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Ferdinand von Bredow Notizen vom 20.2.1933 bis 31.12.1933. Tägliche Aufzeichnungen vom 1.1.1934 bis 28.6.1934 von Strenge, Irene (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.02.2009
  • Verlag: Duncker & Humblot
eBook (PDF)
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Ferdinand von Bredow

Ferdinand von Bredow, geboren am 16.5.1884, ermordet in der Nacht vom 30.6.1934, leitete vom Juni 1932 bis zum 30.1.1933 das Ministeramt im Reichswehrministerium und hatte damit die Funktion eines Staatssekretärs inne. Obwohl die SS nach Bredows Ermordung eine gründliche Haussuchung hielt, fielen ihr die Tagebücher nicht in die Hände, die Bredow vom 20.2.1933 bis zum 28.6.1934 geschrieben hatte. Ihr entgingen auch Notizen, die Aufschluss über die letzten Tage vor dem 30.1.1933 geben, insbesondere über Kurt von Hammersteins schwankende Haltung.
Die mit diesem Buch erstmals veröffentlichten Tagebücher zeigen, wie sehr Bredow Hitler unterschätzte. Von der nationalen Euphorie nach dem 30.1.1933 nicht unbeeindruckt, teilte Bredow die nationalsozialistische Bewegung in zwei Lager: Wenige "gute" Nationalsozialisten mit "redlichem Bemühen" standen gegen die "Radikalinskis", die es zu bändigen galt. Letzteres erhoffte Bredow sich dringend von Hitler, blieb allerdings skeptisch, ob Hitler dazu in der Lage sei. Auch wenn Bredow seine Hoffnungen auf die Person Hitlers setzte, so sparte er doch nicht mit Kritik, was das Vorgehen gegen die Juden und die Außenpolitik betraf.
Bredow wünschte, sich mit seinen Fähigkeiten, seinem Wissen und seinen weitreichenden Verbindungen in den neuen Staat einbringen zu können. Doch wurde gerade dies ihm zum Verhängnis: Hitler und Göring hielten Bredow für so gefährlich, dass sie ihn ermorden ließen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 259
    Erscheinungsdatum: 26.02.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783428529605
    Verlag: Duncker & Humblot
    Größe: 899 kBytes
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Ferdinand von Bredow

D. Januar 1933: Notizkalender, Taschenkalender und Akten des Ministeriums (S. 39-40)
In den schriftlichen Äußerungen Bredows, wie sie im Notizkalender, im Taschenkalender und in den Akten des Reichswehrministeriums im Januar 1933 enthalten sind, geht es um die Überlegungen Bredows und Schleichers zu Hitler einerseits und zu Papen andererseits, ferner um die Frage, wie der Reichspräsident sich vermutlich verhalten werde.
Notizkalender:
"5.1. nichts von Papen"
Am 4. 1. 1933 hatten Papen und Hitler im Hause des Bankiers Schröder in Köln miteinander gesprochen. Außer dem kurzen Satz in seinem Notizkalender "5.1. nichts von Papen" gibt es in Bredows Unterlagen keine Äußerung über die Kontakte zwischen Hitler und Papen im Januar 1933. Insbesondere findet sich kein Hinweis auf das Teffen von Köln in dem Protokoll der "Amtschef Besprechung am 6. 1. 33" im Reichswehrministerium,1 was nahegelegen hätte, wenn Schleicher dieses Treffen denn für besonders wichtig gehalten hätte.
Schleicher ärgerte sich nicht wenig über die Intrige hinter seinem Rücken. Aber als grundsätzlich bedeutsam für sein politisches Überleben hat er sie offenbar nicht eingestuft. Daran mag ein Schreiben des Kronprinzen an Schleicher vom 13. 1. 1933 seinen Anteil haben, dem als Anlage eine kurze Ausarbeitung eines anonymen Autors über das Treffen am 4. 1. 1933 beigefügt war. Vermutlich hatte ausgerechnet der Leiter des NSDAP-Wehramtes Hans von Hörauf diese Ausarbeitung erstellt.2 Hörauf erörtert die Alternativen, was Papen entweder als Freund oder als Feind des Kanzlers mit der Besprechung bezweckt haben könnte.
Das Schreiben kommt zu dem Schluss, dass für den Kanzler keinerlei Grund bestehe, jetzt die Ruhe zu verlieren. Bredow attackiert den Kronprinzen in seinem Tagebuch als jemanden, der seine alten Freunde, insbesondere Schleicher und Bredow selbst, im Stich ließ und deswegen "eine Leiche im Keller" habe (s. u. 25. 11. 1933). Damit könnte Bredow jenes Schreiben des Konprinzen an Schleicher mit der beruhigenden Ausarbeitung vom 13. 1. 1933 meinen. Dieses Schreiben wiegt Schleicher bewusst in Sicherheit und spielt die von Papen ausgehende Gefahr herunter. Es könnte durchaus dazu beigetragen haben, dass Schleicher sich nicht energisch genug gegen Papens Intrigen zurWehr setzte.

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