechsel zwischen nah und fern strenge die Augen an, was nicht ohne Folgen bleibe. Auch das Arbeitsgedächtnis leide. Christian Montag ist Professor für molekulare Psychologie an der Universität Ulm und erklärt: "Unser Gehirn ist überlastet." Das Gehirn könne die zahlreichen Informationen nicht alle gleichzeitig verarbeiten.

Das ist ja alles furchtbar, mögen Sie sich jetzt vielleicht denken! Das haben Sie doch schon immer gewusst! Weg mit den Smartphones! Weg mit den Tablets! Weg mit dem Internet überhaupt! Doch so einfach geht das leider nicht. Warum? Versuchen Sie einmal, einem Süchtigen seine Droge wegzunehmen. Die schlimmsten Ergebnisse der aktuellen Forschungslage habe ich Ihnen nämlich bis jetzt vorenthalten: Ein Prozent der Deutschen gelten als internetsüchtig. Das Abrufen von E-Mails stimuliert ähnliche Hirnareale wie Sex, weshalb viele immer mehr wollen. Mindestens eine halbe Million Deutsche surfen nach einer anderen Erhebung des Gesundheitsministeriums mehr, als ihnen guttut. Die Businessmarionetten von heute hängen nicht an dünnen Fäden, die sich einfach so durchschneiden lassen. Meist sind es schon ziemlich dicke Stricke.

Im ersten Kapitel haben wir einen Blick auf sieben aktuelle Strömungen in Alltag und Berufsleben geworfen. Sieben Strömungen, die nicht nur einen erheblichen Anteil daran haben, dass wir die Tage im Büro als zunehmend kälter wahrnehmen. Die beschriebenen Knigge-Feinde wie Beschleunigung oder Effizienzwahn führen noch zu einem ganz anderen Problem: Sie können uns krank machen. Wohl dem, der das hektische Berufsleben einfach als krank bezeichnen kann, aber noch irgendwie mithält im Hamsterrad. Viele Menschen schaffen das nicht mehr. Sie haben Etikette mit Umgangsformen verwec

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