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Martin Luther King 'Ich habe einen Traum' - Mit einem Vorwort von Andreas Malessa von Härtel, Klaus D. (eBook)

  • Verlag: Brunnen Verlag Gießen
eBook (ePUB)
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Martin Luther King

Gut vierzig Jahre ist es her, dass Martin Luther King, der Vorkämpfer der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA, von Gegnern erschossen wurde. Klaus Dieter Härtel vermittelt auf lebendige und anschauliche Weise Einblick in die Lebensgeschichte des berühmten Baptistenpastors: seine Kindheit in Georgia, seine Erfahrungen mit Gewalt und Ungerechtigkeit im Alltag, seine visionären Reden, in denen er zum Frieden unter den Menschen, egal welcher Hautfarbe, aufrief. Dieses Buch schildert Anfänge und Entwicklung seiner Bewegung der Gewaltlosigkeit. King wird nicht nur als Führer einer politischen Bewegung vorgestellt, sondern auch als Mensch und verantwortlich handelnder Christ. Im Anhang ein Interview mit Martin Luther Kings ältestem Sohn Martin Luther King III zur Präsidentenwahl von Barack Obama. Mit einem Vorwort von Andreas Malessa Klaus Dieter Härtel war mehrere Jahre Leiter einer diakonischen Einrichtung in der Pfalz, dann Gemeindepfarrer. Seit seiner Pensionierung ist er regelmäßig in Schlesien (Polen) und auf der Kurischen Nehrung als Urlaubsseelsorger tätig. Er ist verheiratet, Vater von 4 Töchtern und Großvater von 4 Enkelkindern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 144
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783765575389
    Verlag: Brunnen Verlag Gießen
    Größe: 1259 kBytes
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Martin Luther King

Der Weg zur Gewaltlosigkeit

Der Mann, der bei dem Busboykott in Montgomery und in den nachfolgenden Jahren immer stärker die entscheidende, führende Rolle übernehmen sollte, war der junge Pfarrer der Dexter Avenue Baptist Church, Dr. Martin Luther King.

Am 15. Januar 1929 war er in Atlanta in Georgia als Sohn des Baptistenpfarrers Martin Luther King sen. und einer Lehrerin geboren. Aus Bewunderung für den deutschen Reformator, den er als "Urtypus eines Kämpfers für Freiheit und Recht" ansah, hatte ihm sein Vater diese Vornamen gegeben. Ursprünglich wollte der kleine Martin Feuerwehrmann werden. Vielleicht auch Arzt oder Anwalt, um Menschen zu helfen.

Soweit sich Martin Luther King erinnern konnte, hatte er sich stets über die Segregation, die Rassentrennung, geärgert. Als kleines Kind war er täglich mit zwei gleichaltrigen weißen Spielgefährten zusammen gewesen. Eines Tages jedoch, als er seine Freunde wieder abholen wollte, hieß es, sie könnten nicht mit Martin spielen. Das wiederholte sich.

Als Martin seine Mutter nach dem Grund fragte, kam der Moment, an dem sie ihm von der Rassentrennung erzählen musste. Sie berichtete von der Sklaverei und vom Bürgerkrieg. Das System der Südstaaten, das getrennte Schulen, Hotels, Gasthäuser und die Schilder für Weiße und Schwarze an den Bänken, Trinkbrunnen und Wartezimmern kannte, entschuldigte sie mit dem Hinweis auf bestimmte soziale Verhältnisse und Missstände. Sie tröstete den kleinen Jungen: "Du bist ebenso gut wie jeder andere." Damit waren die Fragen nach Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit aufgetaucht, die Fragen, die bohrten, quälten und schmerzten. Martins Vater hatte die Gemeinheit der Rassentrennung als Sohn eines kleinen Farmpächters am eigenen Leibe erfahren müssen. Martin Luther King erinnerte sich immer wieder an jene Szene: Als kleiner Junge hatte er mit seinem Vater ein Schuhgeschäft aufgesucht. Die beiden hatten sich auf die ersten leeren Stühle gesetzt. Da erschien ein weißer Angestellter und forderte sie auf, die hinteren Plätze einzunehmen. Als sich der Vater weigerte, teilte ihm der Verkäufer mit, dass er ihn dann nicht bedienen könne, worauf der Vater zornig und immer wieder vor sich hinmurmelnd: "Ich werde dieses System nie anerkennen" das Geschäft verließ. Als Pfarrer der Ebenezer Baptist Church in Atlanta übte er großen Einfluss auf die Schwarzen aus und wurde sogar von den Weißen respektiert.

Martins Mutter dagegen war als Tochter eines bekannten und erfolgreichen Pfarrers in einem gewissen Wohlstand aufgewachsen. Sie konnte sehr gute Schulen und Colleges besuchen und hatte als junges Mädchen die strenge, absolute Form der Rassentrennung nie erfahren.

Martin Luther King erinnerte sich lebhaft an jenen Augenblick, als er das erste Mal in einem Speisewagen hinter einem Vorhang saß - getrennt von den Weißen. Er bekam das Gefühl einer unendlichen Einsamkeit, als wäre der Vorhang auf sein Selbstbewusstsein heruntergelassen worden. Es wurde ihm klar, dass man als Schwarzer nicht abseits dieser Problematik stehen konnte. "Ich wollte kein Zuschauer sein; ich wollte dort stehen, dort mittun, wo die Dinge sich entscheiden."

Er hatte als junger Mensch gesehen, wie der Ku-Klux-Klan nachts aufgetaucht war und die Schwarzen in Furcht und Schrecken versetzte. Er erlebte, wie die Polizei in brutaler, roher Weise gegen Schwarze vorging und die Gerichte offene Ungerechtigkeiten zum Recht erklärten. Er kannte Städte und Dörfer, in denen Schwarze gelyncht und grausam gemartert worden waren, und er schrieb einmal: "Es wäre beinahe dahin gekommen, dass ich alle Weißen gehasst hätte." 8

Mit siebzehn Jahren arbeitete er zwei Sommer lang in einer Plantage, die von Weißen und Schwarzen in Ordnung gehalten wurde. Dabei erfuhr er, dass arme Weiße ebenso ungerecht behandelt wurden wie Schwarze. So machte er

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