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Dänische Geschichte von Bohn, Robert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.01.2016
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Dänische Geschichte

In diesem Buch werden die grundlegenden Ereignisse und Entwicklungslinien der dänischen Geschichte von der Wikingerzeit und der Christianisierung bis heute übersichtlich und kompetent dargestellt. Dabei stehen Gesellschaft und Wirtschaft im Mittelpunkt, die politische Geschichte bildet den festen Rahmen und liefert die Chronologie.

Robert Bohn, geb. 1952, Dr. phil. habil., Prof., lehrt an der Universität Flensburg Mittlere und Neuere Geschichte. Schwerpunkte seiner Forschung: Geschichte Nordeuropas und Norddeutschlands seit der Wikingerzeit sowie Seefahrtsgeschichte und regionale Zeitgeschichte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 15.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406691294
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 2767kBytes
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Dänische Geschichte

I. Der Eintritt der Dänen in die Geschichte: Wikinger und Reichsgründer

In den letzten Jahrhunderten des ersten Jahrtausends n.Chr. entstanden durch herrschaftliche Zusammenfassung von einzelnen Stämmen beziehungsweise Stammesgruppen im Norden Europas die in ihrer ethnischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Struktur aufs engste miteinander verwandten skandinavischen Königreiche. Ihre frühe Geschichte ist - sowohl dynastisch als auch politisch - nahezu unentwirrbar ineinander verflochten. Die spätere Nationalgeschichtsschreibung der Dänen, Norweger und Schweden hat zu diesem verwirrenden Bild dadurch beigetragen, daß sie bei der Herleitung ihrer jeweiligen Staatsgründungsmythen weitgehend auf ein und dieselben materiellen Grundlagen zurückgegriffen hat.

Im Laufe des 8. Jahrhunderts rückte das neue politische Machtzentrum Europas, das Reich der Karolinger, immer näher an Dänemark heran. Um 800 machte sich Karl der Große die Sachsen untertan, wodurch das Frankenreich zum unmittelbaren Nachbarn der Dänen wurde, was nicht ohne Konflikte blieb. In nichtdänischen Texten aus jener Zeit (dänische gibt es nicht) finden wir nun erstmals Berichte über die politischen Verhältnisse in Dänemark, das als ein einheitliches Königreich aufgefaßt wurde, was es aber, wie die Forschung gezeigt hat, tatsächlich noch nicht war. Denn lokale Große waren noch relativ unabhängig von der Königsmacht. Gleichwohl scheint der Reichsbildungsprozeß schon vorangeschritten gewesen zu sein. Darauf deuten unter anderem organisierte Abwehrmaßnahmen gegen das weitere Ausgreifen der fränkischen Macht nach Norden. Wir erfahren, daß ein König Godfred gegen die im östlichen Holstein siedelnden slawischen Stämme zog, die mit Karl verbündet waren. Godfred ließ auch das Danewerk, den schon einige Generationen (seit etwa 700) bestehenden Befestigungswall am Ende der Schlei, weiter ausbauen. Hier entstand die bedeutende dänische Handelsstadt Hedeby (Haithabu), die spätere Drehscheibe des Ost-West-Handels. Um sie zu fördern, ließ Godfred an der nahegelegenen slawischen Küste Handelsorte zerstören, beispielsweise Rerik, dessen Kaufleute Godfred nach Hedeby verpflanzt haben soll. Er suchte mit seinen Seekriegern sogar die Küstengewässer Frieslands heim, das nach dem Verfall der merowingischen Macht im frühen 8. Jahrhundert einige Zeit unter dänischem Einfluß gestanden zu haben scheint, nun aber von den Franken beherrscht wurde. 810 kam Godfred in innerdänischen Machtkämpfen zu Tode. Sein Neffe und Nachfolger Hemming schloß ein Jahr darauf mit Karl dem Großen Frieden, wobei erstmals die Eider als Südgrenze Dänemarks festgelegt wurde. Hemming starb kurze Zeit später eines gewaltsamen Todes, wie überhaupt die fränkischen Quellen jener Zeit von innerdänischen Auseinandersetzungen berichten, in denen die Könige eine für die fränkischen Chronisten wunderliche Neigung zu plötzlichem Versterben zeigten.

Die Machtverhältnisse in Dänemark waren und blieben wechselhaft. Sie sind aufgrund spärlicher Quellen auch nicht mehr im einzelnen rekapitulierbar. Man weiß aber, was die politische Herrschaft betrifft, daß der Sohn eines verstorbenen Königs nicht ohne weiteres damit rechnen konnte, seinen Vater zu beerben. Er mußte sich gegen Konkurrenten aus der eigenen Sippe oder aus den Reihen der anderen Großen durchsetzen. Er war dabei nicht nur vom Kriegsglück abhängig, sondern auch von seiner Fähigkeit, Gefolgschaft (dän. Hird) an sich zu binden. Hierbei war zweierlei wichtig: Die Aura als erfolgreicher Krieger und Mehrer sowie das Vermögen, die Gefolgsleute materiell zu belohnen. Die Gefolgschaft war freiwillig, sie konnte jederzeit aufgesagt werden. Der König herrschte solchermaßen nicht über das Land (im wörtlichen Sinn), sondern über eine Anhängerschaft, die zu vergrößern er stets bestrebt sein mußte. Diese inneren machtpolitischen Verhältnisse waren ein entscheidender Faktor für die Wikin

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