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What's next... Unsicherheit in Biografien von Tänzerinnen und Tänzern von Pfaff, Sophie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.11.2018
  • Verlag: Campus Verlag
eBook (PDF)
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What's next...

Mobilität, Flexibilität, Konkurrenz und existenzielle Abhängigkeit vom Körper - der Beruf von Tänzerinnen und Tänzern bringt biografisches Unsicherheitspotenzial mit sich. In Interviews zeigen sich jedoch auch unerwartete Wege der Herstellung biografischer Sicherheit. Diese legt Sophie Pfaff in einer Studie frei, in der weder Unsicherheit unweigerlich angenommen noch Sicherheit gefordert wird. Neben neuen Einsichten für die Biografieforschung und die Kunstsoziologie liefert der Band Anknüpfungspunkte an Debatten um Arbeitsorganisation und Transnationalisierungsprozesse. Sophie Pfaff promovierte im Fach Soziologie an der Universität Halle-Wittenberg.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 415
    Erscheinungsdatum: 08.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783593440095
    Verlag: Campus Verlag
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What's next...

Einleitung 'What's next...' - Biografien sind unübersichtlicher, spontaner, flexibler geworden in der späten Moderne. Wohin geht es? Aber auch: Ergibt die Vergangenheit Sinn? Kann man einzelne Phasen des Lebens und Arbeitens in einen Zusammenhang bringen, persönliche Identität stiften? Und wie können angesichts dieser Gemengelage Entscheidungen getroffen werden? Diese Arbeit untersucht (Un)Sicherheit in Biografien von Bühnentänzerinnen und -tänzern. In einem rekonstruktiven Forschungsdesign wird Unsicherheit für diese Gruppe nicht unweigerlich angenommen oder Sicherheit normativ gefordert. Vielmehr wird das Phänomen im Rahmen der Sinn- und Relevanzstrukturen der Akteurinnen und Akteure betrachtet. Mit den Tänzerinnen und Tänzern steht eine soziale Gruppe im Zentrum, die bisher soziologisch kaum beachtet wurde, welche jedoch - neben der offensichtlichen kunstsoziologischen Relevanz - Anknüpfungspunkte an aktuelle Debatten um Arbeitsorganisation, die körperliche Dimension des Sozialen und Transnationalisierungsprozesse bietet (vgl. 1.2). Unter prekären Arbeitsbedingungen lebende Künstlerinnen und Künstler sind Sozialfiguren, die schon lange Bestandteil des alltäglichen Wissensvorrates sind. Dass sie jedoch auch über den engen Bereich der Kunst hinaus als Beispiele für eine neue Form des Arbeitens (und Lebens) gelten können, ist in soziologischer Hinsicht spannend. Diese These wird in der Arbeitssoziologie aus unterschiedlichen Richtungen vertreten. Luc Boltanski und Ève Chiapello beobachten in ihrer Studie Der neue Geist des Kapitalismus, dass Künstlerinnen und Künstler in der Manager-Ratgeberliteratur immer wieder als Vorreiterinnen und Vorreiter des projekt- und netzwerkbasierten Arbeitens auftauchen (Boltanski und Chiapello 2006). Auch Pierre Menger schließt in seinen Forschungen zu Künstlerarbeitsmärkten an die These an, dass Künstlerinnen und Künstler trotz ihrer kritischen Haltung gegenüber der Ökonomie ironischerweise immer deutlicher ein 'Idealbild des Arbeitnehmers der Zukunft' (Menger 2006, 10) darstellen würden und als 'Vorreiter bei der Erprobung (hyper)flexibler Arbeitsformen' betrachtet werden können (Menger 2006, 70). Auch im deutschsprachigen Diskussionszusammenhang erhält der Arbeitsmarkt von Künstlerinnen und Künstlern in den letzten Jahren verstärkt Aufmerksamkeit. Nachdem dieser lange als 'exotische Nische', als Abweichung von der Norm angesehen wurde und somit auch nicht im Zentrum des Interesses von Arbeitssoziologinnen und -soziologen stand, rückt er mit dem neuerlichen Strukturwandel von Arbeit wieder stärker auf den (Forschungs-)Plan (Manske und Schnell 2010, 699). So weisen Carroll Haak und Günther Schmid darauf hin, dass durch eine nähere Betrachtung des Arbeitsmarktes von Künstlerinnen und Künstlern (und Publizistinnen und Publizisten) Charakteristika aufgezeigt werden können, 'die künftige Veränderungen des Arbeitsmarktes im Kern vorwegnehmen' würden und dass dort auch Lösungsmöglichkeiten für dabei auftretende Probleme gefunden werden könnten (Haak und Schmid 2001, 159). Zentraler Punkt in der Diskussion um die aktuellen Entwicklungen der Strukturen von Arbeit sind die Unsicherheiten, die durch die Deregulierung von Arbeit und den damit verbundenen Flexibilisierungs- und Subjektivierungstendenzen für die Einzelnen entstehen. Die entsprechenden Forschungsarbeiten sind von der Figur des Verlustes geprägt. Dort wird ein Verlust von Sicherheiten beschrieben, die mit dem sogenannten 'Normalarbeitsverhältnis' verbunden sind, also vor allem von staatlichen Absicherungen gegen Arbeitslosigkeit, Krankheit, Alter. Wenn nun 'atypische' Beschäftigungsformen an Bedeutung gewinnen, bedeutet das in dieser Logik auch die Zunahme von Unsicherheiten. Gleichzeitig wird - in unterschiedlichem Ausmaß - der gegenwärtige Strukturwandel von Arbeit als ambivalent bewertet. Denn flexibilisierte Arbeit eröffnet den Einzelnen auch neue Freiheiten - etwa in Bezug auf ein

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