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Unternehmen Overlord Die Invasion in der Normandie und die Befreiung Westeuropas von Lieb, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.02.2014
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Unternehmen Overlord

Mit der alliierten Invasion begann die Befreiung Westeuropas von deutscher Besatzung. Gemeinsam mit der fast zeitgleich stattfindenden Operation 'Bagration', der entscheidenden Offensive der Roten Armee im Osten, besiegelte sie das Schicksal des Dritten Reiches. Am Abend des 'D-Day' hatten die amerikanischen, kanadischen und britischen Truppen einen ersten Brückenkopf im besetzten Frankreich gesichert. Mitte September standen alliierte Soldaten an der Reichsgrenze. Peter Lieb blendet in die deutschen Widerstandsnester an den Stränden der Normandie ebenso wie in die alliierten Landungsboote, schildert die mühsamen Materialschlachten der ersten Wochen sowie den rasanten Vormarsch nach dem Zusammenbruch des deutschen Widerstands und fragt nach den Reaktionen der französischen Bevölkerung. Dabei verbindet er den 'Feldherrenblick' von oben mit den Kampferfahrungen der einzelnen Soldaten und bettet das Geschehen in die strategischen Rahmenbedingungen des Zweiten Weltkriegs sowie die deutsche Besatzungspolitik in Frankreich ein. Peter Lieb ist seit 2005 Senior Lecturer im Department of War Studies an der Royal Military Academy Sandhurst und einer der führenden Experten für die Geschichte des besetzten Frankreichs und der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 254
    Erscheinungsdatum: 28.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406660726
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 4556 kBytes
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Unternehmen Overlord

1. Prolog
Zwei Gefechte in einer gigantischen Schlacht

1.1. Das Widerstandsnest 62 am Omaha Beach, 6. Juni 1944

"Herr Unteroffizier, Leutnant Bauch will Sie sprechen!" Verschlafen nahm Unteroffizier Förster dem Gefreiten den Hörer ab. Noch bevor er etwas sagen konnte, tönte es ruhig vom anderen Ende der Leitung: "Die Armee hat Alarmstufe II befohlen. Sie wissen, was das für Ihr Widerstandsnest heißt." Förster wusste natürlich, was sein Kompaniechef Bauch meinte. Es war die höchste Alarmstufe. In den letzten Wochen hatte es allerdings bereits mehrmals falschen Alarm gegeben. Ob nun dieses Mal wirklich die lang erwartete Landung der Briten und Amerikaner in Frankreich kurz bevorstand? Zweifel schienen angebracht, denn das Wetter war schlecht. Es war bewölkt, manchmal fielen sogar ein paar Tropfen Regen. Bauch konnte auch nichts Genaueres zur Feindlage sagen. Feindliche Bomberströme flogen zwar am Himmel, aber auch das war seit Wochen ein gewohntes Spektakel. In Abwesenheit des eigentlichen Kommandanten, Leutnant Claus, sowie seines Stellvertreters befahl Förster den gut 20 Mann im Widerstandsnest 62 ihre Stellungen zu beziehen. Sie gehörten zur 3. Kompanie des Grenadier Regiments 726. In der nächsten Stunde erschien auch der Chef der 1. Batterie des Artillerie Regiments 352, Oberleutnant Bernhard Frerking, mit einem Vorgeschobenen Beobachter (VB) seiner Batterie sowie dem dazu gehörigen Trupp. Der VB sollte bei einer feindlichen Landung das Artilleriefeuer am Strand leiten. Insgesamt waren nun 31 Mann im Widerstandsnest 62.

Dieses Widerstandsnest 62 war eine imposante Bunkeranlage, hier am Plage d'Or in der Normandie. Maschinengewehrstellungen, Granatwerfer, zwei 50 mm Panzerabwehrkanonen sowie vor allem zwei tschechische 75 mm Geschütze in massiven Kasematten bildeten sein Waffenarsenal. Umgeben war die Anlage von hunderten Metern Stacheldraht, einem Panzergraben, Minenfeldern sowie vor allem Stahl- und Betonhindernissen am Strand 100 Meter weiter unten. Vor wenigen Monaten, am 29. Januar 1944, war sogar Generalfeldmarschall Erwin Rommel zur Inspektion da gewesen, hatte sich aber über den Zustand der Verteidigungsanlagen sehr unzufrieden gezeigt. In den folgenden Wochen waren die Befestigungen zwar in aller Eile stark verbessert worden, doch fertig waren sie an jenem 6. Juni noch nicht. Auch der Kompaniechef war erst vor sechs Wochen ausgetauscht worden. Leutnant Edmond Bauch, der Ostfront-Veteran, hatte Hauptmann Ottemeyer abgelöst. Ottemeyer war zwar ein hoch dekorierter Offizier aus dem Ersten Weltkrieg gewesen, hatte jedoch hier in der Normandie über all die Besatzungsjahre kaum mehr Energie und Tatkraft versprüht.

Entlang der französischen Küste hatten die Deutschen mithilfe der Organisation Todt den "Atlantikwall" mit hunderten solcher Widerstandsnester angelegt. An dem sechs Kilometer langen und landschaftlich sehr reizvollen Plage d'Or gab es 14 solcher Anlagen verschiedenster Größe, durchnummeriert von 60 bis 73. Das Widerstandsnest 62 war das stärkste. 600 Meter weiter rechts lag auf einer Höhe das Widerstandsnest 60, das den östlichen Abschluss des Strandes bildete. Nur etwa 200 Meter entfernt, rechts vorne im Taleinschnitt und direkt am Strand, lag das Widerstandsnest 61 mit einer gefürchteten "Acht-Acht". Diese 8,8 cm Flak konnte fast den gesamten Strand entlang Ziele direkt bekämpfen. Durch die Talsenke führte eine kleine Straße 800 Meter landeinwärts zum Dorf Colleville-sur-Mer, wo Leutnant Bauch im Widerstandsnest 63 seinen Gefechtsstand hatte. Obwohl es sich in diesem Gelände eigentlich angeboten hätte, lagen auf dem gegenüberliegenden Talhang keine deutschen Stel

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