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Morgen wartet eine neue Welt Frühling 1945 - der lange Weg nach Hause von Roosenburg, Henriette (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.11.2020
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Morgen wartet eine neue Welt

Eine der bemerkenswertesten Geschichten über das Ende des Zweiten Weltkriegs. Frühling 1945: drei junge Widerstandskämpferinnen auf dem abenteuerlichen Heimweg quer durch Deutschland Henriette, genannt Zip, und ihre Freundinnen Joke und Nell sind im besetzten Holland in die Fänge der Nazis geraten und als sogenannte Nacht-und-Nebel-Häftlinge nach Deutschland verschleppt worden. Als die Tür ihrer Zelle in Waldheim eines Tages von einem sowjetischen Soldaten geöffnet wird, beschließen sie mit Dries, einem jungen Landsmann, sofort den Heimweg anzutreten: per Boot, die Elbe entlang. Aber wie soll eine solche Odyssee gelingen in einem Land, in dem Soldaten marodieren und Lebensmittel Mangelware sind? Wem kann man trauen? Doch sie sind davon überzeugt: Solange sie zusammenhalten, können sie es schaffen. Eine wahre Geschichte, die 1957 in den USA sofort zum Bestseller wurde. »Ein Sinnbild für grenzenlosen Mut und Durchhaltewillen, die durch den unstillbaren Drang nach Freiheit am Leben gehalten werden.« THE SATURDAY REVIEW

Henriette Roosenburg, geboren 1916 in Den Haag, war Europakorrespondentin für »Time«, »Life« und »Fortune« in Paris, in New York arbeitete sie u. a. für den »New Yorker«. 1940 ging sie im besetzten Holland in den Widerstand, 1944 wurde sie verraten und verhaftet. 1950 erhielt sie als erste Frau den »Bronzenen Löwen«, eine Auszeichnung für mutiges Auftreten gegenüber dem Feind. Sie starb 1972 in Südfrankreich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 10.11.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841225863
    Verlag: Aufbau Verlag
    Originaltitel: The Walls Came Tumbling Down
    Größe: 2564 kBytes
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Morgen wartet eine neue Welt

Einleitung

Die folgende Geschichte schildert die Befreiung und den schwierigen Heimweg von vier niederländischen politischen Gefangenen nach Holland. Sowjetische Soldaten hatten sie in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs aus der Frauenanstalt des Zuchthauses von Waldheim, einer Kleinstadt im Sächsischen, befreit. Die vier Personen sind:

Nell, dreißig Jahre alt, Amtsträgerin der niederländischen Pfadfinderbewegung, deren Organisationstalent im Widerstand von großem Nutzen war. Bevor die Gestapo im Herbst 1943 ihrer habhaft wurde, hatte sie ein Netz von Verstecken für über Holland abgeschossene alliierte Piloten organisiert. Darüber hinaus war sie an der Organisation des niederländischen Abschnitts einer vluchtlijn (Fluchtroute) beteiligt, die durch Belgien und Frankreich nach Spanien und Portugal führte und deren Zweck es war, die betreffenden Flieger dort, wo sie am meisten benötigt wurden, wieder zum Einsatz zu bringen.

Joke (ausgesprochen »Yoku«), zwanzig Jahre alt. Kaum der höheren Schule entwachsen, stürzte sich Joke beherzt in die Arbeit einer örtlichen Widerstandsgruppe, die sich ebenfalls darauf konzentrierte, alliierte Piloten, die über den Mooren um ihr Dorf abgeschossen worden waren, ausfindig zu machen und in Verstecken unterzubringen. Schon bald schloss sie sich einer landesweiten Bewegung an und lernte auf diese Weise Nell und andere Menschen auf den vluchtlijnen kennen. Mehrere alliierte Flieger eskortierte sie über die niederländisch-belgische Grenze. Joke wurde im Mai 1944 gefasst und zum Tode verurteilt.

Zip, achtundzwanzig Jahre alt, Erzählerin dieser Geschichte. Als Studentin der niederländischen und französischen Literatur an der Universität Leiden begann sie in den frühen Tagen des Krieges für die Untergrundpresse zu arbeiten und wurde schließlich für Belgien, Frankreich und die Schweiz zuständige Kurierin einer Widerstandsgruppe, die der niederländischen Regierung in London Informationen über deutsche Truppenbewegungen und andere Angelegenheiten übermittelte. Als Kurierin hatte sie unweigerlich mit einigen der Fluchtrouten zu tun und half gelegentlich alliierten Piloten, wenn diese irgendwo festsaßen. Auf diese Weise lernte sie Nell und Joke kennen. Sie wurde im März 1944 aufgegriffen und zum Tode verurteilt.

Dries, der einzige Mann in der Gruppe, sechsundzwanzig Jahre alt. Als der Krieg ausbrach, weilte der Handelsmatrose zufällig auf Urlaub in Holland. Im Frühjahr 1944 versuchte er zusammen mit drei Freunden, von einem niederländischen Strand aus den Ärmelkanal zu überqueren. So tollkühn der Versuch auch war (denn die Deutschen bewachten die Küste so genau, dass es unmöglich war, ein gut ausgestattetes und seetüchtiges Boot zu Wasser zu lassen), hatten sie die Strecke doch fast zur Hälfte zurückgelegt, bevor sie von deutschen Kriegsschiffen umzingelt und schmachvoll zurückgeschleppt wurden. Dries wurde im April 1944 verhaftet und zum Tode verurteilt.

Die Nazis behandelten ihre politischen Gefangenen auf ganz unterschiedliche, rational nicht nachvollziehbare Weise. Viele Häftlinge wurden standrechtlich erschossen. Andere ließ man an Hunger, Ruhr, Tuberkulose und anderen in Konzentrationslagern und Gefängnissen grassierenden Krankheiten zugrunde gehen. Einige, wie die vier in dieser Geschichte, wurden zwar offiziell vor ein Kriegsgericht gestellt, doch diese Kriegsgerichte waren eine Farce: Vor der Urteilsverkündung durfte der von den Nazis bestellte Strafverteidiger die Gefangenen nicht sehen. Seine einzige Rolle bestand darin, während der Verhängung des Todesurteils anwesend zu sein - eine erbärmliche Erinnerung daran, dass Deutschland einst zu den zivilisierten Nationen gezählt hatte und wusste, was ein rechtskonformes Verfahren war.

Aber auch nach einem offiziellen Kriegsgerichtsprozess fiel die Behandlung unterschiedlich aus. Manchmal wurden die zum Tode Veru

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