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Das große tiefe Blau Von Yeti-Krabben, leuchtenden Medusen und anderen Geheimnissen des Meeres von Rogers, Alex (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.11.2019
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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Das große tiefe Blau

Die faszinierende Geschichte des geheimnisvollsten Ökosystems der Erde Die Ozeane bilden den größten Teil unseres Planeten, mit Bergen, höher als die höchsten Gipfel an Land, und Schluchten, die tiefer sind als der Mount Everest hoch ist. Doch nur ein Bruchteil dieser gewaltigen Welt unter Wasser ist erforscht. Alex Rogers, einer der international führenden Meeresforscher, hat auf zahllosen Expeditionen in die Tiefsee wundersame unbekannte Lebewesen am Grund des Pazifiks untersucht, Korallenriffe im Nordantlantik entdeckt, heiße Quellen antarktischer Seen erkundet und nachgewiesen, dass es entgegen bisheriger Annahmen auch in 6.000 Metern Tiefe vielfältiges Leben gibt. Packend schildert Rogers seine Abenteuer und erklärt die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft, denn je mehr Geheimnisse dieser Biosphäre entschlüsselt werden, desto eher lässt sich ein Weg finden, ihren drohenden Verfall aufzuhalten. Alex Rogers verbrachte als Kind die Ferien zumeist bei seinem Großvater, einem Fischer an der irischen Küste, und die Faszination der See hat ihn tief geprägt. Heute ist er Meeresbiologe, Professor für Conservation Biology in Oxford und einer der international bedeutendsten Ozeanforscher. Er ist Mitglied diverser Forschungsgruppen, wissenschaftlicher Direktor des Internationalen Programms zur Lage der Ozeane (IPSO) und berät die UN, Greenpeace, den WWF und die G8-Länder.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 15.11.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423436625
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Originaltitel: The Deep: The Hidden Wonders of Our Oceans and How We Can Protect Them
    Größe: 9402 kBytes
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Das große tiefe Blau

PROLOG

Der tiefste Teil des Ozeans hat bislang noch nicht einmal so viel menschlichen Besuch bekommen wie der Mond. Bis ins Challengertief im westpazifischen Marianengraben sind bis heute ganze drei Personen hinabgetaucht, während auf dem Erdtrabanten schon zwölf Astronauten standen. Dieses Missverhältnis hat komplizierte Gründe. Die Weltraumerkundung löste stets Staunen und Ehrfurcht aus - als ein gefährliches und heldenhaftes Abenteuer, das die Fantasie beflügelt: Die Menschheit überwindet die letzten Grenzen in dem Versuch, den eigenen Platz im Universum zu verstehen. Faszinierend sind auch die aufregende Technik und die einzigartigen Bilder, die futuristischen weißen Raumanzüge mit ihren spiegelblanken Visieren, die gewaltigen Raketen und jetzt sogar Raumflugzeuge. Von der Apollo-11-Mission 1972, der letzten, die Menschen auf den Mond brachte, stammt die zur Ikone gewordene Weltraumaufnahme von der Erde als einer blauen Kugel, die anschaulich zeigt, dass die Oberfläche unseres Planeten hauptsächlich von Wasser bedeckt ist.

Ich stellte mir immer vor, dass zu der Zeit von Ferdinand Magellan, Christoph Kolumbus oder später James Cook Erkundungsreisen in die Weltmeere so spannend und sicher ebenso herausfordernd waren wie heute Reisen durchs All. Aber wir haben irgendwie aus dem Blick verloren, was unter der Meeresoberfläche liegt und warum es wichtig ist, dass wir es herausfinden. Bis heute blieb der Großteil dieser scheinbar unberührten Weiten - das größte Ökosystem der Erde - dem menschlichen Auge verborgen, ganz zu schweigen davon, dass Wissenschaftler sie erkundet oder erforscht hätten. Die meisten Menschen, die - vielleicht von einer Küstenstadt aus oder im Urlaub am Meer - auf den Ozean hinausblicken, sehen einfach nur die Meeresoberfläche. Viele gehen schwimmen, Abenteuerlustigere mögen schnorcheln und dabei ein paar hübsche Fische entdecken, die in geringer Wassertiefe leben. Nur wenige erkunden bei Tauchgängen die Oberflächenschicht des Meeres, die gewissermaßen dessen Haut bildet. Leicht vergisst man, dass der Ozean durchschnittlich 4200 Meter tief ist und im Marianengraben bis auf fast 11 000 Meter abfällt. Im Challengertief könnte man mühelos den Mount Everest versenken. Die Weltmeere sind entlegene Weiten, die sich nicht nur unserer Wahrnehmung entziehen, sondern wenn überhaupt, dann zumeist mit schlechten, ja erschreckenden Nachrichten bedacht werden, sei es von Überfischung, Verschmutzung oder der schleichenden Auswirkung des Klimawandels. So gewaltig sind viele dieser Probleme, dass manche von uns sie einfach ausblenden. Wir blicken lieber nicht in die Tiefe auf das Desaster, das wir selbst anrichten, sondern hinauf in den wunderbaren Weltraum. Vielleicht bietet das All, wie manche behaupten, eine Fluchtmöglichkeit, um unseren zerstörten Planeten zu verlassen. Sie glauben an eine neue Chance, sich anderswo häuslich niederzulassen. Aber ich bleibe überzeugt, dass wir uns stattdessen in den heimischen Gefilden umschauen müssen.

Ich habe die letzten 30 Jahre damit zugebracht zu verstehen, wie das Leben in den Ozeanen verteilt ist. 2016 habe ich bei der Nekton Foundation einen Tauchgang zur Plantagenet Bank unternommen, einem Seeberg, der nur 40 Kilometer südlich von Bermuda Island liegt. Dieser schlummernde Vulkan erhebt sich aus einer Tiefe von über 2000 Metern bis auf 40 Meter unter der Wasseroberfläche. Im Kalten Krieg hat er eine U-Boot-Abhörstation beherbergt. Auf seiner Spitze stand ein Stahlturm, an dessen unter Wasser liegenden Resten noch heute ein Konglomerat aus Kabeln herabhängt. Einst an die Horchgeräte angeschlossen, ziehen sie sich wie ein Netz über die steilen Flanken des Vulkans. Weil der Turm "Argus" hieß, wurde der Unterwasserberg in Argus Bank umgetauft. Heutzutage ist er ein Ziel für Sportfischer, die vor Bermudas Küste Speerfisch, Thun oder anderes Meeresgetier jagen.

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