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Murks? Nein danke! Was wir tun können, damit die Dinge besser werden von Schridde, Stefan (eBook)

  • Verlag: oekom
eBook (PDF)
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Murks? Nein danke!

Murks sind Drucker, die plötzlich ihren Betrieb einstellen, Küchengeräte, die nach wenigen Minuten heiß laufen, Waschmaschinen mit einer Reihe eingebauter 'Kaputtinnovationen'. Wenn Ihnen das bekannt vorkommt und Sie sich auch schon gefragt haben, ob hier alles mit rechten Dingen zugeht, dann ist 'Murks? Nein danke!' Ihr Buch. Für Stefan Schridde steht fest, dass derartige 'Fehler' nicht selten Teil des Geschäfts sind. Vieles geht absichtlich immer schneller kaputt - oftmals kurz nach Ablauf der Garantie. Was ist dran am Vorwurf des 'eingebauten Defekts', an der 'geplanten Obsoleszenz', wie das Phänomen im Fachjargon genannt wird? Werden wir wirklich systematisch betrogen, oder werden die Unternehmen durch den 'Geiz ist geil'- Preiskampf gezwungen, billig zu produzieren? Lohnt es sich tatsächlich nicht mehr, Dinge so herzustellen, dass sie lange halten? Mit haarsträubenden Geschichten entführt uns Schridde in eine Welt, in der mit allen Tricks versucht wird, Reparaturen zu erschweren und Geräte nach kurzer Zeit unbrauchbar zu machen - und zeigt gleichzeitig auf, wie wir dem Murks ein Ende setzen können. Seine viel beachtete Bewegung MURKS? NEIN DANKE! fordert von Produzenten, Handel und Politik, den geplanten Verschleiß zu beenden, und ermutigt uns alle, neue Wege zu gehen - damit die Dinge besser werden.

Stefan Schridde gründete 2012 die Plattform 'MURKS? NEIN DANKE!' und trägt mit seinen mehr als 20.000 Followern wesentlich zur Debatte über die schadhaften Folgen von geplanter Obsoleszenz in ganz Europa bei. Er steht dazu in direktem Austausch mit Ministerien, Behörden, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Gewerkschaften, NGO und weiteren befreundeten Netzwerken. Im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen erstellte er 2013 die viel beachtete Studie 'Geplante Obsoleszenz - Entstehungsursachen, Konkrete Beispiele, Schadensfolgen, Handlungsprogramm' (Co-Autoren: Christian Kreiß und Janis Winzer). An der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin lehrt er seit 2014 in den Fachbereichen Ingenieurwissenschaften und Gestaltung zu dem Themenfeld der geplanten Obsoleszenz. Er ist Vorstand der gemeinnützigen Verbraucherschutzorganisation 'MURKS? NEIN DANKE! e.V.' mit Sitz in Berlin.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 256
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783865818805
    Verlag: oekom
    Größe: 1942 kBytes
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Murks? Nein danke!

Murks ist ...
wenn die Waschmaschine Flecken macht

Während man in der britischen Kolonie Massachusetts im Jahr 1691 darüber diskutierte, ob man das indianische Muschelgeld "Wampun" zum offiziellen Zahlungsmittel machen sollte, und sich dann doch dafür entschied, mit der "Bill of credits" das erste Papiergeld in Amerika aufzulegen, während in Frankreich der Mathematiker Papin eine Maschine konstruierte, die mittels Dampf angetrieben wurde und ein ganz neues Zeitalter einleitete, und in Nürnberg ein Instrumentenbauer aus einer Trompete die erste Klarinette baute, meldete in England der Ingenieur John Tyzacke ein Gerät zum Patent an, mit dem man Wäsche mechanisch waschen konnte. Die erste Waschmaschine wurde im selben Jahr erfunden wie die Dampfmaschine – 1691. Im ausgehenden 17. Jahrhundert, das von den großen Religionskriegen, Hexenverfolgung und in Mitteleuropa der Belagerung von Wien durch die Türken geprägt war, begann sich langsam das Licht der Aufklärung zu verbreiten. Man forschte und nutzte die Naturgesetze, um das Leben der Menschen zu verbessern. "Die Waschmaschine war revolutionärer als das Internet." Ha-Joon Chang, "23 Lügen, die sie uns über den Kapitalismus erzählen" Die Waschmaschine gehörte seitdem zu diesen Errungenschaften, und sie hat dazu beigetragen, die Hausarbeit, die meist von Frauen erledigt werden musste, einfacher zu machen. Die eigentliche Veränderung bei der großen Wäsche kam für die meisten Menschen einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Marktreife der vollautomatischen Waschmaschine, wodurch sie für den Privathaushalt erschwinglich wurde. Inzwischen gehört der Waschvollautomat bei uns zum Standard einer Wohnungseinrichtung. Das Wisch-Wasch-Prinzip Die Waschmaschine (WaMa) funktioniert seit fünfzig Jahren im Prinzip nach demselben Verfahren. Die Wäsche wird in eine Trommel gefüllt, die Maschine zieht sich Wasser aus der Leitung, sodass die Wäsche zum Teil im Wasser liegt. Das Wasser wird erwärmt, und durch Vor- und Rückwärtsrotieren der Trommel, Ruhephasen und mithilfe von Waschmittel und mechanischer Reibung wird die Wäsche gereinigt, dann gespült und gegebenenfalls geschleudert und getrocknet. Das ist effektiv, geht schnell und im Prinzip unkompliziert. Tatsächlich ist jedes Detail, jede Steuerung, Temperatur, die Dauer des Einweichens, der Vorwäsche, der Hauptwäsche, des Spülens und Schleuderns inzwischen durch Erfahrung und Elektronik optimiert, und man wäre inzwischen in der Lage, eine Waschmaschine zu bauen, die mindestens dreißig Jahre lang mit nur geringen Reparaturen und Wartungen arbeiten könnte. Die im gewerblichen Bereich eingesetzten Maschinen zeigen bereits eine deutlich längere Nutzungsdauer als die entsprechenden Produkte im Konsumgüterbereich. Die Methode, dass Wasser, Wärme, Waschmittel und Mechanik zusammenwirken, hat sich nicht grundlegend geändert. Und auch das Waschgut ist heute nicht schwieriger zu bearbeiten, sondern eher leichter zu reinigen. Man sollte also vermuten, dass sich dies positiv auf die Haltbarkeit der Waschmaschinen auswirkt. So viel Innovation muss sein. Teurer ist besser? Gut muss nicht teuer sein Tatsächlich ist es aber so, dass sich die durchschnittliche Lebensdauer von Waschmaschinen von 12 auf 6,5 Jahre verringert hat. Neue Geräte – das zeigt ein Waschmaschinenvergleich – sind nicht besser und haltbarer als alte, ich würde sogar sagen, in vielen Fällen wurde der Waschvollautomat "kaputtoptimiert&

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