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Krieg in Nordafrika 1940-1943 Reclam - Kriege der Moderne von Lieb, Peter (eBook)

  • Verlag: Reclam Verlag
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Krieg in Nordafrika 1940-1943

Der Zweite Weltkrieg hatte viele Schauplätze. Nicht zuletzt wurde in den Kolonien der europäischen Großmächte gekämpft. So nahm Italien 1940 seine Besitzungen im heutigen Libyen zum Ausgangspunkt, um die britischen Stützpunkte in Ägypten anzugreifen. Deutschland kam Mussolini zu Hilfe, doch auch Commonwealth-Truppen aus Neuseeland, Südafrika, Indien und Australien beteiligten sich. Es entspann sich ein mehr als dreijähriger Wüstenkrieg, der nationale Mythen insbesondere um die beiden Feldherrn Bernard Montgomery und Erwin Rommel geprägt und das eine oder andere Trugbild erzeugt hat. Die Reihe 'Kriege der Moderne', herausgegeben vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, stellt die wichtigsten militärischen Konflikte des 19. und 20. Jahrhunderts nach modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen vor und erläutert ihre geschichtlichen Ursachen und politischen Folgen. E-Book mit Seitenzählung der gedruckten Ausgabe: Buch und e-Book können parallel benutzt werden. Peter Lieb, geb. 1974, ist Historiker am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783159613451
    Verlag: Reclam Verlag
    Serie: Kriege der Moderne 11161
    Größe: 14544 kBytes
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Krieg in Nordafrika 1940-1943

[7] 1 Eine Gefangennahme: El Alamein, 4. November 1942

4. November 1942, später Nachmittag: Der gefangene General Wilhelm Ritter von Thoma (r.) trifft Lieutenant General Bernard Montgomery (l.) auf dessen Gefechtsstand.

"Kruzifix! Da hilft alles nix mehr!", fluchte General Wilhelm Ritter von Thoma im derbsten Bairisch. Er stand im Turm seines Panzers und sah den Feind in einer riesigen Wüstenstaubwolke immer näher heranrücken. Die Schlacht war verloren, die ganze Front in Auflösung begriffen. Deutsche wie italienische Soldaten eilten zurück nach Westen, und Thoma sollte mit den Resten seines Deutschen Afrikakorps ihren Rückzug gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Briten decken. Lange Zeit hatten seine Panzer das Gefecht geschickt verzögert, doch nun schien es vorbei zu sein, die gegnerische Übermacht war zu groß.

Der General kletterte vom Turm in den Innenraum des Panzers, als plötzlich ein ohrenbetäubender, dumpfer Knall hereinplatzte. Ein gegnerisches Geschoss war in den Turm eingedrungen, der Panzer fing an, stark zu rauchen. Wie durch ein Wunder überlebten sowohl Thoma als auch die Besatzung. Sie sprangen sofort aus dem Gefährt und versuchten zu Fuß zu fliehen, bis irgendein deutsches Fahrzeug sie aufsammeln [8] konnte. Doch der General spürte einen gewaltigen ziehenden Schmerz in seinem rechten Oberschenkel; er hatte sich eine Prellung zugezogen und konnte nicht mehr richtig laufen. Noch ganz benommen, rief er der restlichen Besatzung zu: "Gehts weiter hinter und sagts, dass i hier vorn bin!" Noch einmal kam sein Fahrer zu ihm zurück. "I komm glei!", beruhigte Thoma ihn. Es waren ja nur 500 Meter bis zu den eigenen Panzerspitzen.

Plötzlich pfiff ihm rote Leuchtspurmunition um die Ohren. Einige Schüsse durchbohrten sogar seine Feldmütze, Thoma blieb aber unverletzt. Da sah er auch schon zwei britische Transportpanzer, sogenannte Bren Gun Carriers, auf sich zurollen, die zu den 10 . Royal Hussars gehörten. Ein Captain gab den Befehl, das Feuer einzustellen, und sprang vom Fahrzeug herunter. Er erkannte sofort, dass er einen großen Coup gelandet und einen deutschen General gefangen genommen hatte. Der Captain konnte zunächst freilich nicht wissen, dass es sich zudem um einen besonderen General handelte. Erst seit zwei Monaten war Thoma Kommandierender General des Deutschen Afrikakorps und galt in der Wehrmacht als ausgewiesener Panzerexperte. In beiden Weltkriegen hatte er sich den Ruf eines passionierten, mutigen Soldaten erworben. Seit er 1916 den höchsten bayerischen Orden, den Militär-Max-Joseph-Orden, erhalten hatte, durfte er als Wilhelm Ritter von Thoma offiziell den Adelstitel tragen. Ungeachtet dessen blieb der hochgewachsene Mann mit dem kantigen Gesicht und den abstehenden Ohren ein echter Troupier. Eine gepflegte Ausdrucksweise war nicht unbedingt Thomas Stärke - trotz seines scharfsinnigen analytischen Geistes. Er liebte vielmehr direkte Ansagen und begab sich häufig im Schlachtengetümmel in die vordersten Reihen. Dies wurde ihm am 4 . November 1942 bei El Alamein zum Verhängnis.

"General, für Sie ist der Krieg gelaufen!", grinste ihn der britische Offizier an und stellte sich als Captain Grant Singer vor. Er nahm Thoma das Fernglas ab, erbat sich aber dessen Adresse, um es später wieder zurückgeben zu können. Anschließend bestiegen die beiden den Bren Gun Carrier. Durch Staub und Minengassen brachte der Captain seinen Gefangenen zunächst zu General Herbert Lumsden ,

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