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Die Schlacht um Berlin und das Ende des Dritten Reichs 1945 Reclam - Kriege der Moderne von Lieb, Peter (eBook)

  • Verlag: Reclam Verlag
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Die Schlacht um Berlin und das Ende des Dritten Reichs 1945

Am 12. Januar 1945 begann die Rote Armee ihre lang erwartete Großoffensive gegen das nationalsozialistische Deutsche Reich. Obwohl längst keine Hoffnung auf einen Sieg mehr bestand und sie weit unterlegen war, leistete die Wehrmacht vielerorts verbissen Widerstand. Allein die Schlacht um die Hauptstadt Berlin dauerte gut zwei Wochen. Am 2. Mai hissten schließlich Soldaten der Roten Armee die sowjetische Flagge über dem Reichstag. Der Historiker Peter Lieb erklärt, weshalb die Kämpfe in diesen letzten Monaten noch einmal so viele Opfer forderten, und veranschaulicht die gewaltige Vernichtungskraft des von Adolf Hitler ausgelösten Kriegs. Dr. Peter Lieb, geboren 1974, ist Historiker und forscht am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Seine Arbeit befasst sich u. a. mit den Themenbereichen Strategie, Operationsgeschichte und Besatzungspolitik im Ersten und Zweiten Weltkrieg, Aufstände und Aufstandsbekämpfung, Kriegsverbrechen sowie Sozial- und Mentalitätsgeschichte des Militärs.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783159616742
    Verlag: Reclam Verlag
    Serie: Kriege der Moderne 11272
    Größe: 15733 kBytes
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Die Schlacht um Berlin und das Ende des Dritten Reichs 1945

[7] 1 Flucht und Tod im Berliner Inferno

Berlin in Trümmern: Die Budapester Straße mit der zerstörten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Anfang Mai 1945

29 . April 1945 , im "Führerbunker" unter der Reichskanzlei: Fast acht Jahre war der noch junge Oberst Nicolaus von Below Luftwaffen-Adjutant bei Adolf Hitler gewesen; seinem "Führer" hatte er stets treu gedient. Die gesamte politische und militärische Elite des sogenannten Dritten Reichs hatte er getroffen, all die Interna und Ränkespiele im Zentrum der Macht kannte er nur zu gut. Der verbrecherische Charakter des NS -Staats konnte ihm nicht verborgen geblieben sein. Mehr noch: Below selbst gehörte zur "Ersatzfamilie" des Diktators. Seit einigen Wochen lebte er nun mit dessen letzten Getreuen unter der Erde, im "Führerbunker" im Herzen Berlins.

Früh um 4 Uhr hatte Below neben den Nazi-Größen Martin Bormann und Joseph Goebbels seine Unterschrift unter Hitlers privates Testament gesetzt. Sein Einsatz als Zeuge war seine letzte Aufgabe. Er hatte seine Schuldigkeit getan; zwanzig Stunden später, um Mitternacht vom 29 . auf den 30 . April 1945 , konnte er gehen. Below erhielt damit die völlig unerwartete Chance, der Todesfalle unter der Reichskanzlei zu entkommen. Ob er überleben würde, war dennoch fraglich, weil [8] zu diesem Zeitpunkt die Rote Armee bereits fast ganz Berlin eingenommen hatte.

Below war der letzte aus dem engeren Umfeld Hitlers , der den "Führerbunker" verließ. Gegen Mittag war bereits eine andere Gruppe von drei jungen Offizieren aufgebrochen: Oberstleutnant Rudolf Weiß , Major Bernd Freytag von Loringhoven und Rittmeister Gerhard Boldt . Loringhoven und Boldt hatten in den vergangenen Tagen die Meldungen der Wehrmachtverbände gesammelt und für die Lagevorträge im "Führerbunker" aufbereitet. Below hatte von ihnen erfahren, dass es möglicherweise in Richtung Havel noch einen Fluchtweg nach Westen geben könnte. Als Einziger begleitete ihn Heinz Mathiesing , sein langjähriger Bursche aus der Luftwaffen-Adjutantur.

Luftwaffen-Adjutant Nicolaus von Below (Mitte) gehörte zu den engsten Vertrauten Hitlers . Rechts im Bild Hermann Göring sowie der Chef des Heerespersonalamts, Rudolf Schmundt . Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1940 .

So machten sich die beiden Männer auf den Weg, ausgerüstet mit MP 40 Maschinenpistolen, ein wenig Verpflegung und Landkarten. Ihr Weg führte sie zunächst über die Hermann-Göring-Straße (heute: [9] Ebertstraße) zum Brandenburger Tor, von dort durch den Tiergarten bis zum großen Flakturm am Berliner Zoo. Das monströse Gebäude war während des Kriegs erbaut worden, auch als ein Symbol der Unbesiegbarkeit Berlins angesichts der alliierten Bomberangriffe. Inzwischen diente der Flakturm hauptsächlich als Lazarett. Der dortige Kommandant riet Below , seinen Weg entlang der Kantstraße und über den Adolf- Hitler -Platz (heute: Theodor-Heuss-Platz), dann über die Heerstraße bis zum Reichssportfeld (heute: Olympiapark) fortzusetzen.

Berlin glich einem apokalyptischen Niemandsland, die Stadt lag im Sterben: Überall sah man Häuserruinen, Bombentrichter, Rauch, Granatenei

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