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Krieg um die Alpen Der Erste Weltkrieg im Alpenraum und der bayerische Grenzschutz in Tirol von Jordan, Alexander (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.12.2008
  • Verlag: Duncker & Humblot
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Krieg um die Alpen

Der Krieg um die Alpen, der in den Jahren 1915 bis 1918 zwischen Italien und Österreich-Ungarn entbrannte, war der umfassendste Konflikt, der jemals im Alpenraum stattfand. Mitten im Ersten Weltkrieg waren tausende Soldaten dauerhaft in den Hochalpen versammelt, die im Sommer wie im Winter dort lebten und kämpften. Der Autor verfolgt die Besonderheiten und theoretischen Grundlagen des Hochgebirgskrieges und stellt die Anforderungen, mit denen die Soldaten in der Fels- und Eisregion konfrontiert wurden, heraus. Es werden nicht nur die komplizierten politischen Verwicklungen behandelt, die zum italienischen Kriegseintritt auf Seiten der Alliierten führten, sondern auch die Kampfhandlungen selbst sowie die Truppenformationen der beteiligten Mächte. Der geographische Schwerpunkt der militärhistorischen Untersuchung liegt auf Tirol und der Region von der Schweizer Grenze bis hin zu den Julischen Alpen. -- Erstmalig wird in diesem Buch der Einmarsch deutscher Truppen in Tirol im November 1918 anschaulich geschildert und wissenschaftlich bewertet. Es bestand die Gefahr, dass Truppen der Entente als Reaktion auf den österreichisch-italienischen Waffenstillstand 1918 von Tirol aus einen Stoßkeil in Bayerns Südflanke treiben könnten. Leitfragen der Analyse richten sich auf die Organisation des Grenzschutzes, auf die Entscheidungsträger und auf die militärstrategischen und politischen Beweggründe, die zum Einmarsch in Tirol führten. -- In der Studie wird die Erlebensebene der Frontsoldaten in die Darstellung der Ereignisse an der italienisch-österreichischen Front eingebettet. Bisher unbearbeitetes Quellenmaterial lässt neue Schlüsse zu. Etwa jenen, dass sich der Krieg in den Alpen keineswegs exakt nach den theoretischen Vorgaben und Erwartungen der Armeeführung entwickelte. Ein umfangreicher Dokumentenanhang sowie Karten- und Bildmaterial und eine ausführliche Bibliographie runden das Werk ab.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 715
    Erscheinungsdatum: 11.12.2008
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783428528431
    Verlag: Duncker & Humblot
    Größe: 5924 kBytes
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Krieg um die Alpen

J. Grenzschutz Süd – Die Besetzung Tirols durch bayerische Truppen (S. 430-431)
I. Grundlagen der Landesverteidigung Bayerns
1. Vorkriegserfahrungen – Die Generalstabsreise 1914
Bevor in den nächsten Kapiteln der bayerische Grenzschutz 1918 auf Tiroler Boden detailliert betrachtet wird, erscheint es sinnvoll, sich nochmals kurz in Erinnerung zu rufen, wie auf Seiten der Militärs über eine militärische Grenzverteidigung Bayerns geurteilt wurde. Der Feldzug in Tirol im Jahre 1809 hatte aufgezeigt, wie hilflos die gebirgsungewohnten bayerischen Truppen in den Bergen operierten. Die Ereignisse dieses Feldzuges wurden in Bayern kaum ausgewertet, lediglich der damalige Hauptmann Karl Baur (1777–1847) hat den Feldzug analysiert und seine Ergebnisse zum Krieg im Gebirge schriftlich abgefasst. "Im ganzen übrigen 19. Jahrhundert beschränkte sich die Beschäftigung der Bayerischen Armee mit dem Gebirge auf den Bereich der Landesvermessung."
Allerdings sollten die Erfahrungen der Jahre 1809 auch nicht überbewertet werden. General Ludwig Goiginger – Verteidiger der Pustertaler Hochgebirgsfront – ließ sich beispielsweise zu einem Vergleich der Tiroler Freiheitskämpfe des Jahres 1809 mit dem Großen Krieg hinreißen. Ohne die Leistungen Hofers, Speckbachers und ihrer Getreuen schmälern zu wollen, schrieb Goiginger durchaus nachvollziehbar: "Man darf ja nicht vergessen, dass die Befreiungskämpfe vom Jahre 1809 bei aller und vollster Anerkennung für ihre heldenmütigen Teilnehmer sich in der günstigsten Jahreszeit und in den Tälern abgespielt haben, dass sie stets in wenigen Tagen, höchstens Wochen erledigt waren und dass die Waffen, welche damals zur Verwendung gelangten, beinahe harmlose Kinder-Spielzeuge waren, gegenüber den raffinierten Mordinstrumenten und Vernichtungsmaschinen, welche im Weltkriege verwendet wurden."
Die grundlegende Konzeption der bayerischen Militärs zur südlichen Landesverteidigung wurde bereits im Kapitel E.III., in Verbindung mit General von Blume aufgezeigt. Auch Friedrich Engels, der sich intensiv mit den Militärwissenschaften auseinandergesetzt hat, schrieb in einem Artikel von 1859 über diese Strategie. Eigentlich beschäftigte er sich mit dem damals umlaufenden Stichwort in der deutschen Presse, dass der Rhein am Po verteidigt werden muss. Sicherlich in Anlehnung an den 1859 stattgefundenen Sardinischen Krieg zwischen dem Kaisertum Österreich, dem Königreich Piemont-Sardinien und dessen Verbündeten Frankreich unter Napoleon III.
Durch die Niederlage der Österreicher bei Solferino am 24. Juni 1859 wurde nicht nur der Krieg gewonnen, sondern auch der Weg zur Einigung Italiens geöffnet. Friedrich Engels kommt in seinem ausführlichen Artikel zunächst auf Napoleon und seine späte Scheu vor dem Gebirge zu sprechen. In diesem Zusammenhang folgt der entscheidende Absatz, der für das Denken der bayerischen Militärstrategen bis 1914 relevant bleiben sollte.

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