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Helmuth James von Moltke 1907-1945 von Brakelmann, Günter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.02.2016
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Helmuth James von Moltke

Günter Brakelmann schildert anschaulich den ungewöhnlichen Lebensweg Helmuth James von Moltkes, der als Gründer und Vordenker des Kreisauer Kreises eine der faszinierendsten Gestalten des deutschen Widerstands gegen Hitler ist. Das Buch lässt auf der Grundlage vieler neuer Quellen die charismatische Persönlichkeit Moltkes lebendig werden und macht sein Denken und Handeln, das sich allen weltanschaulichen Schubladen entzieht, im Kontext seiner Zeit verständlich. Mit dieser umfassenden Biographie liegt seit langem wieder ein Standardwerk zu Helmuth James von Moltke vor.

'Eine eindrucksvolle und lebensnahe Biographie.' Hans Mommsen, Süddeutsche Zeitung

'Die Darstellung & dürfte schnell zum Standardwerk über Moltke werden.' Stephan Malinowski, Deutschlandradio Kultur

'Ein überzeugendes und gut lesbares Lebensbild Moltkes und des Kreisauer Kreises.' Joachim Scholtyseck, Frankfurter Allgemeine Zeitung

'Günter Brakelmanns bewegende Biographie & ist eine in vielerlei Hinsicht empfehlenswerte Lektüre.' Renate Wiggershaus, Frankfurter Rundschau

Günter Brakelmann, geb. 1931, ist Professor em. für Christliche Sozialethik und Zeitgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Durch zahlreiche Publikationen zum deutschen Widerstand ist er als einer der besten Kenner des Kreisauer Kreises ausgewiesen. Bei C.H.Beck erschienen von ihm außerdem die Biographie 'Peter Yorck von Wartenburg' (2012) sowie eine Ausgabe von Helmuth James von Moltkes Tagebüchern und Briefen aus der Haft in Ravensbrück ('Im Land der Gottlosen', 2009).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 08.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406691447
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 10685kBytes
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Helmuth James von Moltke

1. Creisau (1907-1925)

Preußische Tradition und englische Lebensart

Ein kleines Dorf in Niederschlesien war der Geburtsort Helmuth James von Moltkes: Creisau, ab 1930 Kreisau. Der Ort liegt etwa fünfzig Kilometer südwestlich von Breslau und sieben Kilometer südöstlich der Kreisstadt Schweidnitz inmitten der hügeligen Vorfelder des Eulengebirges. Im Nordosten erhebt sich der sagenumwobene Berg Zobten.

In die Geschichte ging Creisau erstmals mit Helmuth von Moltke ein. Diesem Urgroßonkel und Namensvetter von Helmuth James von Moltke hatte der preußische König Wilhelm I. 250.000 Taler als Dotation für seine Verdienste im preußisch-österreichischen Krieg von 1866 gewährt. Dafür kaufte Helmuth von Moltke am 1. August 1867 die Rittergüter Creisau, Nieder-Gräditz und Wierischau, die er 1868 zum Familienfideikommiss Creisau machte.[ 1 ] 1870 wurde er in den Grafenstand erhoben und mit dem Titel eines Generalfeldmarschalls ausgezeichnet. Als der preußische König ihm nach dem Krieg von 1870/71 anstelle einer erbetenen Geldspende fünf erbeutete französische Kanonen überließ, stiftete er sie der dortigen evangelischen Kirche. Aus dem ehemaligen Kriegsgerät wurden drei Glocken gegossen. Die größte trug den Namen des Feldmarschalls mit der von ihm selbst verfassten Inschrift: "Gegossen aus französischem Geschütz, durch deutsche Tapferkeit 1870/71 dem Feind entrissen, von Kaiser Wilhelm durch Schenkung an den Feldmarschall Grafen von Moltke dem Friedensgeläut zur Ehre Gottes geweiht."

1876 wurden in Creisau mit finanzieller Unterstützung des Feldmarschalls neben der evangelischen Volksschule eine Sparkasse für Schulkinder und eine Schulbibliothek eingerichtet. Nach dem Tod seiner Frau Marie Burt (1826-1868) ließ er 1869 auf einem Hügel bei Creisau eine Grabkapelle errichten, die er selbst entworfen hatte und die auch ihm als letzte Ruhestätte dienen sollte. Als er am 25. April 1891 starb, wurde er im Beisein Kaiser Wilhelms II. in dem Mausoleum auf dem Kapellenberg beigesetzt.

In Creisau lebte der Feldmarschall überwiegend im Sommer, den Winter verbrachte er in seiner Dienstwohnung in Berlin. Das in unmittelbarer Nähe zum Gutsbetrieb gelegene Schloss ließ er umbauen und mit einem Ziegeldach versehen. Zu beiden Seiten des Flusses Peile wurde ein Park angelegt. Große Gewinne hat der Feldmarschall aus der Landwirtschaft jedoch nicht gezogen. Creisau gehörte mit seinen rund vierhundert Hektar nicht zu den großen Gütern in Schlesien. Die Lebensführung des Generalstabschefs war äußerst spartanisch.

Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke (1800-1891), der Urgroßonkel Helmuth James von Moltkes

Schloss Creisau, um 1895

Der Feldmarschall war der Typ des gelehrten Soldaten. Er interessierte sich besonders für die Geschichte. In der englischen Sprache war er durch die Ehe mit einer Engländerin so zu Hause, dass er die Geschichte des Niedergangs und des Verfalls des Römischen Reiches von Edward Gibbon (1776ff.) ins Deutsche übersetzen konnte. Lange Auslandsreisen brachten ihn in viele Länder, die er in Aufsätzen und Büchern beschrieb. Er liebte Literatur und Musik; an gesellschaftlichen Festen und Empfängen nahm er nur widerwillig teil. Sich in der Natur allein aufzuhalten und sie zu beobachten waren für den "großen Schweiger" die Höhepunkte seines Landlebens. Sprichwörtlich waren sein Fleiß, seine Disziplin, sein einfaches Leben, sein lebenspraktischer Realismus, aber auch seine soziale Verantwortlichkeit und seine Gebundenheit in protestantischer Tradition. Moltke war Mitglied des Preußischen Herrenhauses und des Reichstags, wo er in die außenpolitischen und vor allem militärpolitischen Debatten eingriff. Den zeitgenössischen Pazifismus lehnte er ebenso ab wie einen zu seiner Zeit aufkommenden aggressiven Nationalismus und Imperialismus und warb für sein Konzept einer verantwortlichen Fri

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