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Sei nicht authentisch! Warum klug manchmal besser ist als echt von Wachtel, Stefan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.11.2014
  • Verlag: Plassen Verlag
eBook (ePUB)
17,99 €
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Sei nicht authentisch!

Was lernen wir aus dieser amüsanten Anekdote? Es reicht nicht, einfach nur 'ich selbst' zu sein. Wir können mehr aus uns machen. Und wir werden dafür belohnt. In seinem neuen Buch sagt Stefan Wachtel: Wir alle sollten im richtigen Film spielen, also unsere 'Rolle' beherrschen. Und wir sollten 'liefern'. Der Topmanager wird nicht dafür bezahlt, dass er sich auf sein 'natürliches Talent' verlässt und bei der Bilanzpressekonferenz das sagt, was ihm gerade in den Sinn kommt. Und der Spitzenpolitiker sollte auch nicht reden, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Wenn wir an unserem Eindruck arbeiten, schlagen wir die 'fachlich' Guten. Wachtel zeigt, wie viel Arbeit dahintersteckt.

Wenn Dr. Stefan Wachtel von ExpertExecutive über Außenwirkung spricht, hören Spitzenpolitiker ebenso hin wie DAX-Vorstände. Der Sprechwissenschaftler ist einer von Deutschlands renommiertesten Executive Coaches. Auch TV-Moderatoren der ARD und des ZDF, Fußballbundesliga-Trainer und Piloten gehören zu seinen Kunden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 03.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864702235
    Verlag: Plassen Verlag
    Größe: 1017 kBytes
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Sei nicht authentisch!

Kapitel I.

Seien Sie gern Sie selbst. Aber machen Sie was daraus

1 Ehrlich nichtauthentisch - Wie das Unechte Tausende Menschenleben rettet

Als Adolfo Kaminsky seinen ersten Ausweis fälschte, in seinem späteren Labor mit dem Geruch des Holztisches, von Tinte und echter Feder, da trug er einen sehr französischen Namen ein, Julien Adolphe. Er schrieb mit der Schrift eines kleinen Standesbeamten langsam die Buchstaben auf den gerade gebastelten Karton. Nicht nur das, alles musste er sich mühsam aneignen. Er verschlang Chemiebücher, in denen die Zusammensetzung von Tinte und Klebstoff erklärt war, und dass blaue Waterman-Tinte mit Milchpulver löschbar ist. Adolfo Kaminsky ist argentinischer Jude, der in Frankreich lebte, mit einem gelben Stern auf seiner Jacke, die deutschen Besatzer verlangten das. Es war das Jahr 1943. Die Résistance gegen Hitlerdeutschland verlangte es, dass er fälschte. Und sein Gerechtigkeitsgefühl verlangte es.

Als Adolfo Kaminsky erneut zum Fälscher wurde, unterstützte er viele Hundert Landsleute, die nach Palästina auswandern wollten und von den Briten abgewiesen wurden. Als sich abzeichnete, dass Israel selbst in der Verfassung Menschen nach Religion trennt, blieb er selbst lieber in Paris zurück. Die nächste Gelegenheit kam bald. Unterstützer des algerischen Freiheitskampfes brauchten seine Dienste und wieder diente er der Menschlichkeit. Die Schweizer Ausweise waren immer am schwersten zu fälschen, wegen des besonderen Papiers, aber Adolfo schaffte schließlich auch das, durch Mullbinden, die er bei Papierherstellung einwob. Ein drittes Mal wurde er der Meisterfälscher einer ganzen Bewegung. Seinen falschen Namen, er hatte sich im Auftrag der jüdischen Freiheitsbewegung Alija Bet ja selbst einen Ausweis gemacht, behielt er gleich bei, Julien Adolphe Keller.

Schließlich war seine Aufgabe das Fälschen von Geld - der Widerstand gegen den Algerienkrieg wollte durch große Mengen Falschgeld die französische Wirtschaft destabilisieren. Kein einziger der Scheine wurde je verwendet. Als der Algerienkrieg plötzlich vorbei war, verbrannte Adolfo die Scheine - es brauchte Wochen, wegen der guten Qualität. Adolfo Kaminsky würde heute noch arbeiten. Jeden einzelnen Ausweis würde er heute wieder fälschen - weil er mit der Herstellung von Unechtem Leben retten kann. Das ist mehr als eine hübsche Geschichte. Es ist eine Gelegenheit, klarzustellen, dass nicht nur das Authentische ehrenwert ist, sondern öfter als wir denken auch seine professionelle Weiterentwicklung.
2 Warum manche
einen besseren Eindruck machen

Jemand kommt herein, man spürt, er wird gut rüberkommen, er wird Wichtiges beitragen, er zieht andere an, er hat die Situation in der Hand. Vor allem aber: Er passt, so wie er jetzt scheint, in die Landschaft. Alles stimmt, von der Kleidung bis zu den Worten. Er ist im richtigen Film.

Er beginnt zu reden, wenige, klare Worte, unaufgeregte Gesten. Und vollends aufmerksam werden wir, wenn er sich im Raum bewegt. Die Person steht kurz in der Nähe des Ausgangs, macht einige Schritte, dann wendet sie sich den Anwesenden zu. Es scheint, als sei jetzt für jeden ein Lächeln da, ein kurzer Blick.

Ist er so? Oder was ist das, was ihn so erscheinen lässt? Hat er das mitbekommen, in den Genen? Oder hat er etwas vorbereitet, etwas gelernt? Macht er das zum ersten Mal oder jedes Mal so - oder jedes Mal anders? Wenn wir uns dafür interessieren, wer das ist, sind wir erstaunt: Er ist kein Schauspieler, auch nicht unbedingt einer "aus gutem Haus", der es einfach hatte. Mein Klient war ein Durchschnittsjunge mit Pickeln und Nickelbrille, der nie im Mittelpunkt stand. Er hat irgendwann Mathe

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