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Der Erste Weltkrieg Neue Wege der Forschung

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2014
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
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Der Erste Weltkrieg

Im Sommer 1914 brach der Erste Weltkrieg aus. Mit seiner ganzen Zerstörungskraft prägte er nicht nur die Zeitgenossen, sondern wirkte noch weit in das 20. Jahrhundert hinein. Bis heute ist er deshalb eines der wichtigsten Themen der Zeitgeschichte. Anlässlich des 100jährigen Jahrestages des Kriegsausbruchs versammelt Wolfgang Kruse zentrale Aufsätze der letzten Jahrzehnte mit aktuellen Beurteilungen zu zentralen heute in der Lehre relevanten Aspekten des Themas. Dabei finden Aspekte wie militärische Kriegspolitik und Kriegserfahrung der Soldaten ebenso Berücksichtigung wie die Sozialgeschichte der wilhelminischen Klassengesellschaft im Krieg und die Kulturgeschichte des Krieges. Von der Kriegswirtschaft über die sozialen Verhältnisse, die Frauenarbeit und die Geschlechterverhältnisse über den militärischen Zusammenbruch des Deutschen Reiches bis zu Kriegsbegeisterung, Kriegspropaganda und der zivilisationsgeschichtlichen Bedeutung der Erfahrung des modernen industrialisierten Krieges diskutiert der Band die zentralen Forschungsfragen. Für den akademischen Unterricht wie für die Prüfungsvorbereitung ist er unverzichtbar. Mit Beiträgen von Ute Daniel, Wilhelm Deist, Gerald D. Feldman, Uta Hinz, Bernd Hüppauf, Jürgen Kocka, Eberhard Kolb, Wolfgang Kruse, Susanne Rouette, Reinhard Rürup, Anne Schmidt und Bernd Ulrich.

Wolfgang Kruse, geb. 1957, ist Apl. Professor an der Fern-Universität Hagen. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen vorgelegt, einschlägig v.a. zur Französischen Revolution, zum modernen Militarismus und zum Ersten Weltkrieg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 01.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534738700
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 2669 kBytes
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Der Erste Weltkrieg

Aus: Jay Winter u.a. (Hg.), Der Erste Weltkrieg und das 20. Jahrhundert, Hamburg 2002, S. 167-86.
© HIS-Verlag, Hamburg

Gerald Feldman
Die Mobilisierung der Volkswirtschaften für den Krieg

Als ich die Aufgabe übernahm, über die wirtschaftliche Mobilmachung der großen kriegführenden Mächte im Ersten Weltkrieg zu schreiben, fiel mir ein, daß dies das Thema des ersten Proseminars gewesen war, das ich 1963 in Berkeley mit Studenten im ersten Semester durchgeführt hatte. Ich hatte gerade meine Dissertation beendet, die drei Jahre später mit dem Titel "Army, Industry and Labor in Germany, 1914-1918" veröffentlicht werden sollte. 1 Nach Fertigstellung dieser Arbeit war ich ein echter Fachidiot, der das meiste, das er im Studium gelernt hatte, vergessen hatte und unsicher in dem wissenschaftlichen Schützengraben kauerte, in dem er sich in den letzten Jahren verschanzt hatte. Mit dem Proseminar bot sich mir eine Gelegenheit, die Kenntnisse anzubringen, die ich im Übermaß besaß, und mich freier auf dem Terrain zu bewegen, das mir vertraut war. Sein Thema war die komparative nationale Geschichte des Ersten Weltkrieges unter dem Aspekt der Innenpolitik der beteiligten Länder. Ich habe nun freilich nicht vor, für meine Mitarbeit an dem vorliegenden Buch erneut eine nostalgische Reise anzutreten. Vielmehr möchte ich eine Bestandsaufnahme von drei Jahrzehnten historischer Forschung machen und mir über neue Perspektiven klarwerden, wobei diese Forschung und diese Perspektiven zwangsläufig durch wichtige Ereignisse der jüngeren Vergangenheit beeinflußt sind.

Ich möchte dies anhand eines der Bücher deutlich machen, das ich meinen Studenten (und mir) 1963 zur Lektüre empfahl, nämlich Michael T. Florinskis Buch "End of the Russian Empire". 2 Das 1931 erschienene Buch war die Zusammenfassung der zwölf Bände füllenden russischen Beiträge zu der "Social and Economic History of the World War", das vom Carnegie Endowment for International Peace veröffentlicht wurde. Dieses große Projekt, das Arbeiten über die verschiedenen kriegführenden Nationen enthielt, bleibt eine der wichtigsten und zuwenig genutzten Quellen über den Ersten Weltkrieg. Florinskis Band, der "zu erklären suchte, warum und wie die Monarchie scheiterte und durch eine kommunistische Diktatur ersetzt wurde", wurde 1961 in einer Paperback-Ausgabe neu herausgegeben, denn, wie Florinski in seinem Vorwort sagte, "angesichts der Stellung der Sowjetunion in der Weltpolitik ist dieses Buch heute vielleicht noch aktueller als in der Zeit, in der es geschrieben wurde". 3 Liest man Florinskis Beschreibung der russischen Kriegsanstrengungen und seine Schlußfolgerung, gewinnt man den Eindruck, eine weitere Neuausgabe könnte abermals aktuell sein:

"Die Ursache der Katastrophe, die über das Zarenreich hereinbrach, läßt sich bis weit in die Geschichte des russischen Volkes zurückverfolgen. Solange von diesem Land nicht verlangt wurde, die ihm durch den Krieg auferlegten heroischen Anstrengungen zu machen, konnte es mit Abstand, aber nicht ohne einen gewissen Erfolg, den anderen europäischen Ländern auf dem Weg der wirtschaftlichen Entwicklung und des Fortschritts folgen. Durch den Ersten Weltkrieg wurde die gesamte Ordnung des Reiches auf eine harte Probe gestellt. Die Überholtheit und Unzulänglichkeit seiner politischen, sozialen und wirtschaftlichen Struktur konnte nicht länger übersehen und vertuscht werden. Nach dem Beispiel Englands, Frankreichs und Deutschlands, die auf die Schläge, die sie erhielten, mit geradezu übermenschlichen Anstrengungen zur Bewältigung dieser Ausnahmesituation reagierten, versuchte auch Rußland, beziehungsweise seine gebildeten Schichten, das Land für den Krieg zu organisieren; doch diese Bemühungen waren unsystematisch, unkoordiniert und in ihrer Hilflosigkeit schon fast mitleiderregend." 4

Die Mobilisierung der

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