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Berlin unterm Hakenkreuz von Kellerhoff, Sven Felix (eBook)

  • Erschienen: 27.05.2014
  • Verlag: be.bra verlag
eBook (ePUB)
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Berlin unterm Hakenkreuz

Der Zeitabschnitt von 1933 bis 1945 hat Berlin und das Bild der Stadt wie kein zweiter geprägt. Für viele war die Spreemetropole die Hauptstadt der Nazis schlechthin - nicht zuletzt, weil Hitler hier seinen Untergang zelebrierte. Sven Felix Kellerhoff fesselt die Leser mit der Geschichte der Stadt unter der Herrschaft der Nationalsozialisten: von der so genannten Machtergreifung, über die Verfolgung Andersdenkender, die propagandistischen Großereignisse wie Olympia 1936 bis hin zum Bombenkrieg und den letzten Abwehrschlachten gegen die Rote Armee.

Sven Felix Kellerhoff, geboren 1971 in Stuttgart, studierte Geschichte und Medienrecht und absolvierte die Berliner Journalisten-Schule. Seit 1993 als Publizist vorwiegend für historische Themen tätig. Derzeit leitender Redakteur für Zeit- und Kulturgeschichte bei der 'Welt'. Buchveröffentlichungen: 'Deutsche Legenden' (mit Lars-Broder Keil); 'Als die Tage zu Nächten wurden. Berliner Schicksale im Bombenkrieg'; 'Attentäter. Mit einer Kugel die Welt verändern'; 'Mythos Führerbunker. Hitlers letzter Unterschlupf'.

Produktinformationen

    Größe: 1828kBytes
    Herausgeber: be.bra verlag
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 80
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet
    ISBN: 9783839341124
    Erschienen: 27.05.2014
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Berlin unterm Hakenkreuz

Weg zur Macht

Auf fremdem Terrain

Seine ersten politischen Erfahrungen machte Adolf Hitler in Oberbayern, insbesondere in Münchner Bierkellern: Hier kamen seine Reden mit ihrer Mischung aus antisemitischen, antidemokratischen und chauvinistischen Vorurteilen bestens an. In Berlin dagegen erzielten die 1919 als "Deutsche Arbeiterpartei" gegründeten Nationalsozialisten in den ersten Jahren keine nennenswerten Erfolge; mehr als einige hundert Anhänger fand die NSDAP zunächst nicht. Noch gab es in der Reichshauptstadt kein großes Publikum für die ausufernden Hass- und Hetzreden des Nazi-Führers.

Für Hitler war Berlin stets Ziel im doppelten Sinn - zugleich Feindbild und Wunschbild, sowohl Maßstab im Negativem als auch Bühne für das, was er für seine Verheißung hielt. Charakteristisch ist, dass die Beziehung Hitlers zur Reichshauptstadt von Anfang an, seit seinen vier kurzen Besuchen als Soldat während und direkt nach dem Ersten Weltkrieg, tief gespalten war: Einerseits gehörte zu den Fundamenten seiner Weltanschauung die Ablehnung moderner, also städtischer Lebensformen; andererseits faszinierte ihn der Organismus der Metropolen im Allgemeinen und Berlins im Besonderen. Dieser Widerspruch zeigt sich auch in Hitlers "Mein Kampf", einem 1924/25 geschriebenen wirren Buch, das weitgehend aus Stereotypen montiert war. Mal attackierte der NSDAP-Chef darin die Großstadt an sich als "reine Ansammlungen von Wohn- und Mietskasernen, weiter nichts. Wie bei derartiger Bedeutungslosigkeit eine besondere Verbundenheit mit einem solchen Ort entstehen soll, muss ein Rätsel sein." Doch knapp hundert Seiten später schrieb er: "Die geopolitische Bedeutung eines zentralen Mittelpunktes kann dabei nicht überschätzt werden. Nur das Vorhandensein eines solchen mit dem magischen Zauber eines Mekka oder Rom umgebenen Ortes kann auf die Dauer einer Bewegung die Kraft schenken, die in der inneren Einheit und der Anerkennung einer diese Einheit repräsentierenden Spitze begründet liegt." Hitler hatte, bei aller Kritik an modernen Großstädten, schon früh erkannt, dass der politische Kampf um Berlin, um das politische Zentrum der Nation, entscheidend sein würde für die Eroberung der Macht in und über Deutschland.

Deshalb kam er ab 1920 immer wieder und manchmal wochenlang nach Berlin. Hier lebten einige seiner wichtigsten, weil finanziell besonders potenten Unterstützer. Geld brauchte die stets klamme Partei immer, denn sie leistete sich nicht nur einen arbeitslosen Vorsitzenden, sondern auch ein defizitäres Parteiblatt, den Völkischen Beobachter . Die erste Anlaufstelle Hitlers war damals das Stadtpalais des Klavierfabrikanten Edwin Bechstein nicht weit von der Museumsinsel. Bechsteins Frau Helene gehörte in den Anfangsjahren zu den freigebigsten Parteispendern der NSDAP, bewirtete Hitler und seine "völkischen" Freunde immer gern und versetzte manchmal sogar Schmuck oder Gemälde, um dem charismatischen Münchner Bohemien auszuhelfen. Das Bechstein-Haus in der Johannisstraße 6 in Mitte, das Hitlers damaliger Vertrauter Ernst Hanfstaengel neidisch-herablassend "einen der hochherrschaftlichen Villenkästen der inneren Stadt" nannte, fiel Ende April 1945 der "Schlacht um Berlin" zum Opfer.

Den ersten politischen Auftritt Hitlers in Berlin organisierte ein anderer Gönner: Der ehemalige Siemens-Direktor Emil Gansser lud seinen Schützling in den eleganten "Nationalen Klub" ein, der dort vor einem "engeren Kreis" höherer Offiziere, Beamter und Unternehmer sprechen sollte. Ende Mai 1922 hielt Hitler seine erste Rede im Sitz des "Nationalen Klubs&laqu

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