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Das Britische Empire Reclam Sachbuch von Jackson, Ashley (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.11.2015
  • Verlag: Reclam Verlag
eBook (ePUB)
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Das Britische Empire

Das englische Kolonialreich erstreckte sich vom 18. bis hinein ins 20. Jahrhundert über fast alle Erdteile. Doch wie erreichten die Engländer eine solch wahrhaft weltbeherrschende Stellung? Wie funktionierte die Herrschaft fern der Metropole? Wie schafften die englischen Kolonien schließlich den Weg in die Unabhängigkeit? Und welches Erbe hat das Empire den Briten und der Welt bis heute hinterlassen? Ashley Jackson informiert prägnant und verständlich über die wesentlichen Aspekte in der Geschichte des Britischen Empire.

Ashley Jackson ist Professor am King's College in London.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 10.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783159608624
    Verlag: Reclam Verlag
    Größe: 2168 kBytes
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Das Britische Empire

Einleitung

Die europäische Expansion war eines der Phänomene, die die moderne Welt am stärksten geprägt haben. Munshi Abdullah, Zeuge des Wandels, den die Kolonisation im Singapur der 1840 er Jahre herbeigeführt hat, schrieb: "Es erstaunt mich zu sehen, wie deutlich sich unsere Welt verändert. Eine neue Welt wird geschaffen, die alte wird zerstört. Selbst der Dschungel wird besiedeltes Gebiet, während anderswo eine Siedlung wieder dem Dschungel anheimfällt." In der Neuzeit von den iberischen Mächten Portugal und Spanien begonnen, von den Holländern, Franzosen und Russen entschlossen weitergeführt, erst spät von den Amerikanern, Belgiern, Deutschen, Italienern und Japanern aufgegriffen, wurde die weltweite Kolonisation die spezielle Domäne der Briten.

Auf seinem Höhepunkt erstreckte sich das Britische Empire über 33 , 7 Millionen Quadratkilometer - nahezu ein Viertel der Landfläche der Erde -, und seine Handelsmarine und seine Kriegsflotte beherrschten die Meere. Nach dem Erwerb neuer Kolonien in Afrika, im Nahen Osten und im Pazifik im Gefolge des Ersten Weltkriegs regierte Großbritannien 500 Millionen Menschen, mehr als ein Fünftel der Weltbevölkerung. Gemessen an Machtfaktoren wie dem politischen, wirtschaftlichen und strategischen Einflussbereich, war das Britische Empire die einzige Supermacht der Welt. Diese Position hatte es bis zum Zweiten Weltkrieg inne, einem Konflikt, der Entwicklungen beschleunigte, welche den Besitz von Kolonien zunehmend anachronistisch werden ließen und die Stellung Großbritanniens (und Europas) im internationalen System schwächten. Diese ökonomischen, politischen und kulturellen Entwicklungen sowie die von einem langen globalen Konflikt und einer immer größer werdenden Woge des Nationalismus hervorgerufenen einschneidenden Veränderungen führten zum Untergang des Britischen Empire während einer Phase rasanter Dekolonisation, mit der die Geburt zahlreicher neuer Nationalstaaten in den vier Jahrzehnten nach 1945 einherging. Die Ausnahmesituation, die Europa seine "große Stunde" globaler Vorherrschaft mit Großbritannien an der Spitze beschert hatte, war Vergangenheit.

Auch lange nach seinem Untergang bleibt das Britische Empire ein kontrovers diskutiertes Thema. 2009 brandmarkte Ajatollah Ali Chamenei das "böse" Großbritannien als den Erzfeind der Islamischen Republik Iran, wobei er sich unverhohlen auf tiefsitzende antibritische Ressentiments stützte, die bis auf die imperialistischen Interventionen im 19 . Jahrhundert zurückgehen. 2005 richtete der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki einen verbalen Angriff gegen britische Imperialisten wie Winston Churchill, die nach Afrika und Asien gereist seien und "schreckliche Dinge taten, wo immer sie hinkamen". 2007 veröffentlichte ein amerikanischer Autor ein Buch mit dem Titel The Evil Empire: 101 Ways in Which England Ruined the World (Das Reich des Bösen: 101 Arten, wie England die Welt ruiniert hat), während fünf Jahre später in All the Countries We've Ever Invaded (All die Länder, in die wir jemals eingefallen sind) behauptet wurde, die Briten seien in 90 Prozent aller Länder der Welt zu irgendeinem Zeitpunkt eingedrungen.

In Großbritannien produziert alles, was mit dem Empire zu tun hat, erhitzte Gemüter und Schlagzeilen (in ehemaligen Kolonien ist dies weniger häufig der Fall, was vielleicht auf die abnehmende Bedeutung des Empire und die Fähigkeit postkolonialer Gesellschaften verweist, "auf ihrem Weg weiter voranzuschreiten"). 2011 wurde eine Statue des Forschungsreisenden Henry Morton Stanley in seiner walisischen Heimatstadt aufgestellt, was zu einer heftigen Kontroverse Anlass gab. Sollte man Stanley noch immer als Helden viktorianischen Forschungsdrangs feiern oder ih

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