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Gigantische Visionen Architektur und Hochtechnologie im Nationalsozialismus von Ellenbogen, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2015
  • Verlag: Ares Verlag
eBook (ePUB)
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Gigantische Visionen

So gigantisch die vom Dritten Reich verwirklichten oder geplanten Bauprojekte waren, so wenig kommt ihnen eine isolierte Stellung in der Architekturgeschichte zu - vergleicht man sie mit den Repräsentationsbauten der Stalin-Zeit, den beginnenden Hochhausprojekten in Amerika oder den Visionen eines Architekten wie Le Corbusier. Neben der Architektur werden waffentechnische Großprojekte behandelt, die nicht nur wegen ihres Gigantismus ins Auge fallen, sondern zum Teil auch wegen ihrer visionären Kühnheit.

Michael Ellenbogen, geb. 1962, lebt und arbeitet als freier Journalists in Wien. Seit frühester Jugend Interesse für Geschichte, militärhistorische Themen sowie Waffentechnologie. Im Ares Verlag ist das Buch Gigantische Visionen erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 263
    Erscheinungsdatum: 01.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783902732552
    Verlag: Ares Verlag
    Größe: 26528 kBytes
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Gigantische Visionen

Vorwort

Gigantismus ist kein lobendes Wort. Weder in der Architektur noch in der Technik. Es bezeichnet sinnfremdes Streben nach Größe um der Größe willen. Dem Nationalsozialismus ist der Vorwurf der Megalomanie und der Gigantomanie oft gemacht worden - und oft zu Recht. Dieses Buch zeigt einige der wichtigsten Großprojekte des Dritten Reiches im Bereich der Architektur und der Technik: vollendete ebenso wie geplante und gescheiterte.

Die Berauschung und Selbstberauschung an der Größe, aber auch die kühle Überlegung ihrer Wirkung spielten eine Rolle, wie etwa die Schriften und Reden Hitlers und einer seiner wichtigsten architektonischen Planer, Albert Speer, zeigen. Der Stil, den der Nationalsozialismus in seinen offiziellen Großbauten pflegte, war der Neoklassizismus. Dieser war keine Erfindung des Nationalsozialismus, und er war in seiner Herkunft keineswegs auf Deutschland beschränkt, sondern ging aus einer allgemeinen europäischen Entwicklung seit etwa 1900 hervor. Seine Steigerung ins Gigantische zwischen 1933 und dem Ende des Dritten Reiches aber ist eng mit den Vorstellungen von Macht und nicht zuletzt auch mit dem Geschichtsbild Hitlers verbunden, der Freund und Feind, aber auch die Nachwelt gleichermaßen beeindrucken wollte. Nicht nur einschüchtern sollte diese Architektur, sondern auch mitreißen und verführen. Das Gelände des Reichsparteitags in Nürnberg mit seinen Gebäuden und dem Lichtdom sowie die Architektur und Inszenierung der Olympischen Spiele sind dafür nur ein Beispiel.

So wird man insgesamt bei dieser Form des Bauens nicht vergessen dürfen, daß sie stets als Teil einer Inszenierung gedacht war: zur Inszenierung der Macht aber auch zu der von den Nationalsozialisten propagierten "Volksgemeinschaft". Tatsächlich haftet manchen der geplanten Gebäude für die neue Reichshauptstadt Germania und an anderen Orten auch etwas Theatralisches und Kulissenhaftes an. So sollten etwa die Gebäude der Ministerien an der Großen Achse in Germania nach Hitlers Vorstellungen keineswegs der Unterbringung des Personals der Ministerien dienen, sondern einzig der "Repräsentation".

Für Hitler hatte die architektonische Umgestaltung der Städte eine so große Priorität, daß er damit bereits während des Krieges begann. Neben Berlin als Reichshauptstadt, Nürnberg als Stadt der Reichsparteitage, München als "Hauptstadt der Bewegung" und Linz, in dem er einen Teil seiner Jugend verbracht hatte und in der er begraben werden wollte, waren dies weitere 27 Städte, denen er den Stempel nationalsozialistischer Architektur aufprägen wollte.

Doch nicht nur die Repräsentationsarchitektur zeigte den Willen der Nationalsozialisten zur Monumentalität, sondern auch in den Bereichen Straßen- und Bahnbau sowie Waffentechnik zeigte sich eine Hinwendung zu gigantischen Projekten:

Die Breitspur-Fernbahn (Reichsspurbahn) knüpft direkt an die gigantischen Projekte des NS-Regimes im Architekturbereich an und wurde vor allem auf Betreiben Adolf Hitlers vorangetrieben. Bei dieser Fernbahn handelte es sich, salopp gesagt, um eine mehrfach vergrößerte neue Eisenbahn, welche mit einer Spurweite von 3 Metern Europa verbinden und erschließen sollte. Die anfänglichen Planungen sahen sogar Spurweiten von 3,7 m und 4 m vor. Aussicht auf eine Realisierung hatte dieses Projekt allerdings zu keinem Zeitpunkt, da dem Deutschen Reich im Zweiten Weltkrieg für ein derartiges Projekt schlicht die Ressourcen fehlten.

Im Mai 1933 machte Hitler sein Programm zum Bau von Autobahnen öffentlich, gemäß dem sich ein dichtes Netz von vierspurigen Autostraßen über Deutschland spannen sollte.

Der gesamtverantwortliche Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr. Ing. Fritz Todt, übernahm, wie unsere Ausführungen zeigen, eine technische Herausforderung, für die es in der Geschichte bis dahin kein Vorbild gab. Nicht ohne Grund sind die Reichsautobahnen deshalb auch als "Pyramiden des Dritten Reiches" be

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