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Allgemeine Paläontologie von Amler, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2014
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
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Allgemeine Paläontologie

Michael Amler erklärt die geowissenschaftlichen Grundlagen und stellt die wichtigsten Teilbereiche der Paläontologie dar. Er beschreibt, wie Fossilien entstehen und warum sie erhalten bleiben. Darüber hinaus zeigt er, welche Fragen mit Hilfe von Fossilien beantwortet werden können: So sind Fossilien wichtig für die Rekonstruktion vergangener Lebensräume und Umweltbedingungen, sie geben Aufschluss über die Stammesgeschichte und die Evolution der Organismen und in der Biostratigraphie wird ihr Auftreten oder Aussterben als Zeitmarker zur Gliederung der Erdgeschichte benutzt. Inhaltlich auf die heutigen Bachelor- und Masterstudiengänge in den Geowissenschaften zugeschnitten, richtet sich der Titel aber auch an Sammler sowie jeden, der sich für Fossilien interessiert und mehr über die paläontologischen Hintergründe erfahren möchte.

Michael Amler, geb. 1956, hat an den Universitäten Kiel und Marburg Geologie, Paläontologie und Geographie studiert. Er ist Professor für Paläontologie an der Universität Heidelberg und war Herausgeber der Zeitschrift 'Geologica et Palaeontologica' sowie Schriftleiter der 'Paläontologischen Zeitschrift'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 152
    Erscheinungsdatum: 01.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534728244
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 6309 kBytes
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Allgemeine Paläontologie

2. Taphonomie und Fossilisation

2.1. Übersicht

Taphonomie und Fossilisation bilden den Mittelpunkt der Allgemeinen Paläontologie und befassen sich i.w.S. mit der Entstehung von Fossilien. Die Entstehung von Fossilien ist in der Regel ein mehrphasiger Prozess, der an verschiedenen Stellen unterbrochen bzw. abgebrochen werden und dann ggf. zum vollständigen Verlust des Organismus führen kann. Im heutigen Gebrauch werden die Begriffe Taphonomie, erstmals 1940 von I.A. Efremov benutzt, und Fossilisation(slehre) meistens synonym verwendet. Die Taphonomie (gr. phi , Grab, Leicheneinbettung) untersucht und beschreibt jene Prozesse, die nach dem Tod eines Organismus auf ihn einwirken und die schließlich zur Fossilisation (und damit zur Erhaltung) oder zur völligen Zerstörung führen. Von einigen Autoren wird allerdings nur die erste Phase, die sämtliche Vorgänge vom Tod eines Organismus bis zu seiner endgültigen Einbettung im Sediment umfasst und im deutschen Sprachgebrauch als Biostratinomie bezeichnet wird, als Taphonomie im engeren Sinne verstanden, während die zweite Phase die eigentliche Fossilisation oder Fossil-Diagenese beinhaltet. Zum Ablauf der Fossilisation gehören verschiedene biologische, physikalische und chemische Prozesse, die eng gekoppelt mit den sedimentären Prozessen im ehemaligen Umfeld des Organismus sind.

natürlicher Stoffkreislauf

Die Entstehung von Fossilien ist grundsätzlich ein Zufall, der aus einer Lücke im natürlichen Stoffkreislauf resultiert. Im Normalfall werden sämtliche chemischen Bausteine eines Organismus nach dessen Tod durch Auflösung und Verwesung in anorganische Grundbaustoffe zerlegt. Nur wenn dieser Kreislauf vorher abgebrochen wird, können Organismen oder Teile von ihnen fossilisieren. Taphonomische Prozesse beeinflussen die Erhaltung eines Fossils. Dadurch werden bzw. wurden auch Merkmale z.B. von Hartteilen verändert, sodass diese Einflüsse bei der Rekonstruktion von Artmerkmalen und in der Taxonomie berücksichtigt werden müssen.

Abb. 2: Kreislauf (Auflösung und Zersetzung) organischer Stoffe in anorganische Grundbaustoffe (aus Ziegler 1992).

Die Untersuchung der taphonomischen Aspekte ist der erste Schritt in der Paläoökologie, um qualitativ und quantitativ stichhaltige Schlüsse aus dem Fossilbefund ziehen zu können. Taphonomische Untersuchungen müssen jeder paläoökologischen Analyse vorgeschaltet werden, um beurteilen zu können, ob und inwieweit sich der fossile Befund von der ursprünglichen Lebensgemeinschaft unterscheidet ( negative Taphonomie ). Gleichzeitig erlaubt die Analyse der überlieferten Erhaltungsmuster Rückschlüsse auf die Umweltbedingungen und Prozesse, die im ehemaligen Lebens- und Ablagerungsraum geherrscht haben ( positive Taphonomie ). Daraus ergibt sich, dass jede fossile Assoziation das Resultat aus den ehemaligen ökologischen Gegebenheiten und der taphonomischen Überprägung ist.

Informationsverlust

Die negative Taphonomie beschäftigt sich in erster Linie mit dem Informationsverlust, der zwischen der ursprünglichen Lebensgemeinschaft und der überlieferten Fossil-Assoziation besteht. Das Verhältnis von überlieferten zu zerstörten Organismen schwankt in unterschiedlichen Milieus enorm. Der Anteil an potenziell überlieferbaren Organismen liegt bei rezenten marinen Weichböden zwischen 0-70 %. Allgemein wird von 30-40 % ausgegangen. Dieser geringe Wert liegt u.a. daran, dass in der Taphonomisch Aktiven Zone (TAZ) vielfältige destruktive Prozesse stattfinden, die nicht nur die Organismen ohne Hartteile zerstören, sondern auch die Hartteile der potenziell erhaltungsfähigen Taxa angreifen, abhängig z.B. von der Schalenmineralogie. Statistische Untersuchungen an fossilen Assoziationen zeigen, dass etwa 80-90 % aller Taxa mit fossil erhaltungsfähigen Hartteilen auch tatsächlich gefunden werden können.

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