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Deutsche Kolonialpolitik unter Bismarck - Das Für und Wider eines staatlich-formellen Kolonialismus Das Für und Wider eines staatlich-formellen Kolonialismus von Martin, Werner (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.01.2007
  • Verlag: GRIN Verlag
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Deutsche Kolonialpolitik unter Bismarck - Das Für und Wider eines staatlich-formellen Kolonialismus

Magisterarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Geschichte Europa - Deutschland - 1848, Kaiserreich, Imperialismus, Note: 1,7, Freie Universität Berlin (Friedrich-Meinecke-Institut), 160 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Deutschland im Frühsommer 1884: Reichskanzler Otto von Bismarck gibt den entscheidenden Startschuss für die staatliche Übersee-Expansion des Deutschen Reiches. Die Frage drängt sich auf, was den den überzeugten Freihändler zu diesem folgenschweren Schritt bewogen hat. Bismarck hatte das Reich nach dessen Gründung ferner doch für 'saturiert' erklärt und bis 1884 stets bekräftigt, wie wenig er von Kolonien generell hielt. Warum setzte er diese Grundüberzeugung - zumindest vorübergehend - dann doch außer Kraft? Ist seine beinahe schon pathologische Kolonialphobie gar einer neuen Kolonialphilie gewichen? Oder war die Kolonialpolitik für Otto von Bismarck - wie etwa seine viel gerühmte Sozialpolitik - einmal mehr nur ein Mittel zum Zweck der Festigung seiner Position und letztlich eine Machtfrage?

Diese Fragen zu klären ist Ziel der vorliegenden Arbeit, die sich in folgende Hauptabschnitte untergliedern lässt:
Zunächst werden im ersten Kapitel die Begriffe Imperialismus und Kolonialismus theoretisch umrissen und voneinander abgegrenzt. Zusätzlich wird die semantische Entwicklung dieser Termini nachgezeichnet, der Versuch einer Periodisierung der imperialen beziehungsweise der kolonialen Epoche unternommen und im Falle des Kolonialismus diesem zugeordnete Subphänomene wie Kolonisation, Kolonien und schließlich Kolonialpolitik definitorisch eingegrenzt. Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der ablehnenden Haltung Otto von Bismarcks gegenüber dem Erwerb direkter und formeller Kolonien, während sich das dritte und umfangreichste Kapitel mit den Motiven für den Übergang zur staatlichen Kolonialpolitik befasst. Ziel dabei ist es, die bisherigen historiographischen Erklärungsmodelle für Bismarcks Eintritt in eine offizielle Expansionspolitik darzustellen und sie einer umfassenden konstruktiven und kritischen Analyse zu unterziehen. In einem zusammenfassenden Resümee wird schließlich der Versuch unternommen, Bismarcks Kolonialpolitik mit dessen Herrschaftstechnik und den Grundprinzipien seiner Staatspolitik in Einklang zu bringen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 112
    Erscheinungsdatum: 12.01.2007
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783638591379
    Verlag: GRIN Verlag
    Größe: 619kBytes
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Deutsche Kolonialpolitik unter Bismarck - Das Für und Wider eines staatlich-formellen Kolonialismus

I. Eingrenzung fachwissenschaftlicher Begrifflichkeiten
Im folgenden Kapitel, welches als begriffstheoretischer Vorbau der Gesamtarbeit fungiert, werden nun die für die zentrale Fragestellung der Arbeit wichtigsten Fachbegriffe wie Imperialismus, Kolonialismus, Kolonisation, Kolonie und Kolonialpolitik geklärt. Die "K-Vokabeln" werden aufgrund ihrer starken Ähnlichkeiten und Überschneidungen im zweiten Unterkapitel gemeinsam behandelt. Von den beiden Hauptbegriffen Imperialismus und Kolonialismus wird zunächst jeweils die Herkunft, die Entwicklung sowie die unterschiedlichen Formen und Ausprägungen der imperialen beziehungsweise kolonialen Epoche geschildert. Anschließend sollen nach Periodisierungsversuchen definitorische Annäherungen für die jeweiligen Begriffe unternommen werden. Die literarische Grundlage zur Bestimmung der Termini bilden neben mehreren einschlägigen Monographien und Aufsätzen von Wolfgang Mommsen, Hans-Ulrich Wehler, Jürgen Osterhammel oder David K. Fieldhouse [36] zusätzlich einige der einschlägigen geschichtswissenschaftlichen Nachschlagewerke.
1. Imperialismus – Semantische Entwicklung, Periodisierung und Definitionen
Über wenige Begriffe ist in der Geschichtswissenschaft so leidenschaftlich gestritten worden wie über den des Imperialismus. Denn zu den unterschiedlichsten Zeiten und Epochen haben die unterschiedlichsten Personen und Strömungen unter dem Terminus etwas anderes verstanden. So existiert zur Bestimmung des Imperialismus-Begriffs eine geradezu babylonische Definitionsvielfalt. Versteht man unter Imperialismus wie allgemein üblich die direkte oder indirekte Ausübung von Herrschaft, Kontrolle oder Einfluss eines Landes über ein anderes oder auch einer sozialen Gruppe über eine andere, so könne nach Winfried Baumgart die militärische Unterwerfung Ägyptens durch die Hyskos um 1650 v. Chr. ebenso unter dem Oberbegriff Imperialismus rubriziert werden wie die wirtschaftliche Beherrschung des europäischen Kontinents durch England in weiten Teilen des 18. und 19. Jahrhunderts. Für den Historiker gelten gemäß oben genannter Kriterien sogar deutsche Touristenströme nach Spanien sowie die engagierten politischen Stellungnahmen und Aktionen einiger Vertreter der 68er-Bewegung als imperialistisch. Letzteren bezeichnet Baumgart etwas überzogen gar als "'Psycho- und Gesinnungsterror' einer kleinen Gruppe von Extremisten in unseren Bildungseinrichtungen." [37] Der Imperialismus-Begriff hat also grundsätzlich nicht nur eine politische und kulturelle, sondern auch eine sozioökonomische und militärische Komponente, was eine universalhistorische Definition dem Wissenschaftler nicht gerade leichter macht. Die Geschichte des Imperialismus steht somit praktisch quer zu den Einzeldisziplinen der Politik- Gesellschafts-, Wirtschafts-, oder Kulturgeschichte und überlagert diese. In den nächsten Absätzen soll nun die Entstehung und Entwicklung des Imperialismusbegriffes nachgezeichnet werden, mögliche Definitionen erörtert und diese hin und wieder auf den spezifisch deutschen Fall des Imperialismus angewandt werden.
Das dem Wort Imperialismus zugrunde liegende lateinische "Imperium" war einst ein rechtlich verhältnismäßig genau bestimmter Begriff, dem aber auch nichtrechtliche Bedeutungen wie Machterweiterung bis hin zur angestrebten Weltherrschaft innewohnten. [38] Den Imperiums-Begriff, welcher der politischen Sprache des Römischen Reiches entstammt, findet man auch in zeitgenössischen Darstellungen chinesischer Autoren, die den 221 v. Chr.

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