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Der Mann, der ins KZ einbrach von Avey, Denis (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.04.2011
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Der Mann, der ins KZ einbrach

Als Millionen alles getan hätten, um herauszukommen, schlich sich ein englischer Soldat ins KZ Auschwitz. Denis Avey wollte mit eigenen Augen sehen, was in dem Lager geschah. Jahrzehntelang konnte er nicht darüber sprechen. Jetzt erzählt er mit BBC-Reporter Rob Broomby seine Geschichte. Eine unglaubliche Überlebensgeschichte voller jugendlicher Waghalsigkeit und echtem Mut.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 350
    Erscheinungsdatum: 21.04.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838704272
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: The Man Who Broke Into Ausschwitz
    Größe: 4717 kBytes
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Der Mann, der ins KZ einbrach

7. Kapitel (S 93-94)

Der MG-Schütze war schrecklich zugerichtet. Sein Arm war von den Kugeln beinahe abgetrennt worden, und er verlor viel Blut. Ich rechnete nicht damit, dass er überlebte. Ein deutscher Soldat legte ihm eine Aderpresse an und machte Drehbewegungen mit den Händen, und ich schnappte auf: "Alle fünfzehn Minuten." Er wollte, dass ich die Presse regelmäßig öffnete, aber ich bekam nie die Gelegenheit dazu. Ich wurde auf eine Trage gehoben und weggeschafft.

Der zusammengeschossene Carrier und Les blieben hinter uns zurück. Ich habe nie erfahren, was mit seinem Leichnam geschehen ist. Seine Überreste waren noch dort, zusammengesunken auf seinem Sitz, als sie mich fortbrachten. Les' Name steht nun auf dem Denkmal von El Alamein. Ich hoffe, jemand hat ihn anständig begraben. Eine vergessene Schlacht? Es war ein blutiges Desaster. Von unseren Carriern gingen allein bei jenem Angriff vier verloren. Ich hatte oberflächliche Wunden an Bein und Kopf und eine ernstere Verwundung am Oberarm. Es sollte noch einige Zeit vergehen, ehe ich erfuhr, dass Eddie Richardson, Regimental Eddie, das Gefecht überlebt hatte. Sein Carrier hatte in voller Fahrt über den Rand des Steilhangs gesetzt und war glücklich auf einem Riesenhaufen Benzinkanister gelandet.

Er überlebte sowohl den Hinterhalt als auch den Flug und kam wie ich in Gefangenschaft. Ich glaube, ich habe ihn Monate später in einem Durchgangslager aus der Ferne gesehen, aber ich kam nicht zu ihm durch. Bill Chipperfield, mit dem ich auf der Otranto in einer Kabine gelegen hatte und der mit mir nach Südafrika gekommen war, lebte ebenfalls nicht mehr. Er war tot wie zwanzig andere Kameraden aus 2RB, die in den ersten beiden Tagen des Kampfes um Sidi Rezegh fielen. Viele von anderen Einheiten wurden getötet. Ich habe ihre Leichen überall auf dem Schlachtfeld liegen sehen. Second Lieutenant Jimmy McGrigor fiel, als eine Granate in den Gefechtsstand der Hugo-Kolonne einschlug. Er war in Ordnung gewesen, dieser Jimmy.

Er hatte mit uns gesprochen wie mit Menschen, nicht wie mit Tagedieben. Die Belagerung von Tobruk wurde aufgehoben, aber Rommel ließ sich davon nicht aufhalten. Er griff wieder an und stieß tief nach Ägypten hinein vor, bis er im darauf folgenden Sommer bei El Alamein gestoppt wurde, einen oder zwei Tagesmärsche vor Alexandria. Dort drehte die britische 8. Armee den Spieß ein letztes Mal um, vertrieb Rommel endgültig aus Ägypten, drängte durch Libyen vor und marschierte in Tunesien ein. Charles Calistan spielte bei El Alamein eine heroische Rolle und zerstörte beinahe eigenhändig zahlreiche deutsche Panzer, aber da war ich schon längst in einer völlig anderen Welt.

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