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Die Bedeutung der Erwerbstätigkeit in den Frauenbewegungen von Jendrusch, Elisa (eBook)

  • Erschienen: 19.03.2012
  • Verlag: GRIN Verlag
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Die Bedeutung der Erwerbstätigkeit in den Frauenbewegungen

Bachelorarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Geschichte - Allgemeines, Note: 2,3, Universität Konstanz, Sprache: Deutsch, Abstract: Linnhoff merkt in ihrer Arbeit an, dass sich 'Diskriminierung und Benachteiligung von Frauen wie ein roter Faden durch die Geschichte' ziehen. So fingen am Ende des 18.Jahrhunderts Frauen allmählich an sich gegen ihre geschlechtsbedingte Benachteiligungen aufzulehnen. Die wichtigsten Anstöße erhielten sie von der Französischen Revolution und durch die Aufbruchsstimmung der europäischen Revolution 1848/49. Die Frauenbewegung in Europa war größtenteils bis Anfang des 20. Jahrhunderts kämpferisch und wollte die rechtliche sowie politische Gleichstellung der Geschlechter durchzusetzen. Sowohl die erste deutsche Frauenbewegung im 19. Jahrhundert als auch die zweite, welche knapp ein Jahrhundert später entstand, bezogen ihre Forderungen und Initiativen auf viele Lebensbereiche wie die Bildungs- und Wohlfahrtspolitik oder die Jugendarbeit. Aber auch die Erwerbstätigkeit der Frau verkörperte eine wichtige Thematik in beiden Bewegungen: Am Ende der 1980er Jahre gab es kaum eine Frau, die sich nicht in einer Weise mit dem Gedanken an die Beruftätigkeit befasste. Es muss allerdings beachtet werden, dass die Frauenbewegungen und ihre Interessen nicht für alle Frauen sprechen. Denn es gab auch Frauen, die das bestehende gesellschaftliche Bild unterstützten und sich gegen die sogenannte Emanzipation richteten. Die zunehmende weibliche Bildungsbeteiligung und Erwerbstätigkeit hatte nämlich gleichzeitig in allen Alters- und Familienstandsgruppen die traditionellen Vorstellungen einer 'natürlichen Funktionsteilung' immer weiter durchlöchert. Die weibliche Individualisierung führte außerdem über die außerhäusliche weibliche Erwerbtätigkeit nach Ansichten von Kritikern zur Auflösung der Familie. Doch was wird unter Erwerbstätigkeit verstanden? Das Statistische Bundesamt definiert sie im Rahmen von volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen folgendermaßen: 'Erwerbstätige sind alle Personen, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Beamte, geringfügig Beschäftigte, Soldaten) oder Selbstständige beziehungsweise mithelfende Familienangehörige eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben [...].' Auffällig ist bei dieser Definition, dass sie sich explizit an die Männer richtet, denn die weibliche Anredeform bleibt aus. Können Frauen somit nicht erwerbstätig sein? Fällt die Hausarbeit nicht unter die Kategorie der Berufstätigkeit und muss somit erst durch Löhne aufgewertet werden?

Produktinformationen

    Größe: 304kBytes
    Reihe (Teil): Akademische Schriftenreihe Bd.V190543
    Herausgeber: GRIN Verlag
    Untertitel: Die erste und zweite Frauenbewegung im Vergleich
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 42
    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    ISBN: 9783656154846
    Erschienen: 19.03.2012
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Die Bedeutung der Erwerbstätigkeit in den Frauenbewegungen

