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Analytische Chemie Grundlagen, Methoden und Praxis von Schwedt, Georg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.11.2016
  • Verlag: Wiley-VCH
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Analytische Chemie

1
Allgemeine und theoretische Grundlagen

1.1 Analytische Chemie heute

Inhalt

Die historischen Anfänge. Definitionen der Analytischen Chemie. Stellenwert in Wissenschaft und Gesellschaft. Bedeutung der Spurenanalytik. Eurocurriculum, Studiengruppe Education in Analytical Chemistry der Working Party of Analytical Chemistry von 1992. Analytik in Gesetzen, Verordnungen und Normen. Literatursuche: Fachzeitschriften, Abstracts, Computerrecherchen und elektronische Bibliotheken.
Die historischen Anfänge

Zu Beginn seiner "Geschichte der Analytischen Chemie" (1966) schreibt der Chemiehistoriker Ferenc Szabadváry dass, die ältesten analytischen Kenntnisse, die Verfahren der Goldprüfung auf "trockenem Wege" (durch Schmelzen im Ofen), bereits im Alten Testament der Bibel an mehreren Stellen nachzulesen seien. Die Erarbeitung der Analyse habe stets am Anfang jeder Entwicklung in der Chemie gestanden. Zuerst hätten die Stoffe untersucht werden müssen, bevor irgendwelche Gesetzmäßigkeiten gefunden werden konnten. Erst ab einem gewissen Stand der analytischen Kenntnisse hätten auch Fortschritte in der Chemie erzielt werden können. Reinheitsprüfungen, z. B. von Grünspan auf Verfälschung durch Eisen(II)-sulfat, sind bei dem römischen Schriftsteller Plinius dem Älteren (23-79 n. Chr.) in dessen dem Kaiser Titus gewidmeter Naturgeschichte Naturalis Historia nachzulesen. Im Zeitalter der Alchemie bzw. der frühen Chemie bis etwa in das 17. Jahrhundert stand die Analyse von Metallen bzw. Mineralen im Rahmen des Berg- und Hüttenwesens im Vordergrund. Im 14. und 15. Jahrhundert beschrieben die sogenannten "Probierbüchlein" außer Gold-, Silber-, Blei-, Kupfer- und anderen "Proben" auch Verfahren zur Güteprüfung des Schwefels für die Schwarzpulverherstellung.

In den Beginn der Neuzeit, charakterisiert durch das Wirken des Arztes und Naturforschers Paracelsus , eigentlich Theophrast Bombast von Hohenheim (1493-1541), fällt auch der Anfang der Wasseranalytik. Leonhard Thurneysser (1530-1596), ein sogenannter Paracelsist, lieferte erste ausführliche Beschreibungen zur chemischen Analyse von Heil- und Mineralwässern auf nassem Wege. Von Robert Boyle (1627-1691) wurde erstmals der Begriff "chemische Analyse" verwendet, ebenso die Bezeichnungen Reaktion und Reagenz.

Eine neue Entwicklungsstufe begann mit der Entdeckung zahlreicher Gase, vor allem des Sauerstoffs, im 19. Jahrhundert, als der französische Chemiker A.L. Lavoisier (1743-1794) experimentell eine "messende Gaschemie" entwickelte. Das erste Hochschullehrbuch der Analytischen Chemie erschien 1790 von J.F. Göttling (Jena, 1755-1809) unter dem Titel "Vollständiges chemisches Probir-Cabinett" (in der 2. Auflage 1802 als "Praktische Anleitung zur prüfenden und zerlegenden Chemie"). Der Name des Fachgebietes Analytische Chemie wurde in einem Lehrbuch zum ersten Mal 1801 von dem Freiberger W.A. Lampadius (1772-1842) verwendet - in seinem "Handbuch der chemischen Analyse der Mineralkörper". Besonders erfolgreich waren die Lehrbücher von C.R. Fresenius (1818-1897), dessen "Anleitung zur qualitativen chemischen Analyse" in 16 Auflagen von 1841-1895 erschien. Fresenius' "Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse" (1. Auflage 1845) führte schließlich zur Begründung der Analytischen Chemie als selbstständigem Wissenschaftsgebiet. Seine Methodik und Didaktik blieben bis heute in den Grundpraktika der qualitativen und quantitativen anorganisch-chemischen Analyse erhalten. "Die wissenschaftlichen Grundlagen der Analytischen Chemie" wurden 1894 von dem Physikochemiker W. Ostwald (1853-1932) in einem eigenständigen Lehrbuch behandelt. In der Mitte des 19. Jahrhunderts begann auch die Entwicklung physikalischer Methoden in der Analytischen Chemie - z. B. der Spektralanalyse durch

