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Ornis Das Leben der Vögel von Reichholf, Josef H. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.04.2014
  • Verlag: Beck
eBook (ePUB)
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Ornis

'Ornis' meint die Vogelwelt, aber auch 'die Ornis' selbst, die Ornithologen. Einige wenige, die als Ornis beginnen, schaffen es sogar, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Wie der Autor. Ornis vermittelt seine ungebrochene Begeisterung für die Vögel. Das Buch zeigt, was sie sind und warum sie so erfolgreich wurden. Aber auch, wo die Probleme liegen - bei uns und global. Ornithologen dringen in die letzten unerforschten Winkel der Erde vor. Sie jagen nach Seltenheiten, üben sich in schwierigsten Ferndiagnosen und wissen oft besser Bescheid über die Vorgänge in der Natur als die dafür zuständigen Behörden. Was macht Vögel so faszinierend? Was sie können, das schaffen oder übertreffen wir nur mit aufwändigen technischen Hilfsmitteln. Manche Vögel prunken in schönstem Gefieder, andere singen phantastisch. Viele zieht es in die Großstädte. Die Vögel begeistern uns. Gegenwärtig gibt es rund 10.000 verschiedene Vogelarten. Einige Hundert Arten gibt es nicht mehr. Sie sind in den letzten Jahrhunderten ausgestorben. Etwa 1200 Vogelarten sind derzeit vom Aussterben bedroht. Es liegt in unserer Hand, ob sie überleben oder für immer verschwinden. Die Bemühungen, sie zu erhalten, werden am ehesten Erfolg haben, wenn die Lebensweisen der betreffenden Arten, ihre Ansprüche an die Umwelt, in der sie leben, gut genug bekannt sind. Dazu möchte dieses Buch einen Beitrag leisten. Prof. Dr. Josef H. Reichholf ist Zoologe. Als 'Orni' betätigte er sich seit seiner frühen Jugendzeit. Hauptberuflich Ornithologe wurde er 1974 mit der Übernahme der Sektion Ornithologie an der Zoologischen Staatssammlung in München. Die Vogelsammlung in diesem Forschungsmuseum, für die er bis zu seiner Pensionierung 2010 zuständig war, umfasst über 60.000 Vogelbälge von gut zwei Drittel aller existierenden Vogelarten. Die Bayerische Zoologische Staatssammlung gehört zu den zehn größten zoologischen Museen weltweit. Josef Reichholf wirkte zudem 20 Jahre lang als Generalsekretär der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern, veröffentlichte viele vogelkundliche Arbeiten und lehrte Ornithologie an der Universität München. Forschungsreisen führten ihn in alle Kontinente. Besondere Forschungsschwerpunkte bilden die Evolution der Vogelfeder, die Entstehung der Artenvielfalt der Vögel und die Auswirkungen der Landwirtschaft auf die Vogelwelt. Er gilt als einer der prominentesten deutschen Naturwissenschaftler und ist Träger zahlreicher Auszeichnungen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 17.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406661365
    Verlag: Beck
    Größe: 10663 kBytes
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Ornis

Teil 2 – Die Natur der Gefiederten

Was macht einen Vogel zum Vogel?

Vögel kann man eigentlich nicht mit anderen Tieren verwechseln. Ein Vogel ist ein Vogel, das sieht man auf den ersten Blick. Tatsächlich zeichnen sich die Vögel durch ihre Eigenständigkeit aus. Ein einziges Merkmal genügt zu ihrer Kennzeichnung, und das ist die Feder. Sie macht den Vogel zum Vogel. Bei keiner anderen Tiergruppe tun wir uns so leicht, sie von anderen zu unterscheiden. Wir nehmen uns die Feder daher besonders vor. Doch so bezeichnend sie auch ist, so wenig würde sie allein ausreichen, das Leben der Vögel und ihre Besonderheiten zu charakterisieren. Weitere Eigenschaften gehören zum Vogelleben, die erst in ihrem Zusammenwirken "den Vogel" ergeben. Manche bemerken wir sogleich, wenn wir uns ein Vögelchen am Futterhaus, die Enten und Gänse am Teich oder Hühner auf dem Hühnerhof ansehen.

Die Grundeigenschaften vermitteln uns so etwas wie eine Rangfolge der Bedeutung. Alle Vögel tragen Federn (1.), alle sind sie Zweibeiner (2.), alle haben sie auch Flügel (3.), mit denen sie aber wenig (Hühner), etwas schwerfällig beim Start (Enten, besonders die Schwäne) oder sehr wendig und schnell (die Vögel am Futterhaus) fliegen. Dass das Fliegen nicht unbedingt zum Vogel gehören muss, wissen wir von flugunfähigen Vögeln, wie dem Strauß, den Pinguinen und einigen anderen Vogelarten bzw. -gruppen. Sämtliche Vögel wiederum haben einen Schnabel (4.), in dem keine Zähne vorhanden sind. Vögel können also nicht beißen und kauen, wohl aber zwicken, mit einem Hakenschnabel reißen oder mit spitzem Schnabel speerartig zustoßen. Alle Vögel haben Zehen (5.), jedoch unterschiedlich viele, wie noch ausgeführt werden wird, und auch sehr verschieden gebaute. Greifvögel (Adler, Falken, Habichte etc.) ergreifen mit ihren Zehen die Beute und können sie damit töten ("schlagen", sogar in der Luft, dass die Federn des vom Stoß getroffenen Vogels nur so fliegen!). Laufvögel greifen nicht oder kaum, weil ihre Zehen dem Boden angepasst sind. Spechte klettern an Baumstämmen; Singvögel turnen im Gezweig. Vereinfacht lässt sich sagen, dass für viele Vögel die Füße mit den Zehen das leisten, was für uns die Hände tun. Auch das Kratzen hinterm Ohr.

Turmfalke, der mit schon "ausgefahrenen Fängen" aus dem Rütteln in den Stoßflug auf eine Maus wechselt.
(Foto: Ernst Weber)

Bei manchen Vögeln fällt zudem auf, dass ihr Hals lang und sehr biegsam ist. Beste Beispiele sind Reiher, Störche und der Schlangenhalsvogel, ein den Kormoranen verwandter Schwimmvogel, der wegen seines schlangenartig wirkenden Halses so genannt wird. Könnten wir durchs Gefieder sehen, würden wir feststellen, dass Vögel mehr als nur die sieben Halswirbel tragen, die für die Säugetiere und damit auch für uns Menschen bezeichnend sind. Falls noch Hals am Brathähnchen ist, lässt sich leicht nachzählen, wie viele es beim Huhn sind (14). Ihre Zahl liegt bei den verschiedenen Vögeln nicht fest; innerhalb einer Art aber schon. Die meisten hat der Höckerschwan mit 25.

Mit der Betrachtung der Halswirbel sind wir nun schon ins Vogelinnere gekommen. Wir nehmen uns dieses näher vor – und genauer als beim Brathähnchen, weil uns dieses wesentliche Eigenschaften nicht mehr zeigt. Vorher werfen wir aber noch einen Blick auf die Federn und weitere wichtige"Äußerlichkeiten". Das Gefieder besteht aus zwei gut sichtbaren Typen von Federn, nämlich solchen, die das "Fluggefieder" bilden und für den Flug gebraucht werden, und dem "Kl

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