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Der Ostfeldzug - Die Wehrmacht im Vernichtungskrieg: Planung, Kooperation, Verantwortung von Keller, Bastian (eBook)

  • Erschienen: 01.06.2013
  • Verlag: Diplomica Verlag GmbH
eBook (PDF)
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Der Ostfeldzug - Die Wehrmacht im Vernichtungskrieg: Planung, Kooperation, Verantwortung

Am 22. Juni 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht ohne vorheriges Ultimatum und ohne formale Kriegserklärung die Sowjetunion. Damit wurde nicht nur der deutsch-sowjetische Bündnisvertrag gebrochen, sondern auch ein brutaler, menschenverachtender und verbrecherischer Vernichtungskrieg entfesselt, in welchem sowohl Millionen von deutschen Soldaten gefallen sind als auch Millionen von unschuldigen Sowjetbürgern brutal ermordet worden sind. In der Nachkriegszeit befasste man sich mit der Frage, wer für diesen brutalen Vernichtungskrieg und für den Tod von Millionen unschuldiger Menschen zur Verantwortung gezogen werden sollte. In diesem Zusammenhang verwies man allzu schnell auf die NS-ideologisch geschulten Einheiten der Polizei und der SS, die den 'schmutzigen' Teil des Ostfeldzuges allein zu verantworten hätten. Die Wehrmacht hingegen blieb außen vor. Auf diese Weise entstand der Mythos von der 'sauberen' Wehrmacht. Dieser Mythos besagt nicht anderes, als dass die Wehrmacht ritterlich fürs Vaterland gekämpft hätte und nur ihren militärischen Aufgaben nachgekommen wäre. Mit den 'schmutzigen' Vernichtungstätigkeiten hätte sie nicht in Verbindung gestanden. Bis zur Ersten Wehrmachtsausstellung in den 90er Jahren war es ein öffentliches Tabu, sich mit der Rolle der Wehrmacht im Vernichtungskrieg kritisch auseinanderzusetzen. Eben diese Erste Wehrmachtsausstellung läutete nach Jahrzehnten des Stillschweigens das Ende des öffentlichen Tabus ein und entzauberte den Mythos von der 'sauberen' Wehrmacht in voller Breite. Es wurde daraufhin ein vollkommen neues, bisher unbekanntes Bild von der deutschen Wehrmacht im Russland-Feldzug gewonnen. Die Erkenntnisse entlassen die deutsche Wehrmacht keinesfalls aus ihrer Verantwortung und zeichnen ein sehr düsteres Bild von den deutschen Armeen im Osten. In dieser Studie wird nun der Mythos von der 'sauberen' Wehrmacht in den Mittelpunkt gerückt. Der Fokus liegt auf der Rolle der Wehrmacht beim Mord an den Juden im Ostfeldzug.

Bastian Keller wurde 1984 in Rottweil geboren. Sein Studium der Geschichtswissenschaft, Erziehungswissenschaft und der Germanistik an der Eberhard Karls Universität Tübingen schloss er 2012 mit dem Ersten Staatsexamen erfolgreich ab.

Produktinformationen

    Größe: 457kBytes
    Herausgeber: Diplomica Verlag GmbH
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 92
    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet
    ISBN: 9783842832671
    Erschienen: 01.06.2013
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Der Ostfeldzug - Die Wehrmacht im Vernichtungskrieg: Planung, Kooperation, Verantwortung