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 28.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783527698776
    Verlag: Wiley-VCH
    Größe: 23243kBytes
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Analytische Chemie

1
Allgemeine und theoretische Grundlagen

1.1 Analytische Chemie heute

Inhalt

Die historischen Anfänge. Definitionen der Analytischen Chemie. Stellenwert in Wissenschaft und Gesellschaft. Bedeutung der Spurenanalytik. Eurocurriculum, Studiengruppe Education in Analytical Chemistry der Working Party of Analytical Chemistry von 1992. Analytik in Gesetzen, Verordnungen und Normen. Literatursuche: Fachzeitschriften, Abstracts, Computerrecherchen und elektronische Bibliotheken.
Die historischen Anfänge

Zu Beginn seiner "Geschichte der Analytischen Chemie" (1966) schreibt der Chemiehistoriker Ferenc Szabadváry dass, die ältesten analytischen Kenntnisse, die Verfahren der Goldprüfung auf "trockenem Wege" (durch Schmelzen im Ofen), bereits im Alten Testament der Bibel an mehreren Stellen nachzulesen seien. Die Erarbeitung der Analyse habe stets am Anfang jeder Entwicklung in der Chemie gestanden. Zuerst hätten die Stoffe untersucht werden müssen, bevor irgendwelche Gesetzmäßigkeiten gefunden werden konnten. Erst ab einem gewissen Stand der analytischen Kenntnisse hätten auch Fortschritte in der Chemie erzielt werden können. Reinheitsprüfungen, z. B. von Grünspan auf Verfälschung durch Eisen(II)-sulfat, sind bei dem römischen Schriftsteller Plinius dem Älteren (23-79 n. Chr.) in dessen dem Kaiser Titus gewidmeter Naturgeschichte Naturalis Historia nachzulesen. Im Zeitalter der Alchemie bzw. der frühen Chemie bis etwa in das 17. Jahrhundert stand die Analyse von Metallen bzw. Mineralen im Rahmen des Berg- und Hüttenwesens im Vordergrund. Im 14. und 15. Jahrhundert beschrieben die sogenannten "Probierbüchlein" außer Gold-, Silber-, Blei-, Kupfer- und anderen "Proben" auch Verfahren zur Güteprüfung des Schwefels für die Schwarzpulverherstellung.

In den Beginn der Neuzeit, charakterisiert durch das Wirken des Arztes und Naturforschers Paracelsus , eigentlich Theophrast Bombast von Hohenheim (1493-1541), fällt auch der Anfang der Wasseranalytik. Leonhard Thurneysser (1530-1596), ein sogenannter Paracelsist, lieferte erste ausführliche Beschreibungen zur chemischen Analyse von Heil- und Mineralwässern auf nassem Wege. Von Robert Boyle (1627-1691) wurde erstmals der Begriff "chemische Analyse" verwendet, ebenso die Bezeichnungen Reaktion und Reagenz.

Eine neue Entwicklungsstufe begann mit der Entdeckung zahlreicher Gase, vor allem des Sauerstoffs, im 19. Jahrhundert, als der französische Chemiker A.L. Lavoisier (1743-1794) experimentell eine "messende Gaschemie" entwickelte. Das erste Hochschullehrbuch der Analytischen Chemie erschien 1790 von J.F. Göttling (Jena, 1755-1809) unter dem Titel "Vollständiges chemisches Probir-Cabinett" (in der 2. Auflage 1802 als "Praktische Anleitung zur prüfenden und zerlegenden Chemie"). Der Name des Fachgebietes Analytische Chemie wurde in einem Lehrbuch zum ersten Mal 1801 von dem Freiberger W.A. Lampadius (1772-1842) verwendet - in seinem "Handbuch der chemischen Analyse der Mineralkörper". Besonders erfolgreich waren die Lehrbücher von C.R. Fresenius (1818-1897), dessen "Anleitung zur qualitativen chemischen Analyse" in 16 Auflagen von 1841-1895 erschien. Fresenius' "Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse" (1. Auflage 1845) führte schließlich zur Begründung der Analytischen Chemie als selbstständigem Wissenschaftsgebiet. Seine Methodik und Didaktik blieben bis heute in den Grundpraktika der qualitativen und quantitativen anorganisch-chemischen Analyse erhalten. "Die wissenschaftlichen Grundlagen der Analytischen Chemie" wurden 1894 von dem Physikochemiker W. Ostwald (1853-1932) in einem eigenständigen Lehrbuch behandelt. In der Mitte des 19. Jahrhunderts begann auch die Entwicklung physikalischer Methoden in der Analytischen Chemie - z. B. der Spektralanalyse durch

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