1. Einleitung

Linnhoff merkt in ihrer Arbeit an, dass sich "Diskriminierung und Benachteiligung von Frauen wie ein roter Faden durch die Geschichte" ziehen. [1] So fingen am Ende des 18. Jahrhunderts Frauen allmählich an, sich gegen ihre geschlechtsbedingte Benachteiligungen aufzulehnen. [2] Die wichtigsten Anstöße erhielten sie von der Französischen Revolution und durch die Aufbruchsstimmung der europäischen Revolution 1848/49. [3] Die Frauenbewegung in Europa war größtenteils bis Anfang des 20. Jahrhunderts kämpferisch und wollte die rechtliche sowie politische Gleichstellung der Geschlechter durchzusetzen. Sowohl die erste deutsche Frauenbewegung im 19. Jahrhundert als auch die zweite, welche knapp ein Jahrhundert später entstand, bezogen ihre Forderungen und Initiativen auf viele Lebensbereiche wie die Bildungs- und Wohlfahrtspolitik oder die Jugendarbeit. Aber auch die Erwerbstätigkeit der Frau verkörperte eine wichtige Thematik in beiden Bewegungen: Am Ende der 1980er Jahre gab es kaum eine Frau, die sich nicht in einer Weise mit dem Gedanken an die Beruftätigkeit befasste. [4]

Es muss allerdings beachtet werden, dass die Frauenbewegungen und ihre Interessen nicht für alle Frauen sprechen. Denn es gab auch Frauen, die das bestehende gesellschaftliche Bild unterstützten und sich gegen die sogenannte Emanzipation richteten. Die zunehmende weibliche Bildungsbeteiligung und Erwerbstätigkeit hatte nämlich gleichzeitig in allen Alters- und Familienstandsgruppen die traditionellen Vorstellungen einer "natürlichen Funktionsteilung" immer weiter durchlöchert. [5] Die weibliche Individualisierung führte außerdem über die außerhäusliche weibliche Erwerbtätigkeit nach Ansichten von Kritikern zur Auflösung der Familie. [6]

Doch was wird unter Erwerbstätigkeit verstanden? Das Statistische Bundesamt definiert sie im Rahmen von volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen folgendermaßen: " Erwerbstätige sind alle Personen, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Beamte, geringfügig Beschäftigte, Soldaten) oder Selbstständige beziehungsweise mithelfende Familienangehörige eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben [...]." [7] Auffällig ist bei dieser Definition, dass sie sich explizit an die Männer richtet, denn die weibliche Anredeform bleibt aus. Können Frauen somit nicht erwerbstätig sein? Fällt die Hausarbeit nicht unter die Kategorie der Berufstätigkeit und muss somit erst durch Löhne aufgewertet werden? Schon im 19. Jahrhundert erhielt die weibliche Hausarbeit kaum Anerkennung. Zwar stellte Robert Wilbrandt fest, dass wenn man den volkswirtschaftlichen Wert dieser Arbeit berücksichtigen würde die Frauen "trotz ihrer geringeren Erwerbtätigkeit eine ebenso volkswirtschaftliche Leistung wie die Männer [erbrächten]". Nichtsdestotrotz galt allgemein: Wer kein Geld verdiente, arbeitete nicht. So zählte die Arbeit "des Dienstmädchens, der Köchin, der Wäscherin und der Erzieherin in dem Augenblick nicht mehr als Arbeit, in dem sie von der unbezahlten Ehefrau [...] verrichtet wurde." [8] Diese Tatsache wurde von den Frauen akzeptiert und erst im 20.Jahrhundert erhoben sich die ersten kritischen Stimmen.

Durch die in den 1830er Jahren einsetzende Industrialisierung veränderte sich die Arbeitswelt von Männern und Frauen grundlegend: Die weibliche Erwerbsquote zwischen 1882 und 1980 schwankte im Deutschen Reich und der Bundesrepublik zwischen rund 30 und 35 Prozent. Zwischen dem 25. und 40. Lebensjahr sank die weibliche Erwerbsquote jedoch stark. [9] Sie stieg bis 1980 auf knapp 49 Prozent an. Somit nahm die weibliche Erwerbtätigkeit besonders in den mittleren Jahrgängen zu. Die Frauen in den 1980ern schienen

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