Textprobe: Kapitel 3, Die Zusammenarbeit der Wehrmacht mit den SS- und Polizeiverbänden: 3.1, Die Vernichtung der Juden im Militärverwaltungsgebiet: 3.1.1, Struktur des Militärverwaltungsgebietes: Zum Zeitpunkt des Angriffes der Wehrmacht besaß die Sowjetunion ein Staatsgebiet von 22,4 Millionen Quadratkilometer und war damit der größte flächenmäßige Staat auf der Erde. Allerdings war es teilweise nur dünn besiedelt. Das Militärverwaltungsgebiet erstreckte sich aber zu keiner Zeit auf die gesamte der Fläche der Sowjetunion. Außerdem war das Militärverwaltungsgebiet keine feste und unumstößliche Größe. Vielmehr war es ein dynamisches Gebiet, welches sich ständig in Bewegung befand und sich ständig entweder vergrößerte oder verkleinerte. Die Wehrmacht konnte beim Vormarsch im Juni 1941 binnen kürzester Zeit riesige territoriale Gewinne erzielen. Teile des Baltikums, Weißrusslands und der Ukraine gerieten unter deutsche Militärherrschaft. Das Militärverwaltungsgebiet wuchs daher exponentiell an. Die maximale Ausdehnung wurde im Herbst 1941 mit einer Gesamtfläche von etwa einer halben Million Quadratkilometer erreicht. Mit dem Rückzug der Wehrmacht ab März 1943, im Süden der Sowjetunion bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 1942, gingen Gebiete verloren und das Militärverwaltungsgebiet verkleinerte sich entsprechend. Des Weiteren verkleinerte sich das Militärverwaltungsgebiet dadurch, indem Gebiete an die Reichskommissariate Ostland und Ukraine übergingen. Doch noch im Juni 1943, als die Rote Armee nach Westen drängte und die Wehrmacht sich zurückzog, standen noch immer 620000 Quadratkilometer unter deutscher Militärherrschaft. Das Militärverwaltungsgebiet wurde in drei militärische Großverbände aufgeteilt, die sogenannten Heeresgruppen, die eine militärische Stärke zwischen 500000 und 1 Million Soldaten besaßen. Die Heeresgruppe Nord, unter dem Befehl von Generalfeldmarschall Wilhelm von Leeb, operierte im Raum des Baltikums mit den heutigen Staaten Lettland, Litauen und Estland. Sie stieß aber auch bis nach Leningrad und Demjansk in der Sowjetunion vor. Die Heeresgruppe Mitte hingegen unter dem Befehl von Generalfeldmarschall Fedor von Bock operierte überwiegend in Weißrussland und stieß bis vor Moskau vor. Zuletzt gab es noch die Heeresgruppe Süd, die von Generalfeldmarschall Gerd von Rundtstedt befehligt wurde. Sie war in der Ukraine tätig. Sie drang bis auf die Halbinsel Krim und nach Charkow vor. Zudem operierte sie im Raum des Kaukasus und erreichte die bekannte Stadt Stalingrad. Jede Heeresgruppe setzte sich zusammen aus a) mehreren Armeen mit ihren Armeegebieten und b) einem rückwärtigen Heeresgebiet. Betrachten wir zunächst die Armee und deren Armeegebiete. Die Armee wurde von einem Armeeoberkommando geführt. Jedem Armeeoberkommando stand ein Armeeoberbefehlshaber vor, der wiederum dem Oberbefehlshaber einer Heeresgruppe fachlich unterstand. Die 16. und 18. Armee, sowie die Panzergruppe 4 waren dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Nord unterstellt. Die Heeresgruppe Mitte fasste die 4. und 9. Armee und die Panzergruppe 2 und 3. Und dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd unterstanden die 6., 11. und 17. Armee, als auch die Panzergruppe 1. Die Stärke einer Armee belief sich auf ca. 120000-200000 Soldaten. Das Gebiet, in welchem eine Armee operierte, nannte man Armeegebiet. Dieses setzte sich zusammen aus einem Gefechtsgebiet, welches aus einem schmalen Steifen an der Hauptkampflinie (HKL) bestand und nicht mehr als 10 bis 20 Kilometer Tiefe aufwies. In diesem Bereich lagen die Kampf- und Versorgungstruppen der Divisionen, sowie die Stäbe der Armeekorps. Die 120-140 Divisionen, die über die Frontlinie im Osten verteilt waren, hatten auch ein kleines Besatzungsgebiet von der Größe von 300 bis 900 Quadratkilometer. In diesen kleinen Besatzungsgebieten, wie Pohl sie nennt, war die Bevölkerungsdicht sehr gering, da diese Gebiete von der Zivilbevölkerung meist v

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