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Adressen mit Geschichte Wo berühmte Menschen lebten von Markus, Georg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.08.2014
  • Verlag: Amalthea Signum Verlag GmbH
eBook (ePUB)
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Adressen mit Geschichte

Wie wohnten Menschen, die Geschichte schrieben? Wo schlugen Ihre Schicksalsstunden? Wo entstanden ihre Meisterwerke? Bestsellerautor Georg Markus spürte teils unbekannte Wohnorte auf und schuf auf diese Weise rund 200 faszinierende Porträts historischer Persönlichkeiten. Ein ebenso spannendes wie unterhaltsames Buch, in dem man immer wieder schmökern möchte - so vielfältig sind die Informationen, die man daraus beziehen kann. Aus dem Inhalt: Oskar Werners Wohnung in der Josefstadt - Karajans Gut in Mauersbach - Wo der Donauwalzer entstand - Hans Moser kauft eine Villa - Figls Bauernhof im Tullnerfeld - Max Reinhardts Feste im Schloss - Die Wiener Wohnstätten des Curd Jürgens - Wie viel Miete zahlte Mozart? - Paula Wesselys Villa in der Himmelstraße - Wo Anton von Webern erschossen wurde - Die Residenzen der österreichischen Kaiser - Hitler im Männerheim - Bertha von Suttners Friedens-Schloss - Kreiskys Villa in Grinzing - Schnitzlers Streit mit seinen Nachbarn - Freuds Ordination in der Berggasse - Klimts letztes Atelier - Stefan Zweig in Salzburg - Wo Qualtinger wohnte - u.v.a.

Georg Markus, einer der erfolgreichsten Schriftsteller und Zeitungskolumnisten Österreichs, lebt in Wien, wo er sich als Autor von Sachbüchern und großer Biografien einen Namen machte. Seine Bücher Unter uns gesagt, Die Enkel der Tante Jolesch, Adressen mit Geschichte, Die Hörbigers und Was uns geblieben ist führten monatelang die Bestsellerlisten an. In seiner Kolumne Geschichten mit Geschichte schreibt er historische Berichte für die Zeitung Kurier, von März 2000 bis März 2008 gestaltete und moderierte er im RadioKulturhaus des ORF die Ö1-Sendreihe Das war's, Erinnerungen an das 20. Jahrhundert. Aufsehen erregte Georg Markus, als er 1992 den Grabraub der Mary Vetsera aufdeckte, nachdem das Skelett der Geliebten des Kronprinzen Rudolf bei Nacht und Nebel aus ihrer Gruft in Heiligenkreuz bei Wien entwendet worden war. Weltweite Beachtung fand auch seine im März 2009 im Kurier erschienene Artikelserie, in der er zum ersten Mal über den unehelichen Sohn John F. Kennedys mit einer gebürtigen Österreicherin berichtete. Mutter und Sohn leben heute in den USA. Hunderte Zeitungen und TV-Sender in aller Welt übernahmen den Exklusivbericht von Georg Markus. Georg Markus ist Mitglied des P.E.N.-Clubs und des Österreichischen Schriftstellerverbandes. Die Bücher von ihm wurden u. a. ins Englische, Französische, Spanische, Ungarische, Polnische, Tschechische und Japanische übersetzt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 377
    Erscheinungsdatum: 14.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783902998552
    Verlag: Amalthea Signum Verlag GmbH
    Größe: 656 kBytes
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Adressen mit Geschichte

T EXT- UND ANDERE
P ROBLEME

SCHAUSPIELER UND IHRE REGISSEURE

EINE DIVA TRITT AB

Adele Sandrock
Wien 1., Opernring 19

Ein Star kann in seinen Forderungen sehr weit gehen, er kann Höchstgagen und Sonderurlaube verlangen, sich Stücke, Rollen und sogar Mitspieler aussuchen. Er kann aber auch übertreiben. So geschehen bei Adele Sandrock, der großen Heroine des Wiener Burgtheaters, die viele Jahre in einer herrschaftlichen Wohnung des Hauses Opernring 19 – in dem sich heute das Burgkino befindet – residierte.

Sie wurde gefeiert wie keine andere Schauspielerin ihrer Zeit, doch man konnte sie nicht zufrieden stellen, die Sandrock fühlte sich ständig zurückgesetzt und warf dem jeweiligen Burgtheaterdirektor vor, er würde ihre Konkurrentinnen bevorzugen, ihnen die besseren Rollen geben.

Direktor Max Burckhard tat alles, um die Sandrock zu beruhigen, er nahm Rücksicht auf ihr reizbares Temperament, ihren Eigensinn in der Rollenwahl, er akzeptierte es sogar, wenn sie plötzlich Migräne bekam und die Vorstellung absagte. Als es einmal um die Verlängerung ihres Engagements ging, schrieb sie an Burckhard: "Meine Mutter erklärt, so nicht weiterleben zu können. Sie erschießt sich vor meinen Augen, wenn ich den Vertrag unter den Bedingungen unterschreibe."

Der Direktor (mit dem sie eine Zeit lang liiert war) gab auch da nach und verbesserte etliche Details. Doch bald war der Bogen überspannt. Burckhards Nachfolger Paul Schlenther brachte nicht so viel Geduld auf. Als er es ablehnte, den Schauspielvertrag ihrer – weit weniger talentierten – Schwester Wilhelmine zu verlängern, ließ sich die Sandrock eine Audienz beim Kaiser geben, der ihr aber auch nicht helfen konnte. Die Schwester musste gehen.

Jetzt dauerte es nicht mehr lange, bis auch Adeles letzter Akt am Burgtheater eingeläutet wurde. Als Schlenther der 35-Jährigen in Schnitzlers neuem Stück Vermächtnis die Rolle einer Mutter anbot, erklärte die Diva, bebend vor Zorn, ihre sofortige Kündigung.

Schlenther nahm – womit sie nicht gerechnet hatte – die Demission seiner beliebtesten Schauspielerin an.

Schwer geschockt, zog sich die Sandrock zunächst in die Beletage von Wien – wie sie ihre elegante Wohnung am Opernring nannte – zurück. Sie und ihre Schwester, die hier in gemeinsamem Haushalt lebten, konnten vom dritten Stock aus in den damals für die Öffentlichkeit noch nicht zugänglichen Burggarten blicken. Umsorgt von einem Zimmermädchen, logierten die beiden Damen inmitten ihrer mit wertvollen Möbeln, Vorhängen und Teppichen überladenen Wohnung, ganz wie es dem Zeitgeist entsprach.

Doch ohne ihre Burgtheatergage war Adele Sandrock nicht mehr in der Lage, diesen Lebensstil aufrecht zu halten. Sie ging jetzt auf Tourneen, trat am Deutschen Volkstheater auf, wurde von Max Reinhardt nach Berlin geholt. Aber die Karriere war ins Stocken geraten, die Schauspielerin konnte an die einstigen Erfolge nicht anschließen. Ihre späteren Versuche ans Burgtheater zurückzukehren, schlugen fehl, die Sandrock geriet in Vergessenheit, lebte zeitweise sogar in Armut. Der einstige Liebling der Wiener musste in eine kleine, in der Ölzeltgasse 1 hinter dem Stadtpark gelegene Wohnung ziehen.

Das Comeback gelang erst ein Vierteljahrhundert nach dem Eklat, jetzt als komische Alte in den Unterhaltungsfilmen der zwanziger und dreißiger Jahre. Doch auch da dachte die Sandrock immer noch voll Sehnsucht an ihre große Zeit zurück, in

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