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Journalistinnen im Nationalsozialismus: Eine Studie zu den Absolventinnen der Zeitungskunde der Universität Leipzig von Jacob, Katrin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2014
  • Verlag: Diplomica Verlag GmbH
eBook (PDF)
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Journalistinnen im Nationalsozialismus: Eine Studie zu den Absolventinnen der Zeitungskunde der Universität Leipzig

Propagandistinnen im Nationalsozialismus - Wie veränderten sich die Karrieren von Frauen während des Studiums des Journalismus in der Zeit von 1933 bis 1945? Mit diesem bedeutenden Thema beschäftigt sich Katrin Jacob in der vorliegenden Studie. 'Wenn die Theorie der "Modernisierung wider Willen" auf meine Untersuchung anwendbar ist, wird sich zeigen, dass es nicht nur eine quantitative, sondern auch eine qualitative Veränderung innerhalb des Frauenstudiums am Leipziger Institut gab. Ich vermute, je stärker sich die Frauen an die politischen Bedingungen des Studiums anpassten und aktiv teilnahmen, desto stärker wurden sie von der "Gemeinschaft" des Institutes und der Universität anerkannt.' Die Autorin beleuchtet anhand von 200 ausgewerteten Promotionsakten und Lebensläufen sowie Interviews mit Zeitzeugen die damalige Situation. Sie kam zu überraschenden Erkenntnissen, die sowohl der historischen Betrachtung des journalistischen Berufsstandes als auch der Frauenforschung bemerkenswerte Aspekte hinzufügen. Katrin Jacob wurde 1969 in Berlin geboren. Nach der Ausbildung zur TV-Redakteurin beim Deutschen Fernsehfunk studierte sie ab 1990 an der Universität Leipzig Journalistik. 1995 schloss sie ihr Studium mit einem Diplom ab. Nach vielen Jahren im Fernseh-, Verlags- und Onlinejournalismus widmet sich Katrin Jacob nun erfolgreich ihrer Karriere als Schriftstellerin.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 123
    Erscheinungsdatum: 01.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842843561
    Verlag: Diplomica Verlag GmbH
    Größe: 671 kBytes
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Journalistinnen im Nationalsozialismus: Eine Studie zu den Absolventinnen der Zeitungskunde der Universität Leipzig

Textprobe: Kapitel 2.4, Frauen im Journalismus: 2.4.1, Die Entwicklung der Stellung des Schriftleiterberufs: In der Zeit der Wirtschaftskrise verschlechterte sich auch die finanzielle und existentielle Lage der Journalisten. In der Weimarer Republik wurde geistige Arbeit schlechter bezahlt als die der Drucker beispielsweise. Letztere waren besser in Gewerkschaften organisiert, konnten durch Streiks ihren Forderungen Nachdruck verleihen und ein Zeitungsunternehmen in Schwierigkeiten bringen. Journalisten waren leichter austauschbar und '(...) die Journalisten sind gewöhnlich die letzten, deren Tarifforderungen man berücksichtigt. Sie sind als Berufsstand weniger gut organisiert und scheuen aus berufsethischen Gründen den Wirtschaftskampf.' Durch die Notverordnungen verschlechterte sich die Lage weiter. Hunderte von Redakteuren standen fast über Nacht ohne Erwerbsmöglichkeiten da. Die Berufsverbände konnten ihnen finanziell nicht mehr unter die Arme greifen. 'Von drückenden äußeren Sorgen um das Dasein in Anspruch genommen, teilweise in verzweifelten wirtschaftlichen Situationen, erlebten die deutschen Redakteure den Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft.' Und dazu kam, dass in totalitären Regimen die Journalisten immer zu der bestbezahlten Berufskategorie zählten und nur die in einer Hochschule ausgebildeten diesem Berufsstand angehören durften. 'Die Staatslenker wissen, was arbeitsfreudige und qualifizierte Zeitungsleute bedeuten.''Es wurden jedoch nicht, wie heute vielfach angenommen wird, ein reichseinheitlicher Gehaltstarif ausgearbeitet und in Kraft gesetzt.' In den Redaktionen wurden die Gehälter frei ausgehandelt und durch die annähernd gleichbleibenden Lebenshaltungskosten bis zum Krieg änderten sich die Löhne kaum. 1930 betrugen die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten noch 118,- RM, 1933 sanken diese auf 94,- RM. Bei dem Gehalt eines Redakteurs von durchschnittlich 450,- RM bedeutete das eine Verbesserung des Einkommens. Ressortleiter und Chefredakteure erhielten bis 950,- RM. Hilfsredakteure und Volontäre erhielten allerdings sehr viel weniger, 150,- RM bzw. 60-80,- RM. Benachteiligungen auch finanzieller Art mussten nicht 'linientreue' Redakteure hinnehmen. Offene Proteste wird es unter den rigiden Arbeitsbestimmungen wohl kaum gegeben haben. Eine der ersten Maßnahmen nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten war die Streichung des Artikels der Pressefreiheit. In den Tischgesprächen äußerte sich Hitler dazu:' Der Begriff der Pressefreiheit ist die gefährlichste Gefahr für den Staat.' Es folgte eine Verbotswelle vorrangig linker Zeitungen, der Zerstörung von meist jüdischen Verlagen bis zur Ermordung unliebsamer Redakteure. Von 1933 bis 1939 stieg der Marktanteil der NS-Presse von 2,5% auf 67%. Die gesetzliche Grundlage war das am 4. Oktober 1933 verabschiedete Schriftleitergesetz. In ihm wurden die Richtlinien festgelegt, die eine völlige 'Gleichschaltung' der Presse und seiner Journalisten verfügten und einen ungehinderten Zugang für die nationalsozialistische Regierung und ihre Propaganda sicherte. Alle Journalisten hatten sich einer genauesten Prüfung zu unterziehen, um in die neuen Schriftleiterlisten zu gelangen. Wer nicht in diese Liste aufgenommen wurde, hatte keinerlei Möglichkeit in diesem Beruf eine Anstellung zu erhalten. Berufsverbot also, von dem nach den Forschungen von Dr. Hagemann jeder 5. Journalist betroffen war, die jüdischen Journalisten nicht eingerechnet. Jeder konnte durch den Einspruch des Reichsministers für Propaganda ohne Begründung aus der Liste gestrichen werden und somit seiner Existenz beraubt werden. 'Abgesehen von seiner ideologischen Ausrichtung hatte das Schriftleitergesetz auch scheinbar gute Seiten. Die klare Regelung der Verantwortlichkeit, die Vorschrift für eine mindestens einjährige Ausbildung, der strafrechtliche Schutz des einzelnen Journalisten, der in den Paragraphen 36 und 43 gesichert war - all dieses wirkte auf

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