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Frau, komm! Die Massenvergewaltigungen deutscher Frauen und Mädchen 1944/45 von Münch, Ingo von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.10.2015
  • Verlag: Ares Verlag
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Frau, komm!

Zu den schlimmsten Verbrechen im Zweiten Weltkrieg gehören die Massenvergewaltigungen deutscher Frauen und Mädchen durch sowjetische Soldaten 1944/45. Viele dieser Frauen und Mädchen wurden nicht ein Mal, sondern viele Male sexuell mißbraucht. Weder Kinder noch Greisinnen blieben verschont. Verläßlichen Schätzungen zufolge wurden rund zwei Millionen Frauen und Mädchen Opfer jener Vergewaltigungen. Das ungeheure Ausmaß dieser Verbrechen und der durch sie verursachten menschlichen Leiden hat jahrzehntelang keine angemessene öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Erst in neuerer Zeit werden diese Ereignisse häufiger erwähnt, allerdings fast immer nur als Teil einer Schilderung von Flucht, Vertreibung und Zwangsarbeit. Demgegenüber befasst sich das vorliegende Buch ausschließlich mit den Vergewaltigungen und hier unter anderem mit den Fragen, wie und warum es zu diesen Exzessen gekommen ist, warum Widerstand zwecklos war und was mit den Kindern geschah, die Opfer oder 'nur' Zeuge der sexuellen Gewalttaten waren. Erlebnisberichte von Opfern und Tätern sind eine wesentliche, weil authentische Grundlage dieser Darstellung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 05.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783902732514
    Verlag: Ares Verlag
    Größe: 1836kBytes
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Frau, komm!

Einführung

"Frau, komm!" lautete Ende 1944/Anfang 1945 der unmissverständliche und keinen Widerspruch duldende Befehl russischer Soldaten an diejenigen von ihnen gewollten deutschen Frauen und Mädchen, denen damit Vergewaltigung bevorstand. Die Formulierung "denen damit Vergewaltigung bevorstand", nicht: "eine Vergewaltigung bevorstand", ist hier bewusst gewählt; denn in ungezählten Fällen wurden die Frauen und Mädchen beim Einmarsch der sowjetischen Truppen nicht von einem russischen Soldaten einmal, sondern mehrmals vergewaltigt und in ungezählten Fällen nicht nur von einem Soldaten, sondern von mehreren. Eine Flüchtlingsfrau aus Danzig schildert in ihrem Erlebnisbericht über die Einnahme Danzigs durch die Rote Armee den Exodus von Flüchtlingen nach Langfuhr so:

Wenn wir aber dachten, etwas Ruhe zu finden, so irrten wir uns. In Gruppen von fünf bis sechs Russen kamen die Soldaten und nahmen uns unser bißchen Essen und was ihnen sonst noch gefiel, und dann hieß es wieder: "Frau komm!" Wer nicht gleich mitging, wurde grausam geschlagen und letzten Endes doch gezwungen mitzugehen, meistens im Treppenflur oder auf der Treppe oder auch in den oberen zerstörten Stockwerken wurden die Frauen mißbraucht, tierisch die Brüste zerbissen und furchtbar gequält, gleich immer von vielen hintereinander. 1

"Am Sonntagmorgen Fortsetzung von Plünderung und Vergewaltigung. 'Frau, komm!' - wer nicht Folge leistete, wurde erschossen" - so beschreibt ein Pfarrer aus Lauenburg in Pommern die Besetzung dieser Stadt. 2 Uhren und Frauen waren Objekte unaufhörlichen Verlangens. Einem neunjährigen Mädchen prägten sich beim Einmarsch der sowjetischen Truppen in einen Vorort von Berlin die Rufe "Uri, Uri! Frau, komm!" als die häufigsten aus russischem Mund gehörten Worte ein. 3 Das Aufstöbern einer sich in einem Dorf bei Neustrelitz in Pommern versteckt haltenden Gruppe von Flüchtlingen und die daraufhin erfolgte Vergewaltigung einer jungen Frau nahm ein damals zehnjähriges Mädchen so wahr:

In der Türöffnung stand der erste Russe. Alle schwiegen und harrten der Dinge, die jetzt passieren würden. Es begann damit, dass er erstmal seine Soldatenmütze abnahm und die oberen Knöpfe seiner Uniform öffnete. Dann schrie er laut in den Raum: "Frau, komm' her", und als sich niemand in der Runde erhob, schrie er fast kreischend: "Sofort Frau, komm, dawei!" Die anwesenden Frauen versuchten, sich ängstlich weiter in die Ecke zu drücken, um sich hinter irgendwelchen Gegenständen in Sicherheit zu bringen. Damit war der Soldat keineswegs einverstanden und schnappte sich die ihm am nächsten sitzende Frau und schleppte sie in eine leere Bettstelle. Jetzt warf er sich über sie und es geschah das, wie alle um mich herum raunten, sie wurde vergewaltigt ... 4

Über Vergewaltigungen in einer Kirche in Lichtenhagen bei Königsberg ist zu lesen:

Überall waren huschende Gestalten zu sehen, Taschenlampen blitzten auf, "Frau, komm mit", ertönte es immer wieder. Frauen wurden gewaltsam aus den Bänken gezerrt und ins Dunkel verschleppt, auf den Chor oder auf den Glockenturm. Und alles spielte sich gespenstisch leise ab, niemand wagte laut zu schreien ... wir wagten kaum zu flüstern, um niemand auf uns aufmerksam zu machen ... Das Grauen schlich auf lautlosen Sohlen durch die Kirche ..., immer wieder hörte ich ein barsches "Komm mit!". 5

Der russische Schriftsteller Anatoli Streljanyi zitiert aus einem Gespräch mit einem anderen russischen Schriftsteller, der im Krieg in Deutschland war:

Ich erinnere mich jetzt auch oft daran. "Frau, komm!" bedeutete, sich am Feind zu rächen. Abends erzählten wir uns: Ich habe mich heute dreimal gerächt, und du? 6

Der Befehl "Frau, komm!" führte bei den so angesprochenen Frauen und Mädchen zu Angst und Schrecken. Die Journalistin Margret Boveri (T

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