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Der Streit über den Weg der Baptisten im Nationalsozialismus Jacob Köbberlings Auseinandersetzung mit Paul Schmidt zu Oxford 1937 und Velbert 1946 von Fleischer, Roland (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.05.2016
  • Verlag: Books on Demand
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Der Streit über den Weg der Baptisten im Nationalsozialismus

Baptistengemeinden in Deutschland, seit 1941 im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, suchten ihren Weg in der Zeit des Nationalsozialismus weitgehend in Anpassung an die politischen Verhältnisse. Zu den wenigen öffentlichen Mahnern gehörte Dr. Jacob Köbberling, der Bekennenden Kirche nahe stehend. Dieser Band dokumentiert zum einen die offiziellen Stellungnahmen des Bundesdirektors Paul Schmidt zu dem Konflikt über die Weltkirchenkonferenz 1937 in Oxford, seinen Rechenschaftsbericht zum ersten Nachkriegs-Bundesrat 1946 in Velbert sowie das neue Glaubensbekenntnis des Bundes von 1944. Zum anderen werden die Gegenschriften Köbberlings z.T. erstmalig veröffentlicht, jeweils ergänzt mit dessen umfangreicher Korrespondenz. Roland Fleischer hat diesen vierten Band der Reihe 'Baptismus-Dokumentation' ergänzt durch eine historische Einführung sowie informative biografische Beiträge zu Köbberling und Schmidt.

Roland Fleischer, geboren 1945 in Stetten im Remstal, studierte evangelische Theologie in Tübingen, Hamburg und Göttingen. Als Pastor des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG) wirkte er in den Gemeinden Duisburg, Bad Oldesloe, Wiehl, Hamburg-Bergedorf und Eisenach. Daneben engagiert er sich u.a. im historischen Beirat und weiteren Gremien des BEFG. Seit Jahren bemüht er sich, das Schicksal judenchristlicher Mitglieder aus Baptistengemeinden im 'Dritten Reich' zu erforschen und aufzuklären. Eine erste Sammlung von Kurzbiografien veröffentlichte er in dem Band von H.-J. Leisten: Wie alle anderen auch, Hamburg 2010. Roland Fleischer ist verheiratet und lebt heute im Ruhestand in Hamburg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 172
    Erscheinungsdatum: 23.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783735744470
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 617 kBytes
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Der Streit über den Weg der Baptisten im Nationalsozialismus

1. Weltkirchenkonferenz in Oxford, Juli 1937

Paul Schmidt (1888-1970), Bundesdirektor der Baptisten, berichtet in der Zeitschrift "Der Wahrheitszeuge" über die Weltkirchenkonferenz in Oxford. Er und Bischof F.H. Otto Melle (1875-1947) von der Bischöflich-Methodistischen Kirche in Deutschland waren die offiziellen Vertreter der Vereinigung Evangelischer Freikirchen. Die Deutsche Evangelische Kirche konnte aus politischen Gründen keine Vertreter entsenden. Bei der nachfolgenden Kritik am Auftreten der freikirchlichen Vertreter geht es um die Haltung der Freikirchen zum totalen Staat und ihre Desolidarisierung von der Bekennenden Kirche. 52 Dass beide freikirchliche Vertreter zur Botschaft in London ständigen Kontakt hielten und über ihr Verhalten auf der Konferenz von dort Instruktionen erhielten, verschweigt Paul Schmidt in seinem Bericht. 53
1.1. Bericht von Paul Schmidt

Die deutschen evangelischen Freikirchen in Oxford 54

Auf dem letzten Freikirchentag in Essen im November 1936 hat die "Vereinigung evangelischer Freikirchen" beschlossen, die Weltkirchenkonferenzen in Oxford und Edinburg[h] zu beschicken und hat gleichzeitig die Delegierten ernannt. Die rechtzeitige Anmeldung und alle Vorbereitungen zur Reise zunächst für die Konferenz "für praktisches Christentum" in Oxford vom 12. bis 26. Juli konnten ohne jede Störung und Verzögerung durchgeführt werden. In letzter Stunde wurden auch die so notwendigen Devisen zur Verfügung gestellt, so dass die Abreise pünktlich erfolgen konnte. Das aktuelle Thema "Kirche, Volk und Staat" übte im Voraus eine starke Anziehungskraft aus, und die allgemeine Weltlage des Christentums hatte eine Spannung erzeugt, die in den ersten vertraulichen Berichten der Arbeitsgruppen stark erkennbar war. Jedenfalls spürte wohl jeder Delegierte vor seiner Reise, dass er an einer Tagung teilzunehmen habe, die in einer Wendestunde das Wort der Kirchen zu sprechen habe.

Oxford war als Tagungsort für diese Konferenz vorzüglich geeignet. Dort hatte einst John Wesley, der Vater des Methodismus, während seiner Studienzeit den Namen "Methodist" erhalten, den man dann später, als er das entscheidende Heilserlebnis gehabt hatte und der Führer der Erweckungsbewegung wurde, seinen Anhängern spottweise beilegte, bis er zu einem Ehrennamen wurde. Von dort ging in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Heiligungs- und Erweckungsbewegung aus, die auch das christliche Glaubensleben auf dem Kontinent stark belebte und befruchtete. Und die gegenwärtige "Oxford-Gruppenbewegung" stammt zwar nicht aus Oxford, hat aber durch ihre erste wichtige Zusammenkunft in Oxford ihren Namen erhalten. Wenn man durch die vielen alten "Collegs", die vielen Kirchen und "Hallen" geht, begreift man, dass von da aus schon neue Glaubensbewegungen ausgehen können. Wird die Oxforder Weltkirchenkonferenz auch ein Ereignis werden, von dem neue Glaubenskräfte und Wiederherstellung der zerstörten Einheit echten Christentums in Jesu Gemeinde ausgehen wird?

Bemerkenswert sind einige Charakterzüge der Konferenz, die solche Frage rechtfertigen. Da ist zuerst zu nennen die in den Konferenztagen zusehends wachsende Einhelligkeit der Beurteilung der Zeitlage und der Einsicht in die Totalkrise des Christentums in der Welt. Es wurde vom Abschluss des konstantinischen Zeitalters gesprochen. Ferner zeigte sich eine wachsende Überzeugung, dass die einzelnen Christen und sonderlich die Kirchen in ehrlicher Bußhaltung vor Gott treten sollten und keine Veranlassung haben, als Richter, Ankläger oder Pharisäer aufzutreten. Und schließlich verbreiterte sich später die Erkenntnis, dass die Kirchen um ihres Zeugnisses und Dienstes willen allen Grund haben, näher zusammenzurücken und Trennendes zu überwinden.

Der erste Konferenztag brachte für die deutschen freikirchlichen Delegierten eine kleine Peinli

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