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Alice Salomon Pionierin der sozialen Arbeit und der Frauenbewegung von Berger, Manfred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.02.2013
  • Verlag: Brandes & Apsel Verlag
eBook (PDF)
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Alice Salomon

Alice Salomon (1872-1948) hat die Entwicklung der Sozialarbeit und der Frauenbewegung maßgeblich beeinflusst und innovative Impulse gesetzt, deren Wirkungen bis heute spürbar sind. Von der Nazi-Diktatur zur Emigration gezwungen, starb sie 1948 nach elfjährigem Exil vergessen in New York. Manfred Berger zeichnet das Leben und Wirken dieser für die Sozialarbeit und die internationale Frauenbewegung so bedeutenden Frau in den wichtigsten Lebens- und Arbeitsabschnitten anhand zahlreicher Dokumente nach.

Manfred Berger, geboren 1944 in München, freiberuflich in der Aus- und Fortbildung sowie Beratung von sozialpädagogischen Fachkräften in Hort, Heim und Kindergarten tätig. Leiter des von ihm mitgegründeten Ida-Seele-Archivs in Dillingen/Donau, das die Geschichte des Kindergartens und der Sozialarbeit/-pädagogik erforscht. - Veröffentlichte über 550 Aufsätze zu Fragen der Kindergartenpädagogik und Sozialarbeit/-pädagogik sowie zahlreiche Bücher. Autor der bei Brandes & Apsel erschienenen Werke Sexualerziehung im Kindergarten (5. aktualisierte Auflage), Frauen in der Geschichte des Kindergartens, 150 Jahre Kindergarten (vergr.), Clara Grunwald und Henriette Schrader-Breymann.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 96
    Erscheinungsdatum: 07.02.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783860999837
    Verlag: Brandes & Apsel Verlag
    Größe: 7713 kBytes
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Alice Salomon

Vorwort
Nein, sie kann man nicht vergessen, diese sehr besondere Frau! Ich sah Alice Salomon im Juni 1937 zum letzten Mal. Stumm schloß sie mich in ihre Arme. Sie sagte kein Wort. Ich spürte, daß ich diese besondere Frau nie mehr sehen würde. Und so war es auch. Sie, die international bekannte Sozialarbeiterin und Frauenrechtlerin, mußte im Juni 1937 Deutschland verlassen. Alice Salomon war Jüdin. Durch ihre Auswanderung, die Alice über England nach Amerika führte, entging sie dem grausamen Tod in einem der Vernichtungslager der Nazi-Diktatur, ein Weg, den abertausende Menschen jüdischer Abstammung gehen mußten.
Ich sehe Alice Salomon vor mir an jenem letzten Tag in Berlin: blaß, abgemagert und äußerst nervös, trotzdem selbstbewußt und beherrscht und wie immer vornehm gekleidet. Ja, selbstbewußt und beherrscht, so wirkte Alice Salomon auf viele Menschen. Aber ihre Freundschaft hatte auch immer etwas Mütterliches, etwas sorgsam Bewahrendes, ja einfühlsam Mitgehendes. So kannte ich sie seit 1926, als ich ihre Schülerin wurde, und so habe ich Alice heute noch als über 95jährige Frau in Erinnerung.
Es ist nicht übertrieben, Alice Salomon als die Pionierin der sozialen Berufsarbeit zu bezeichnen. Im Jahre 1899 führte sie den ersten Ausbildungskurs für sozial ehrenamtlich tätige Frauen und Mädchen durch. Mit gewissem Recht kann man hier von der Geburtsstunde der sozialen Berufsausbildung in Deutschland sprechen.
Von 1908 bis 1925 leitete Alice Salomon die von ihr in Berlin gegründete Soziale Frauenschule und danach bis 1933 die ebenfalls von ihr gegründete Akademie für soziale und pädagogische Frauenarbeit. Beide Ausbildungsstätten waren weit über die Grenzen der Stadt Berlin hinaus bekannt. Eine ganze Generation junger Mädchen und Frauen, die später als Wohlfahrtspflegerinnen und Fürsorgerinnen in verschiedenen sozialen Einrichtungen tätig wurden, hat unter Alice Salomons starkem und wahrscheinlich einzigartigem Einfluß gestanden.
Mit ihrer sozialen Arbeit untrennbar verbunden ist ihr Engagement für die nationale und internationale Frauenbewegung zwischen den Jahren 1900 und 1933.
Es freut mich außerordentlich, daß Manfred Berger dieser sehr besonderen Frau anläßlich ihres 50. Todestages mit vorliegendem Buch gedenkt, um so dazu beizutragen, Alice Salomon vor dem Vergessenwerden zu bewahren.
Mit Neugierde und Zustimmung, mit Vergnügen aber auch mit Betroffenheit habe ich bei Manfred Berger über das Leben und Wirken meiner verehrten Lehrerin gelesen. Ich denke, so wie mir wird es vielen Leserinnen und Lesern ergehen.
Gräfin Maria von Lütgendorf
Rom, Februar 1997

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