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Halbmond und Hakenkreuz Das Dritte Reich, die Araber und Palästina von Mallmann, Klaus-Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.05.2014
  • Verlag: Primus
eBook (ePUB)
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Halbmond und Hakenkreuz

Mit der Landung des Deutschen Afrikakorps im Februar 1941 in Libyen begann die Phase aktiver deutscher Intervention im arabischen Raum. Damit waren weit reichende strategische Planungen zur Eroberung des gesamten Nahen und Mittleren Ostens verbunden. Auch für Palästina war der Massenmord an den dortigen Juden geplant - unter tatkräftiger Mithilfe von arabischen Kollaborateuren vor Ort. Die Aufgabe schien einfach, immerhin hatte sich der Großmufti von Jerusalem, ein Verwandter Arafats, in Berlin mit Hitler getroffen. Das erforderliche deutsche Personal wartete nur auf den Marschbefehl - der allerdings durch Rommels verlorene Schlacht vor El Alamein letztlich nie erteilt wurde. Klaus-Michael Mallmann und Martin Cüppers beschreiben hier erstmals umfassend die Beziehungen zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und dem arabischen Nahen Osten, Beziehungen, die in ihrer politischen Brisanz ihre Schatten bis in unsere Tage werfen.

Klaus-Michael Mallmann, geb. 1948, ist wissenschaftlicher Leiter der Forschungsstelle Ludwigsburg und Professor für Neuere Geschichte an der Universität Stuttgart.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 01.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863126018
    Verlag: Primus
    Größe: 3319 kBytes
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Halbmond und Hakenkreuz

Einleitung

Seit einigen Jahren erleben wir weltweit zwei fundamental gegenläufige Entwicklungen, die gleichzeitig eine Nivellierung wie Potenzierung der Unterschiede implementieren. Einerseits findet eine Globalisierung der Kommunikations-, Handels-, Produktions- und tendenziell auch Tarifbeziehungen statt, die die Gesellschaften und Wirtschaften der jeweiligen Nationalstaaten grundlegend umgestaltet. Andererseits befinden wir uns spätestens seit dem 11. September 2001 mitten in einem Zusammenstoß der Kulturen, in einem militanter werdenden Aufeinandertreffen von gewachsenen westlichen Werten und sich fundamentalistisch radikalisierenden Teilen des Islam. Asymmetrischer Krieg, Ahmadinedschads Drohungen mit der Bombe in erster Linie gegen Israel, aber auch gegen die Vereinigten Staaten und Europa, der Wahlsieg der terroristischen Hamas in den palästinensischen Autonomiegebieten und jüngst der in weiten Teilen der muslimischen Welt auf die Straßen getragene 'Karikaturenstreit' lauten die aktuellen Stichworte dazu, die bei der derzeitigen rasanten Entwicklung schnell durch neue ergänzt werden dürften. 1

Das vorliegende Buch bietet in diesem Konflikt keinerlei Prognostik, sondern will mit Blick auf dessen Vergangenheitsstruktur in Palästina die historische Dimension seiner Entstehung an einem der wichtigsten Schauplätze verfolgen und analysieren. Zugleich unternimmt dieser Band eine Zeitreise zurück in die spezifisch deutsche Historie und untersucht das Verhältnis des Dritten Reiches zur arabisch-islamischen Welt. Der gemeinsame Haß auf den Jischuw (hebräisch für bewohntes Land), die jüdische Minderheit im britischen Mandatsgebiet Palästina, sorgte dabei für ein sich steigerndes Maß an Affinität und bewirkte eine Paradigmenverschiebung der deutschen Außenpolitik, die Ende der 1930er Jahre ihre Schwerpunktsetzung von der Forcierung jüdischer Auswanderung hin zur direkten Unterstützung arabischer Nationalisten verlagerte. Den sich in gemeinsamen Gefährdungsvorstellungen, Bewährungsideen und Errungenschaftsbegriffen verdichtenden ideologischen Übereinstimmungen folgten schon vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges Waffenlieferungen und Finanzspritzen. Mit der Landung des Deutschen Afrikakorps in Libyen im Februar 1941 begann die Phase direkter Intervention im arabischen Raum. Damit waren auf Seiten der Nationalsozialisten weitreichende strategische Planungen zur Eroberung des gesamten Orients verbunden.

Sie mündeten in einer Fülle gemeinsamer deutsch-arabischer Handlungsstränge zur Vertreibung der Briten von ihrer Landbrücke nach Indien und zur Beseitigung der in der Balfour-Deklaration versprochenen jüdisch-nationalen Heimstätte in Palästina. Ihren Gipfelpunkt fanden sie im Sommer 1942, als die begonnene Judenvernichtung in Europa unter tatkräftiger Mithilfe von arabischen Kollaborateuren vor Ort auch auf den Jischuw ausgedehnt werden sollte. Das dazu erforderliche deutsche Personal wartete nur noch auf einen Marschbefehl, der allerdings infolge der verlorenen Schlacht von El Alamein nicht mehr erteilt werden konnte. Mit der militärischen Niederlage in Ägypten war das Zusammenspiel mit den Arabern allerdings noch längst nicht beendet. Es folgten nach der Landung der Achsenmächte in Tunesien im Herbst 1942 Aufstandspläne zur Revolutionierung der Staaten des Maghreb, mittels arabischer Agenten lancierte Infiltrationsversuche des Nahen und Mittleren Ostens und umfassende Rekrutierungen von Muslimen für Wehrmacht und SS. Einzelne arabische Exilanten besaßen Kenntnis von der Ermordung der europäischen Juden und setzten sich persönlich noch angesichts der drohenden Niederlage für eine partielle Ausweitung der Vernichtung ein.

Bislang existiert keine Gesamtstudie, die für die Jahre zwischen 1933 und 1945 die Entwicklung der deutsch-arabischen Beziehungen nachzeichnet, ihre weltanschaulichen Schnittmengen kritisch reflektiert und gemeinsame Handlungsstränge von deutscher und a

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