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Feldpost im Ersten Weltkrieg. Briefe als Spiegel des Kriegsalltags an der Front

  • Erscheinungsdatum: 25.08.2014
  • Verlag: Science Factory
eBook (ePUB)
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Feldpost im Ersten Weltkrieg. Briefe als Spiegel des Kriegsalltags an der Front

Fachbuch aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik, , Sprache: Deutsch, Abstract: Mit stolz geschwellter Brust, ungeduldig und voller Erwartung zogen hunderttausende junge Soldaten in den Krieg. Die Frauen blieben am Herd und an den Fließbändern der Kriegsindustrie zurück. An der Front verwandelte sich das vermeintliche Abenteuer rasch in einen Alptraum: Tod, Blut, Hunger, Durst und Kälte wurden zum Alltag der Soldaten, viele Kilometer von ihren Familien entfernt. Oft waren Briefe die einzige Möglichkeit, um mit der Heimat in Kontakt zu bleiben. In diesem Band finden sich wissenschaftlich aufbereitete Auszüge aus Briefen, Tagebucheinträgen und Fotos, die dem Leser einen Einblick in den Lebensalltag an der Heimatfront und im Schützengraben geben. Aus dem Inhalt: Der Tod von Kameraden und des Feindes Bilderwelt der dienenden Front Die Lebensmittelknappheit und die Folgen für die Soldaten Feldpostbriefe als Verbindung zwischen den Soldaten an der Front und den Familien in der Heimat Der Kriegsalltag der Frauen in der Heimat Die Familie im Ersten Weltkrieg

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 166
    Erscheinungsdatum: 25.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783656725411
    Verlag: Science Factory
    Serie: Akademische Schriftenreihe Bd.V272792
    Größe: 2425kBytes
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Feldpost im Ersten Weltkrieg. Briefe als Spiegel des Kriegsalltags an der Front

Quellen und Quellenkritik

Um die Arbeit mit den Dokumenten zu erleichtern, werden wichtige Zitate unter wenigen Themenkomplexen zusammengefasst, einerseits, weil sich markante Sachverhalte wiederholen und deshalb auch von höherer Bedeutung sind, andererseits, weil eine Aufarbeitung aller zur Verfügung stehenden Dokumente den Rahmen sprengen würde.

Als wesentlichstes Thema der Feldpost muss die Versorgung und natürlich auch Unterversorgung mit Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen angesprochen werden. Besonders in den letzten Kriegsjahren findet sich fast jedem Brief findet sich die Bitte der Soldaten um die Sendung derselben. Wie bekannt, war die Versorgung der Soldaten zu diesem Zeitpunkt mehr als dürftig:

"Liebe Eltern und Schwester!
Euren Brief vom 6. habe ich erhalten, wie ich euch schon geschrieben habe. Hoffentlich habt ihr meinen Brief auch erhalten. Ich habe bis jetzt noch kein Paket erhalten. [...] ich habe die letzte Zeit was hungern müssen. Schickt mir doch jetzt regelmäßig was und wartet nicht so lange bis ich erst schreibe. Sonst muss ich immer viel zu lange warten. Denn das Essen, was wir hier bekommen, ist nicht ganz was besonderes. Denn zuviel schickt ihr mir nicht. ..." (13.01.1917)

"Brot bekommen wir meist viel zu wenig. [...] Solange wie ich im Krieg bin, habe ich noch nicht so wenig bekommen, wie es hier gibt." (19.01.1917)

"...Ich kann euch nicht genug dafür danken, wenn ihr mir nur endlich was schickt, denn zu viel schickt ihr mir nicht. Und auch Brot, wenn ihr daß schicken könnt, denn da komm ich gar nicht mit aus. Ihr könnt auch große Pakete schicken, denn hier waren auch mehrere, die hatten große Pakete mit Brot bekommen. Wenn es auch trocken wird, daß ist nicht so schlimm. Wenn ich nur was habe." (12.02.1917)

"Liebe Eltern und Schwester!
Euren Brief vom 1. habe ich gestern erhalten [...] Die anderen Pakete habe ich noch nicht erhalten. Es dauert doch lange, daß sie überkommen. Ich sehe ihnen jeden Tag entgegen, denn wir bekommen nur 1/3 Brot und da kann man nicht mit aus. Das Essen mittags ist auch so dünn. Dann schickt mir doch auch bitte Brot. Dann bin ich mit dem Brot etwas im voraus. Ich esse es Abend immer schon auf vor Hunger. [...] Denn der Hunger, dass ist das schlimmste, was wir auszuhalten haben. ..." (07.01.1918) [41]

Diese Beispiele machen deutlich, wir sehr die Soldaten unter der schlechten Lebensmittelzuteilung gelitten haben. Die Bitte nach Brot wird in vielen Briefen zum wesentlichen Thema.

Zu den am häufigsten geforderten Alltagsgegenständen gehörten Unterwäsche, Socken, Streichhölzer, sowie Papier und Stifte (ein Anzeichen für die Bedeutung des Kontaktes zur Heimat), dringend benötigt, aber schwer erhältlich. Aus dem Nachlass der Familie Kleinau aus Berlin-Willmersdorf blieb unter anderem eine Karte mit einer Liste der folgenden dringend benötigten Gegenstände erhalten:

"Dicke Unterjacke oder Lederweste zum Wachestehen, Taschenlampe [...], 10 Taschentücher [...], 2 Unterhosen, 2 Hemden, Fußlappen, Strümpfe (dicke), Leinene Lappen zum Gewehr- Reinigen, Holzbecher, Waschseife, Handtücher, Briefbogen, Karten, Bleistifte, Nähzeug, Strumpfwolle, Streichhölzer, Watte, kl. Haarbürste, Spiegel..." [42]

Neben der Sendung von Waren diente die Feldpost vor allem der gegenseitigen Versicherung über das Wohlbefinden und natürlich auch das Überleben der Soldaten und ihren Angehörigen. Das obligatorische "Es geht mir gut" erscheint dem heutigen Leser wie eine Floskel, für die Familien hatte aber schon dieser Satz eine immense Bedeutung: Es bedeutete, dass die Soldaten zwar weit davon entfernt waren, sich wirklich 'gut' zu fühlen, aber wenigstens nicht an einer ernsthaften Krankheit litten, schwer verwundet oder tot waren.

Auch wenn es den Frontsoldaten mit Sicherheit nicht leicht viel, brauchten sie doch offensic

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