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Die Frauen der Diktatoren Seite an Seite mit Hitler, Stalin, Mao, Idi Amin, Saddam, Gaddafi, Kim Jong-un und Bashar al-Assad von Mikkelsen, Sveinung (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.06.2018
  • Verlag: FinanzBuch Verlag
eBook (ePUB)
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Die Frauen der Diktatoren

'Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau.' Aber was für Frauen stehen hinter Männern, die Massenmorde, Unterdrückung und Gewalt zu verantworten haben? Wer sind sie, die Frauen der Diktatoren? Kindergebärende Ehefrauen, erotische Gespielinnen oder schmückendes Beiwerk? Die Bandbreite von Beziehungen, die Diktatoren zu ihren Frauen pflegen, ist groß: Da ist die politische Unterstützerin Jiang Qing an Mao Zedongs Seite, die als inzestuös bewertete Nähe Caligulas zu seinen drei Schwestern, die komplizierte Dreiecksbeziehung Lenins, die für Nachfolger sorgende Ehefrau Asma al-Assad sowie Eva Braun, die die Nazi-Ideologie perfekt verkörperte. Oder die zum Sex mit Muammar Gaddafi versklavte 'Soraya' und die bis in den Tod treu ergebene Geliebte Mussolinis. Sveinung Mikkelsen widmet sich erstmals einer Facette der Historie, die in der Geschichtsschreibung oftmals gar nicht erst auftaucht: den Frauen an der Seite von Despoten und Tyrannen. Er blickt hinter die Kulissen des öffentlichen Bildes und findet dort alles, von grausamen Wahrheiten bis hin zu echter Zuneigung.

Sveinung Mikkelsen ( 1982) ist Schriftsteller und arbeitet als Journalist fürs Fernsehen. Er hat bereits Romane in Norwegisch und Englisch geschrieben, 'Die Frauen der Diktatoren' ist sein erstes Sachbuch. Bei Twitter schreibt er unter @sveinungmikkel

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 360
    Erscheinungsdatum: 11.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960922001
    Verlag: FinanzBuch Verlag
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Die Frauen der Diktatoren

Der Pantoffelheld

Benito Mussolini

(1883-1945)

"Die Volksmenge, ebenso wie die Frau, ist erschaffen, um vergewaltigt zu werden." 1 B ENITO M USSOLINI Mussolini muss sexsüchtig gewesen sein. Sein Verhalten ist zu schmerzlich, monoman selbsterniedrigend, um in irgendeiner anderen Weise erklärt zu werden. Während Europa mehr und mehr auf den Abgrund zumarschierte, zog er wie ein Pavian (seine Worte) umher und schlief mit allen, die in sein Blickfeld gerieten. Ein Arzt gab ihm den Rat, die Anzahl seiner Liebhaberinnen auf eine zu reduzieren. 2 Statistiker haben veranschlagt, dass Mussolini mit mehr als 400 Frauen geschlafen hat. 3 Aber Il Duce war kein das Leben genießender Latin Lover. Sein Leben erscheint vielmehr wie eine Art Hölle, sporadisch von Orgasmen unterbrochen. Die Promiskuität ließ ihn hilflos und vor Schuld und Scham zerrissen zurück. Wie ein Alkoholiker, der einer Flasche Schnaps ganz hinten im Schrank die Schuld an einem Saufgelage gibt, behauptete er einmal, dass er mit der französischen Journalistin Magda de Fontanges schlafen musste, um sie daran zu hindern, ihn zu verleumden: "Sie war eine der üblichen Korrupten, die dir die Alternative servieren: Entweder nimmst du mich, oder wenn du mich nicht nimmst, dann schreibe ich, dass du homosexuell bist, impotent. Also nahm ich sie zwei Mal. Und diese schamlose Frau ging zu einer Zeitschrift und erzählte dort alles. Sie gab an, ich sei so schnell gewesen, dass ich ihr in der Hitze des Gefechts den Slip derart herunterzog, dass er mit einem sonderbaren Geräusch zerriss. Weiterhin schrieb sie, dass ich so schnell fertig war, dass sie überhaupt nichts gemerkt hätte. Sie beschrieb alles, wie ich aussah, alles. Nicht einmal eine Hure hätte ihren Mut und ihre Schamlosigkeit besessen. Ich bedauerte es, dass man mich gezwungen hatte, sie zu empfangen." All das erzählte er seiner schwer geprüften Liebhaberin Claretta. "Jetzt bist du ganz dunkel im Gesicht, dieses Gespräch hat dich aufgewühlt. Aber das gehört der Vergangenheit an, das war vor zwei Jahren. Ich kann mich nicht einmal mehr daran erinnern, wie sie aussah." 4 Nach dem Krieg merkte der reumütige Faschist Curzio Malaparte an, dass "jedes Porträt Mussolinis auch ein Porträt des italienischen Volkes sei". 5 All die ungerechten, stereotypen Züge, die man den Italienern irgendwie zuschreiben kann, finden sich bei Mussolini allesamt in extravaganter, unverhüllter Zurschaustellung: Völlerei, infantile Sexualität, leere Prahlerei und heftiges Gestikulieren. So gesehen war er eine Art Wegbereiter für erbärmliches Verhalten. Als Silvio Berlusconi 2009 den Rechtsweg wählte, um zu beweisen, dass er nicht impotent ist, war dies etwas, was auch Mussolini hätte einfallen können. 6 Ein kleiner Benito wohnt auch Kapitän Francesco Schettino inne, dem berüchtigten Feigling, der als einer der Ersten im Rettungsboot saß, nachdem er das Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" in dem Versuch, eine Dame zu beeindrucken, auf Grund hatte laufen lassen. Angelica Balabanoff, eine von Mussolinis Geliebten, beschreibt einen Mann, der Angst vor Hunden hatte, Angst vor Ärzten, Angst vor Friedhöfen und Angst davor, im Dunkeln alleine auf die Straße zu gehen. 7 Die Angst vor dem Alter und dem Tod trifft uns alle, Mussolini aber hat sie gewiss besonders stark empfunden. "Sag mir, dass ich noch jung bin", flehte er Claretta an, "dass ich nicht fünfundfünfzig Jahre alt bin, dass ich stark bin, dass es nicht zu sehen ist. Ich will nicht sterben". 8 Der Mussolini, der in ihren Tagebüchern auftaucht, ist ein zitternder geiler Bock und Schwätzer, unsicher, mit unstetem Selbstvertrauen und dem Bedürfnis nach unaufhörlicher Bestätigung: "Die ganze Welt ist gegen mich, von New York bis Tokio, für alles geben sie mir die Schuld, das bin ich gegen

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